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Auto Illustrierte 06 2015

8 AUTO-ILLUSTRIERTE 06|15 F erien können zur ernsten Angelegenheit werden. Eine Nacht auf dem Cam- pingplatz – für mich zu- gegebenermassen keine rosige Aussicht. Die Romantik ei- ner Nacht im Zelt erschliesst sich mir nicht wirklich. Klar, bei schö- nem Wetter und lauen Sommer- lüften kann das durchaus reizvoll sein, aber danach sieht es leider nicht aus. Und vom Schlafen auf hartem Untergrund schmerzt mir sowieso der Rücken. Soll Kollege Lux mal sein Zelt aufschlagen,ich nehme mir lieber eine Hotelsuite auf Rädern mit auf den Camping- platz in Solothurn. Nicht einfach ein normales Wohnmobil. Heute darf es ruhig ein wenig exklusiver sein. More- lo Palace – klingt genau richtig. Zum Glück gönnt mir mein Füh- rerschein auch Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen, denn die rollende Villa bringt schon leer knapp fünf Tonnen auf die Waa- ge. Mit 170 Diesel-PS schwimmt sie dennoch locker im Verkehr mit. Gefederter Sitz, komfortab- les Fahrwerk – der Luxuscamper gleitet geradezu über die Strasse. Sogar der Geradeauslauf ist in Anbetracht des hohen Aufbaus durchwegs gut. Dank automa- tisiertem Getriebe brauche ich mich nicht einmal um die Schal- terei zu kümmern. So bleibt we- nigstens genug Zeit, sich an die Abmessungen zu gewöhnen. 2,40 Meter breit und 8,33 Meter lang, dazu ein ausschwenkendes Heck. Lux ohne Luxus Ich freue mich! Endlich mal wie- dercampen.SchonalsKindersind wir jeden Sommer mit den Eltern im alten Benz losgezogen. Drei Wochen Ferien im Hauszelt an der französischen Atlantikküste oder durchs damals noch kommunis- tische Jugoslawien bis nach Grie- chenland. Später dann mit den Kumpels im Zweimannzelt 1200 Kilometer bis runter nach Kroa- tien. Ein Laib Brot und ein Stück Bündnerfleisch als Wegzehrung reichten völlig. Luxuscamper, pah! Wer braucht denn so was? Höchstens das Weichei Aeberli. Mein Sackmesser ist schon ge- wetzt, das Bier in der Kühlbox verstaut. Und unten in der Tief- garage wartet der Testwagen, ein brandneuer Jeep Renegade. Der Clou: Das passende Zelt für den Campingurlaub liefert Jeep gleich mit – gegen Aufpreis, versteht sich. Das Iglu für schlap- pe 640 Franken soll sich direkt an die Heckklappe des Mini-SUV anbauen lassen. Bin gespannt, ob das funktioniert! Wunderbar klappt schon mal das Verstauen der wichtigsten Camping-Utensi- lien: Zwei Klappstühle,Gaskocher, Töpfe und – wichtig! – Gummi- stiefel verschwinden problemlos im Unterbodenfach.Bleiben noch fast 1300 Liter Stauraum fürs rest- liche Gepäck. Da könnte man lo- cker noch ein paar Kollegen ein- packen.Überladen sollte man den Renegade allerdings nicht. Denn zumindest der 1,4-Liter MultiAir mit 140 PS ist kein Ausbund an Zugkraft. Aber wenn er einmal rollt, dann rollt er. «Papa was a rolling stone!», das Kopfkino spielt schon wieder die passende Hintergrundmusik für den Road- trip, während ich auf der Auto- bahn Richtung Solothurn dahin- brause. «Moment mal! War das auf der rechten Spur nicht eben Kollege Aeberli am Steuer dieses fahrenden Einfamilienhauses?» Was für ein Ungetüm. Na, dann viel Spass beim Parkieren! Rich- tig übersichtlich ist der Jeep zwar auch nicht, aber auf dem Cam- pingplatz ist momentan ohnehin nicht viel los – es regnet heute bestimmt noch. Gut, habe ich die Gummistiefel eingepackt. Platz da, aus der Bahn! Zum Glück ist der Campingplatz grosszügig gebaut, und uns wur- de ein geräumiger Kiesplatz zuge- wiesen. Trotz guter Rundumsicht vom hohen Thron und Rückfahr- kamera: Beim millimetergenauen Camping-Urlaub in unterschiedlichen Dimensionen: Gegen den acht Meter langen Luxuscamper mutet der Jeep Renegade beinahe winzig an. Während Redaktor Michael Lux sich beim Zeltaufbau abmüht, hat Kollege Philipp Aeberli mit dem Morelo wenig zu tun – und gut lachen. Das Unterbodenfach des Renegade schluckt das meiste Camping-Gerät. Da bleibt noch viel Raum fürs Handgepäck. »Im Jeep-Zelt kommt echtes Camping-Feeling auf – und schöne Erinnerungen. AM START|LUXUSCAMPER ODER JEEP?

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