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Auto Illustrierte 08 2015 - 24-h-Rennen Le Mans: Schneller Doc am Start

AUTO-ILLUSTRIERTE 08|15 30 AGENDA|PATRICK DEMPSEY AM START IN LE MANS DER TALENTIERTE MR. DEMPSEY TEXT: MICHAEL LUX FOTOS: PORSCHE Patrick Dempsey ist als Fernseharzt Dr. Shepherd aus der US-Serie «Grey’s Anatomy» bekannt. Den Arztkittel hat der Schauspieler unlängst an den Nagel gehängt. Im echten Leben hat «McDreamy» derzeit nur einen Traum: Einmal die 24 h von Le Mans gewinnen – und vielleicht einen Oscar. E s ist Freitagnachmittag vor dem grossen Rennen. Ich stehe in der Box von Demp- sey Proton Racing, wische die Regentropfen von meiner Bril- le und warte, bis ich an der Reihe bin. Kurz öffnet sich die Tür des weissen Containergebäudes, und eine sichtlich nervöse junge Frau wird hineingeschoben.Schwupps, schon ist die Tür wieder zu. Au- dienz bei einem Hollywood-Star. Zehn Minuten. Das ist wenig – oder sehr viel. Was fragt man ei- nen Filmschauspieler, wenn man nicht über Hollywood reden darf? Nicht als Schauspieler,sondern als Rennfahrer sei Dempsey in Le Mans, heisst es. Schon als Kind soll Dempsey vom Rennsport be- geistert gewesen sein, und passio- nierter Porsche-Fahrer ist er auch privat. Und Le Mans? Sein grosser Traum. Bereits zum vierten Mal ist Dempsey dabei, aber fürs Po- dest reichte es bisher nicht. 2013 war er immerhin Vierter in der Amateur-GT-Klasse.Doch diesmal scheint er es wissen zu wollen: Die komplette WEC-Serie ist er bisher im 470 PS starken Porsche 911 RSR mitgefahren, in einem Team mit Werksfahrer Patrick Long und Motorsport-Profi Marco Seefried, mit denen er sich jeweils im Cock- pit abwechselt. Der meint das ernst! Die Tür geht auf: It’s my turn! Ich tauche ein ins Halbdunkel des Containers. In dem engen Raum, der vermutlich gerade einmal die Grösse von Dempseys Besenkam- mer hat, drängt sich die Entoura- ge.Dempsey,Baseballcap,schwar- ze Porsche-Teamjacke,streckt mir aufmunternd lächelnd die Hand entgegen: «Nice to meet you!» Dempsey – darf ich ihn jetzt Patrick nennen? – scheint sicht- lich erleichtert, als ich ihn ohne Umschweife nach dem Rennen frage: Ist Le Mans beim vierten Mal überhaupt noch aufregend? «Das lässt nie nach», entgegnet er, während er mit den Fingern die leicht angegraute Haarpracht nach hinten streicht. «Dass ich die WEC mitgefahren bin, macht aber einen riesigen Unterschied. bereits so viele Jahre. Man kann die Energie und den Spirit des Ortes spüren. Das findet man nirgends sonst, es ist magisch!» Dempseys Stimme wird jetzt leb- hafter, seine blaugrünen Augen beginnen zu leuchten. Man nimmt dem Amerikaner seine fast schon kindliche Be- geisterung ab. Dass er seine neue Rolle als Rennfahrer verdammt ernst nimmt, ebenfalls. Wobei er das Wort Rolle übel nehmen Die Erfahrung hilft,methodischer an die Sache heranzugehen. Aus- serdem sind wir jetzt im Team viel vertrauter – und natürlich mit dem Fahrzeug.» Dempseys Stimme ist angenehm. Er spricht deutlich, aber leise. Und was er eben gesagt hat, sagt er selbstver- ständlich nicht zum ersten Mal; zu flüssig kommt es ihm über die Lippen. Was macht Le Mans für ihn so einzigartig? «Vor allem die Geschichte – das Rennen gibt es Der US-Schauspieler feiert ausgelassen seinen 2. Platz in der GT-Amateur-Klasse.

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