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Auto Illustrierte 12 2014

2912|14 auto-illustrierte mehr Technik auf www.auto-illustrierte.ch Text | Susan Rocchetti Fotos | Renault R enault-Projektleiter Laurent Taupin ist nun arbeitslos. Im übertra- genen Sinne: Zwei Jahre ging er jeden Tag gut gelaunt ins Büro und trieb das Projekt Eo- lab voran. Jetzt befürchtet er eine gewisse Leere. Aber «C’est la vie», meint er bei der Vorstel- lung des Konzeptfahrzeuges auf dem Renault-Prüfgelände im Norden von Paris. Jetzt be- stehe seine Arbeit darin, dessen verschiedene Technologien in künftige Serienmodelle zu über- tragen. Nicht als Gesamtpaket, sondern einzelne Komponen- ten in das passende Segment. Der neue Espace beispielswei- se, der Anfang 2015 in die Schweiz kommt, konnte bereits von der Gewichtsreduktion mit ultrahochfesten Stählen profi- tieren. Der soeben neu lancier- te Twingo wäre bereit für den Hybrid-Antrieb aus dem Eolab. Der Eolab basiert auf dem aktuellen Clio, der zu einer Art Sparbüchse umgebaut wurde. Ein Liter Kraftstoff soll das Con- cept Car verbrauchen. Dafür wurde zuerst auf 950 Kilo ab- gespeckt, das sind ganze 400 Jedes Gramm zählt Hier vereinen sich Design und Aero­ dynamik.Neben einer aktiven Front­ spoilerlippe helfen am Heck ein­ und ausfahrbare Flaps die Windschnittig­ keit zu verbessern.Die grosse Front­ scheibe ist statt viereinhalb nur drei Millimeter dick,was wie die schlanken Sitze hilft,Gewicht zu sparen. Kilo weniger als der Serien-Clio. Selbst kleinste Massnahmen rechnen sich, wie beispielswei- se ein Dach aus Magnesium statt Stahl, Seitenscheiben oder Motorhaube aus Plastik statt Glas beziehungsweise Blech. Oder eine um 1,5 Milli- meter dünnere Frontscheibe. In der Front arbeitet ein 78 PS starker Dreizylinder-Benziner mit einem Liter Hubraum, der jetzt schon im Twingo mit 70 PS im Einsatz ist. Ebenso an der Vorderachse montiert ist ein 54 PS starker Elektromotor. Der Litihum-Ionen-Akku mit einem Energiegehalt von 6,7 kWh ist klein, leicht und kompakt. Zum Vergleich: Im etwa gleich gros- sen, rein elektrischen Renault Zoe beträgt die Batteriekapazi- tät 22 kWh. Und der Zoe wiegt 1430 Kilo, sprich ein halbe Ton- ne mehr als der Eolab. Überdies greift Renault zum Kabel, der Technologieträger ist ein Plug-in-Hybrid. An der nor- malen Steckdose, sprich: dort, wo auch der Toaster ange- steckt wird, lädt sich die Batte- rie des Eolab in zwei bis drei Stunden auf. Die Hybrid-Tech- nologie lindert ausserdem die Angst vor dem Stehenbleiben. Auch wenn die Batterie leer wäre, ginge die Fahrt per Ben- ziner weiter. Und gegenüber dem klassischen Hybrid verlän- gert sich die elektrische Reich- weite; deshalb kommt der Eo- lab rund 60 Kilometer weit. Das Getriebe für den Eolab hat Renault selbst entwickelt. Es verfügt über drei Gänge und kommt ohne Kupplung aus. Das bedeutet auch weniger Reibungsverluste, was wieder- um die Effizienz erhöht. Jedes Bausteinchen zählt. Pendlertauglich Der erste Gang wird zum An- fahren gebraucht, der zweite für den Hybrid-Mode bei gemäch- lichen Geschwindigkeiten und der dritte für Vollgas, sprich: nur für den Einsatz des Verbren- nungsmotors bei höheren Ge- schwindigkeiten. Dazu stehen zwei Fahr-Modi zur Verfügung. Im Z.E. (Zero Emission)-Modus fährt der Eolab rein elektrisch mit einer Geschwindigkeit von bis zu 120 Stundenkilometern. Diesen Modus sieht Renault für den Einsatz im Alltag vor, die Reichweite von 60 Kilometern entspricht in etwa der eines durchschnittlichen Pendlers. Im Langstrecken-Modus, auch Weekend-Modus genannt,

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