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Auto Illustrierte 07 2015 - Keine Beifallsstürme: Fiat Bravo (2007–2014)

78 AUTO-ILLUSTRIERTE 07|15 OCCASION BEGRENZTE BEIFALLSSTÜRMETEXT: MICHAEL LUX FOTOS: FIAT Der Fiat Bravo schaut hübscher aus als seine Vorgänger.Aber als Occasion glänzt auch er nicht gerade mit überragender Halt- barkeit – besonders Fahrwerk und Lenkung machen oft Zicken. Der Experte sagt »Ölverlust und Fahrwerksprobleme wie ausgeschlagene Kugelbolzen machen dem Fiat Bravo zunehmend zu schaffen. Dafür ist Rost an tragenden Teilen selten und die Ersatzteile sind relativ günstig – wie der Bravo an sich. Jürg Stauber Leiter der Prüfstelle im Technischen Zentrum TCS, Volketswil FIAT BRAVO (2007–2014) D as Gute vorweg: Ganz so bieder wie die erste Bravo- Generation, deren fünftü- rige Variante noch Brava hiess, wirkte Fiats Typ 198 nicht mehr. Und bei der Verarbeitungsquali- tät im Innenraum legte die zweite Generation, die es wiederum nur als Fünftürer gab, ebenfalls eine ordentliche Schippe drauf. Aus- serdem wuchs der Kofferraum im Vergleich zum direkten Vorgänger namens Stilo (2001–2007) um fast 100 Liter. 400 bis 1175 Liter – das kann sich im Kompaktseg- ment nach wie vor sehen lassen. Das war es dann aber auch schon mit den guten Nachrichten. Denn als Gebrauchter strahlt das Licht des Bravo weniger hell. Doch bevor wir mit der Mängel- Litanei loslegen,noch ein Wort zu Motorisierungen und zum Ange- bot: Ab rund 6500 Franken sind Occasionen mit 100000 Kilome- tern oder weniger zu haben. Am häufigsten stösst man bei der Suche auf den 1,4-Liter-Turbo mit 120 PS – eine gute Wahl, was Zugkraft und Verbrauch angeht. Auch die stärkeren Leistungsstu- fen des Triebwerks sind durchaus empfehlenswert. Nur die 90-PS- Version ist etwas schwach auf der Brust. Richtig Spass macht da- gegen der 190-PS-Diesel mit 1,9 Litern Hubraum und 320 New- tonmetern, der ebenfalls weit verbreitet ist. Mit 7,6 Litern auf 100 Kilometer genehmigt er sich aber mehr,als man erwarten wür- de. Und unter 7500 Franken wird er selten ausgeschrieben. Da der Bravo erst im vergangenen Jahr ausgelaufen ist, sind auch noch fast neuwertige Occasionen im Umlauf. Die schlagen dann aber teilweise mit bis zu 18000 Fran- ken zu Buche. Wer übrigens un- bedingt einen Bravo mit Automat möchte, kann unter Umständen lange suchen. Denn das automa- tisierte Schaltgetriebe wurde nur bis 2010 angeboten; entsprechend selten findet man solche Fahrzeu- ge. Besonders geschmeidig arbei- tete es ohnehin nicht. Prüfer sehen Rot Wo soll man beim Bravo bloss anfangen? Am besten mit den Stärken – die Liste ist wesentlich kürzer: Rost an tragenden Teilen kommt äusserst selten vor. Die Kraftstoffanlage macht wenig Ärger, und die Bremsschläuche und Leitungen sind haltbar. Die grösste Schwachstelle stellen die Vorderachs- und Spurgelenke dar, die häufig ausgeschlagen sind. Bei über Fünfjährigen tritt ausserdem verstärkt Ölverlust auf. Licht- und Auspuffanlage tau- chen in Mängelberichten eben- falls häufig auf. Und, ach ja, die Bremsen sind meist auch nicht besonders. Vorsicht gilt darüber hinaus bei Modellen des Jahr- gangs 2007: Wegen einer fehler- haften Schweissverbindung zwi- schen Radnabenhaltebügel und Achskörper kann es zum Bruch des Haltebügels kommen. Die Fahrzeuge mit den Seriennum- mern ZFA19800004 007493 bis …044543 wurden daher zurück- gerufen. Also nachfragen, ob die Reparatur gemacht wurde. Kenn- zeichen für die Durchführung: ein weisser Lackpunkt links an der Hinterachse. Zu Bravorufen reisst der kompakte Fiat also nicht hin.Wer einen Kauf erwägt, sollte lieber ganz genau hinschauen. ■

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