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Auto Illustrierte 08 2015 - «via electra»: Wie weiter mit der Elektromobilität?

22 AUTO-ILLUSTRIERTE 08|15 WIE WEITER MIT DER ELEKTROMOBILITÄT? TEXT: MARTIN SCHATZMANN GRAFIK: RAHEL SUTER Der Bundesrat sieht von einem nationalen Masterplan ab. Deshalb soll jetzt «via elec­ tra» die Elektromobilität voranbringen. D er vergangene 14. Juni war ein bittererTag für die Verfechter der Elektromo- bilität im Tessin. Fast ge- nau 20 Jahre nachdem Adolf Ogi das Bundesprojekt «Grossversuch mit Elektrofahrzeugen in Mendri- sio» eingeweiht hatte, lehnte das Volk eine neue Förderphase an der Urne deutlich ab. «Wir haben im Tessin eine Chance verpasst»,sagt dazu Marco Piffaretti. Piffaretti ist Direktor des Tessiner Kompe- tenzcenters für eine nachhaltige Mobilität, Infovel, und war einer der vehementen Unterstützer der Vorlage. Geplant war ein bis 2018 be- fristeter Cash-Bonus beim Kauf eines energieeffizienten Autos (CO2-Ausstoss unter 95 g/km), der im besten Fall den Kauf eines reinen Elektromobils mit bis zu 7500 Franken Prämie unterstützt hätte. Für die Finanzierung sollte die Motorfahrzeugsteuer im Tes- sin zeitlich befristet um ein paar wenige Franken erhöht werden. Damit hätten für Kaufanreize bis 2018 rund 16 Millionen Franken zur Verfügung gestanden. Genau diese eigentlich minimale Steuer- erhöhung jedoch führte zum Re- ferendum und schliesslich zur Ablehnung. Was im Tessin nun bleibt, ist die seit Anfang 2014 geltende, CO2-basierte Bonus- Malus-Regelung der Motorfahr- zeugsteuer. Aktionsplan «via electra» «Um der Elektromobilität Vor- schub zu leisten, braucht es aber gezielte Förderprogramme und einen raschen und sinnvollen Ausbau der Schnellladestationen entlang der Autobahnen und an neuralgischen Standorten wie in Einkaufszentren oder Parkhäu- sern vorsehen. Zudem soll die Grundlage geschaffen werden, dass ein möglichst einheitliches Abrechnungssystem für die Lade- säulen aufgebaut werden kann. Auch sollen beim Neubau oder bei der Renovation von Parkieranla- gen vorbereitende Installationen vorgeschrieben werden, die eine spätere Nachrüstung mit Ladeein- richtungen erleichtern. Detailarbeit nötig Das Kaufanreizprogramm baut auf drei Massnahmen auf. Diese umfassen beispielsweise die For- derung nach der landesweiten Einführung eines Bonus-Malus- Systems bei der Anschaffung von Neuwagen. Dabei sollen die Mehreinnahmen von umweltbe- lastenderen Wagen den Bonus der umweltschonenderen Wagen decken, für die öffentliche Hand also kostenneutral ausfallen.Eine vor allem Kaufanreize», sagt Pif- faretti. Letztere wirken am effizi- entesten, wenn sie kantonsüber- greifend wären, ist er überzeugt. Entsprechend wenig Verständnis können Piffaretti und der Verband Swiss eMobility für die Entschei- dung des Bundesrates von Mitte Mai aufbringen, auf die Erarbei- tung eines Masterplans für eine sinnvolle Entwicklung der Elek- tromobilität zu verzichten. Aber Swiss eMobility liess sich vom steifen Gegenwind nicht irri- tieren und suchte nach Auswegen. Als Resultat hat der Verband einen eigenständigen Massnahmenplan erarbeitet: «via electra». Dieser alternative Masterplan soll über den Gesetzes- und Verordnungs- weg auf den verschiedenen po- litischen Ebenen zur Umsetzung gebracht werden. Es handelt sich konkret um elf Massnahmen zu den beiden Themen Infrastruktur, insbesondere Ladestationen, und Kaufanreize. Auf die Entwicklung der In- frastruktur beziehen sich acht Massnahmen, die unter anderem VIA ELECTRAPODIUM

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