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Auto Illustrierte 06 2015

49 06|15 AUTO-ILLUSTRIERTE Spiel mit mir! Der Mini John Cooper Works ist liebevoller gestaltet. Es zählt das Erleb- nis, nicht der reine Speed. Auch wenn der zur Genüge bereit steht. Bequeme Sitze mit gutem Seiten- halt, chic platzierte Armaturen und optionale Automatik: Design und Komfort werden der Sportlichkeit nicht geopfert. S low food, fast car. So das Motto bei der ersten Kontaktaufnahme mit dem Mini John Cooper Works. 231 Gramm Fleisch symbolisieren ebenso vie- le Pferde unter der Haube. Vier Stück Speck für vier griffige Rei- fen garniert mit feinem Gemüse für das Gewissen und die Augen, quasi die sportlichen Anbauteile. Fertig ist der fette, aber bekömm- liche Burger. Passt ein derartiger Batzen zum stärksten Mini aller Zeiten? Von «deftig» ist der frei- lich weit entfernt, was das Daten- blatt mit einem Leergewicht von gut 1200 Kilogramm belegt. Aber gross ist er halt schon geworden, der kleine Mini. Das Raumgefühl mit dem langen Instrumententrä- ger und der weit nach vorne gezo- genen Dachlinie verstärkt dieses Gefühl. Aber: Es steht eben auch «John Cooper Works» drauf. Und das Kopfkino spielt sofort wild um die Kurve hetzende Minis auf den Sonderprüfungen der Rallye Mon- te Carlo in den 1960ern ein. Auf einen derartigen Legenden- status kann der neue Kraftzwerg aus Rüsselsheim nicht bauen.Der Corsa OPC wird vielleicht von Fans und Kennern geliebt, doch eine Legende wie der schnelle Mini ist er nicht. Oder vielleicht: Noch nicht. Fast zeitgleich zum neuen Sport-Mini lanciert Opel den neuen Über-Corsa. Mit nur gerade knapp 1300 kg und 207 PS dank 1,6-Liter-Turbo gibt er sich alles andere als bescheiden. Da wird das optionale Performance- Paket für 3300 Franken schon fast zur Pflicht – 18-Zoll-Felgen mit Michelin-Sportreifen, verstärkte Bremsanlage von Brembo und eine mechanische Sperre an der Vorderachse. Auf zur Kurvenhatz! Scharf und schärfer Auf den ersten Metern muss der Corsa erstmal klein beigeben. Denn der Mini rollt mit optio- nalem Automatikgetriebe für die erste Testrunde an den Start. Das macht ihn im Sprint noch- mals zwei Zehntel schneller, nur 6,1 Sekunden vergehen bis 100 km/h. Der Sechsgänger ist ein konventioneller Wandlerautomat. Das mag in diesem Umfeld nicht besonders sexy wirken, erfüllt seinen Zweck aber einwandfrei. Für flotte Kurvenstrecken emp- fiehlt sich der manuelle Modus. Er schaltet schnell und sauber hoch und mit etwas gar dezen- ten Zwischengasstösschen wie- der runter. Für Puristen dürfte die Handschaltung im kleinen Sportler aber erste Wahl bleiben. Der Corsa bietet in dieser Hinsicht nur eine Option: Manuelle Sechs- gangschaltung. Die Schaltwege sind kurz und knackig und die Pedalen liegen eng beieinander, was sportliches Herunterschal- ten mit Zwischengas erleichtert. Es sind eben die Details, in denen man wahre Sportler erkennt. De- ren zwei trüben das Erlebnis aller- dings auch ein wenig: Zwischen zweitem und drittem Gang dürf- te der Schalthebel etwas exakter geführt sein. Der Schaltknauf an sich liegt ebenfalls nicht ganz op- timal in der Hand. Kleinigkeiten, an die man sich schnell gewöhnt hat.Was wirklich zählt in den kleinen Spassmaschi- nen, ist doch eh nur die nächste Kurve. Beim Anbremsen beissen beide kräftig zu. Das überrascht beim Corsa noch mehr als beim Mini, denn das Bremspedal fühlt »Was wirklich zählt in den kleinen Spassma- chern, ist eh nur die nächste Kurve.

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