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Auto Illustrierte 06 2015

44 AUTO-ILLUSTRIERTE 06|15 RENDEZVOUS|MERCEDES MARCO POLO Keine Küche.Aber die zwei Doppelbetten sind auch im Marco Polo Activity an Bord. »Robuster und günstiger auf Nutzfahrzeug-Basis. SPONTAN SCHLAFEN Für das luftige Raumgefühl sorgt das mit Goretex-ähnlichem Gewebe bezogene Aufstelldach; entweder per Hand hochgedrückt, oder über ein kleines Steuergerät zwischen den Vordersitzen elek- trisch bedient. Eingenähte Stäbe sorgen für sauberes Zusammen- legen und weil das niedere Ende jetzt sieben Zentimeter höher auf- ragt, können sich auch endlich Grossfüssige im Hochbett umdre- hen. Dessen Lattenrost verfügt über Lastwagenkojen-Hightech und wird wie der Innenraum von LEDs beschienen. «Maximal 160 Kilogramm, bitte», sagt Fischer. Unten lässt sich die Rücksitz- bank zum zweiten Doppelbett umbauen. Sitze flachlegen, aus den Seitenwangen entweicht die Luft. Die Liegefläche passt vor al- lem Futonschläfern – angenehm hart; selbst ausprobiert und wie neugeboren erwacht. Und dann diese Details: Die Standheizung, die man demnächst auch per App wird fernbedienen können. Das Heckfenster lässt sich zum Lüften – diese Pastadämpfe – separat öffnen, wenn auch nicht von in- nen.In den Softtouch-Schubladen scheppern weder Teller noch Be- steck. Und mit einer Ladung des 95-Ah-Akkus hält die Kühlbox bei minus 20 Grad Celsius 12 Stun- den die Anglerbeute frisch. Nach- geladen wird langsam während der Fahrt oder schneller an der Steckdose. Zwei Tanks fassen 38 Liter Frisch- und 40 Liter Abwas- ser. Behelfsmässig wirkt nur der Cockpitvorhang als Sichtschutz. Ach ja, fahren könnte man na- türlich auch.Drei Turbodiesel mit 136, 163 oder 190 PS sind liefer- bar; dazu beim stärksten ab so- fort, bei den beiden anderen ab Herbst auch Allrad. Im Gegensatz zum Vorgänger bleibt mit dem 4x4 die Fahrzeughöhe bei 198 Zentimetern – praktisch, jeder Marco Polo passt ins Parkhaus. Das PW-ähnliche Cockpit treibt jeden Nutzfahrzeug-Eindruck aus, bevor den Gelegenheits-Camper- fahrer bergab mächtiges Schieben über die Vorderräder an die 300 Kilogramm Mehrgewicht des voll ausgebauten Marco Polo erinnert. Allein deren 120 stecken dabei im Dach.Aber der Gewöhnungseffekt setzt schnell ein und man lernt die langen, weichen Federwellen, mit denen ausgeschlagene Strassen E ssen lässt sich ja überall auf- treiben und ein EimerWasser für die Katzenwäsche findet sich auch. Aber ein ordentliches Bett? Nicht ganz einfach. Für Spontanschläfer auf der Renn- strecke, am Segelflugplatz oder beim Familienausflug lässt sich der Marco Polo auch als Activi- ty ordern – ohne Küchenschnick und Nobelschnack, aber mit der gleichen Bettentechnologie und manuellem Ausstelldach. Vorteil: Kostet in der Basis rund 10000 Franken weniger und lässt sich im Alltag als gemeiner Klein- bus oder Lastenträger nutzen.Ein wenigLuxusgönntMercedesauch dem Activity; Cupholder, 12-Volt- Steckdosen, LED-Lampen. Aber insgesamt wirkt er doch robus- ter als der edle Marco Polo. Und damit vielleicht noch einen Tick familientauglicher. Technisch basiert er nicht auf der V-Klasse, sondern der Nutz- ausgeglichen werden, zu schät- zen. Wie war das: Wie lange kön- nen wir einen Testwagen haben? Wir kochen auch nicht drin, ver- sprochen. ■ »Das PW-ähn- liche Cockpit treibt jeden Nutz- fahrzeug-Eindruck sofort aus. In gedämpften, sehr präzise laufenden Schubladen wird Küchenkram verstaut. Auch da scheppert nix. Einfach aufklappen: Unter dem Zwischenboden statt in der Hecktüre verbergen sich Tisch und Stühle. Zwei Personen trägt das Bett unter dem Ausstelldach. Licht liefern LEDs, Luft schliessbare Öffnungen. fahrzeugvariante Vito, weshalb die Antriebspalette deutlich breiter aufgestellt ist; von zwei 1,6-Liter-Turbodieselmotoren mit 88 oder 115 PS bis zu den 2,2-Litern mit 136, 163 oder 190 PS. Erstaunlich: Zur Wahl stehen Front-, Heck- oder Allradantrieb; man kann sich sein Freizeitmo- bil also so zurecht konfigurieren, dass man sich vom Alltagsauto – so man das überhaupt noch braucht – nur minimal umstellen muss. Manuelle und Automatik- getriebe sind lieferbar; ausserdem zahlreiche Fahrassistenten, die je nach Fahrpraxis mit solch einem Trumm sinnvoll sein können. Selbst das Parkieren kann man dem Auto überlassen. AF ■ Andreas Faust sagt »Wenn der Marco Polo schon hartnäckigste Campingmuffel zu positiven Kommentaren verleiten kann, dann muss ja was dran sein am rollenden Hotelzimmer von Mercedes. Vor allem überzeugen der hohe Verar- beitungsstandard und die zahlreichen pfiffigen Details. Für einmal eine Modell- Neuvorstellung, bei der es zunächst einmal fast zweitrangig ist, wie sie fährt. Sehr komfortabel übrigens.

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