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Auto Illustrierte 06 2015

06|15 AUTO-ILLUSTRIERTE auch im Zuge der Überarbeitung in allen anderen Modellen OnStar in Europa ein. Jedes Fahrzeug erhält dazu ein Mobilfunkmodul, einen GPS- Empfänger und eine blaue Taste am Innenspiegel,die auf Anforde- rung innert sieben Sekunden eine Verbindung mit einem freien Ope- rator im Callcenter aufbaut. Bei einem Unfall werden automatisch vom Auto aufgezeichnete Daten sowie Position und Kennung des Fahrzeugs an die Rettungskräfte übermittelt. Dann ruft der Opera- tor von sich aus an, um mit den Passagieren in Kontakt zu treten. Ein Anachronismus in Zeiten voll- automatisierter Anrufzentralen, in denen Computer die Hörer ab- nehmen? Nicht für Sara Nichol- son: «Mit persönlichem Kontakt stärken wir die Kundenbindung. Und bei Notfällen können nur re- ale Menschen glaubhaft beruhi- gen, beraten und zum Durchhal- ten motivieren, bis Hilfe kommt.» Unterstützt werden die Opera- toren aus der Zentrale im GM- Hauptquartier in Detroit. Faszi- nierend, wenn man bei einem Besuch am frühen Morgen be- obachten kann, wie die USA von Ost nach West hin aufwachen; er- kennbar an den blauen Punkten, mit denen jeder OnStar-Anruf auf einer Karte markiert wird.Ausser- dem verfolgen die Mitarbeiter die Nachrichtenlage und den Wetter- bericht, um mögliche Gefahren- quellen im Verkehr schon frühzei- tig zu erkennen. Rundum-sorglos-Service Das OnStar-Angebot beschränkt sich aber nicht nur auf Notfall- hilfe. Die Operatoren kontaktie- ren Kunden, um sie über anste- hende Wartungsarbeiten oder Rückrufaktionen zu informie- ren. Wer seinen Wagenschlüssel verloren hat, kann sein Auto per Smartphone-App von OnStar öff- nen oder verriegeln lassen; ein gestohlener Wagen kann geortet und stillgelegt werden, sobald der Dieb ihn abstellt. Das System integriert WiFi ins Auto, und per Anruf lässt sich abfragen, ob laut bordeigenem Fehlerspeicher alles in Ordnung ist mit dem Fahrzeug. Und schliesslich kann man dem Operator auch sein Fahrtziel nen- nen und sich von ihm das Navi programmieren,ein Hotelzimmer oder einen Restauranttisch reser- vieren lassen. Kontakt zu OnStar kann auch per Smartphone-App oder ganz banal per Telefon auf- genommen werden. Natürlich haben wir auf einer Testrunde durch Detroit keine Zündkerzen herausgedreht, um die Zuverlässigkeit des Fahrzeug- Checks zu prüfen. Aber uns ganz faul mehrfach das Navi program- mieren und den Wetterbericht durchgeben lassen. Oder einen Schwatz gehalten. Funktioniert. Derzeit entsteht im britischen Luton ein Callcenter für Euro- pa. Bei der Markteinführung wird die Schweiz ganz vorn mit dabei sein; OnStar wird ab Mitte Jahr sukzessive über alle Modelle hinweg verfügbar sein. Zunächst ein Jahr auf Probe; danach kann der Dienst gegen eine monatliche Gebühr abonniert werden. Deren Höhe steht aber noch nicht fest. Einfach werde die Markteinfüh- rung nicht,sagt Nicholson.Ziel sei es, jeden OnStar-Kunden überall auf der Welt in seiner Mutterspra- che anzusprechen. In den USA langte Englisch; nun müsse eine Sprachführung in das System im- plementiert werden. Damit nicht Schweden oder Schweizer verse- hentlich dem falschen Operator zugeordnet werden. Und aus- serdem eine «Privacy-Taste», mit der man das Auto der GPS-Ortung entziehen kann: In der Hinsicht seien Europäer «sehr sensibel».■ »Ein Assistent für alle Lebenslagen – vor allem, wenn man Hilfe braucht. Ein Piktogramm für jeden Funk- tionsbereich: OnStar bietet Sta- tuscheck fürs Fahrzeug, WiFi, Navigation, eine Notruffunktion, Ortung und Stilllegung gestohle- ner Fahrzeuge über die Zentrale und Ent- und Verriegelung per Fernbedienung (v.r.n.l.). Die sogenannte «Privacy-Taste», mit der man sich der GPS-Verfolgung entziehen kann, gibt es nur in Europa (ganz links). In der Zentrale in Detroit laufen die Fäden zusammen: Auf dem grössten Monitor markieren blaue Punkte jeden einzelnen Anruf. 93

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