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Auto Illustrierte 06 2015 - Treue Seele: Opel Corsa D (2006–2014)

94 AUTO-ILLUSTRIERTE 06|15 OPEL CORSA D (2006–2014) EINE WAHRHAFT TREUE SEELETEXT: MICHAEL LUX FOTOS: OPEL/ARCHIV Mit dem Corsa D kann man als Occasion wenig falsch machen. Das Angebot reicht vom sparsamen Diesel bis zur OPC-Version. Gerade bei Letzterer sollte man aber auf die Bremsen achten. U nter den Kleinwagen-Oc- casionen tummeln sich bekanntlich ziemlich vie- le faule Früchtchen, die mit mehr oder minder versteck- ten Mängeln aufwarten. Da bildet der Opel Corsa eine rühmliche Ausnahme – das gilt vor allem für den 2014 abgelösten Corsa D. Während die Vorgänger Corsa B und C langsam in die Jahre kom- men und das ein oder andere Zip- perlein entwickeln, steht er meist noch gut im Saft. Die 2006 ein- geführte vierte Generation bietet dank 15 Zentimetern Längenzu- wachs ausserdem mehr Platz und fährt sich obendrein komfortabler als die früheren Modelle. Nur bei der dreitürigen Variante wird es aufgrund der flachen, coupéhaft gezeichneten Dachlinie mit der Kopffreiheit etwas eng. Das Gebrauchtwagenange- bot ist gross, die Preise variie- ren aber je nach Motorisierung zum Teil massiv. Anständige Oc- casionen mit 50000 bis 100000 Kilometern Laufleistung kosten zwischen 5000 und 7000 Fran- ken. Mit Abstand am häufigsten im Angebot: Der 1,4-Liter-Benzi- ner mit 90 PS, der einen guten Kompromiss aus Fahrleistungen und Verbrauch darstellt. Wem die leichte Anfahrschwäche nicht allzu viel ausmacht, der ist mit dem 90 PS starken 1.3 CDTi aus der Kooperation von GM und Fiat ebenfalls gut bedient. «Fin- ger weg!» heisst es beim rauen und arg zugschwachen 1,0-Liter- Dreizylinder mit 60 PS. Wem der Sinn nach mehr Leistung steht, muss für den 150 PS starken GSi meist noch ein oder zwei Tausen- der drauflegen. Dasselbe gilt für den ab 2007 aufgelegten OPC mit 1,6-Liter-Turbo und 192 PS. Bei jungen Gebrauchten verdoppelt sich schnell der Preis: Modelle ab 2013 können locker noch 15000 aufwärts kosten – natürlich bei entsprechend wenig Kilometern. Fast ohne Fehl und Tadel Ganz gleich, für welche Motorva- riante man sich beim Occasionen- kauf entscheidet: Grundsätzlich kann man beim Corsa fast nichts falsch machen. Im Gegensatz zu den Vorgängern sind Fahrwerk und Lenkung beim Corsa D meist noch top. Auch an der Lichtan- lage gibt es selten etwas zu mä- keln.Noch wichtiger: Rost ist kein Thema – weder an den tragenden Teilen noch an der soliden Aus- puffanlage. Das Kraftstoffsystem fällt ebenfalls nicht negativ auf. Einzig die Bremswirkung wird in Prüfberichten häufiger als im Durchschnitt bemängelt. Model- le der Jahrgänge 2010 und 2011 wurden ausserdem wegen eines möglichen Defekts am Zahnseg- ment des Handbremshebels zu- rückgerufen, da dieses sich teil- weise nicht mehr richtig arretie- ren liess. Wurde der Fehler in der Werkstatt behoben, sollte der He- bel mit einem weissen Lackpunkt markiert sein. Abgesehen von ge- legentlichen Elektronikaussetzern war es das dann aber schon. Was soll man da noch sagen, ausser: Zugreifen, solange Preis und Mo- torisierung passen! ■ Der Experte sagt »Qualitativ ist der Corsa D klar besser als die Vorgänger – auch als Occasion. Rost findet man selten, nur am Radkasten hinten rechts, wo sich beim Tankstutzen Schmutz sammelt, findet er Nahrung. Ansonsten ist die Baureihe trotz der langen Produktionszeit noch relativ unauffällig. Jürg Stauber Leiter der Prüfstelle im Technischen Zentrum TCS, Volketswil OCCASION CORSA A Der 1982 eingeführte Corsa A gilt als erstes Kleinwagen-Modell von Opel und hat teilweise schon Veteranen-Status.

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