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Auto Illustrierte 06 2015

06|15 AUTO-ILLUSTRIERTE Gleichzeitig beklagt die Branche aber sinkende Verdienste. Es ist für uns eine sehr unschöne Geschichte. Preisverschiebungen passieren ja immer wieder, aber bei Verschiebungen nach unten heisst es immer: Der Garagist gibt den Preis nicht weiter. Dabei gibt ein Garagist immer die Preissen- kungen weiter; oft sogar mehr, als er müsste. Unsere Mitglieder geben oft von ihrer Marge ab, damit das Geschäft gut läuft. Damit müssen die Garagisten in absoluten Zah- len wohl Abschläge hinnehmen. Heisst: Die Garagisten zahlen die Zeche für die Rabattaktionen? Der Händler steht am Ende der Handelskette. Und er ist derjeni- ge, der mit seinen zum höheren Preis angeschafften Vorführwa- gen in Vorleistung geht. Leider sind manche Hersteller in dieser Hinsicht kaum zu Konzessionen bereit. Der Markt hat im Frühling stark angezogen – dank der Rabatte? Das muss man differenziert betrachten. Wer sehr aggres- Kundendienstberater: Autointer- essierte Jugendliche finden sich schon, aber längst nicht jeder ist auch fähig, die Ausbildung erfolg- reich abzuschliessen. Die Importeure verlangen steti- ge Investitionen, um die Garagen auf Stand zu halten. Kann da je- der Garagist mitgehen? Nein. Der Trend zu höheren Standards in Präsentation, Showroom und Werkstatt ist ungebrochen. Hinter der Forde- rung nach Investitionen steckt teils auch ein beabsichtigter Aussortierungsprozess. Die Ga- ragisten rechnen, ob sie die Kos- ten wieder verdienen können. Und wenn nicht, dann gehen sie in eine tiefere Vertriebsstufe und werden zum Lokalhändler. Dieser Trend zeichnet sich seit zwei, drei Jahren ab. Wie haben die Garagisten selbst auf die Wechselkurssituation reagiert? Wir haben keine Rückmeldun- gen, dass Personal entlassen würde. Über die Sozialpartner siv agiert, verkauft auch sehr gut. Andere hinken hinterher. Eine Rolle spielt der mögliche Aufstieg zu höher positionier- ten Marken, mehr Leistung oder besserer Ausstattung: Man kommt fürs gleiche Geld in die höhere Liga. Ist der Markt angesichts der Preisaktionen der Importeure für den Kunden noch transparent? Ich glaube, der Kunde ist heute dank des Internets sehr gut in- formiert. Er fragt seinen Stamm- garagisten, vielleicht noch zwei, drei weitere Betriebe und wägt dann ab zwischen Topservice in der Stammgarage und dem besten Preis. Viel bedeutender als der Wettbewerb zwischen ist derzeit der Wettbewerb inner- halb der Marken. Wie sehen Sie sich als Verband zwischen Importeuren und Händ- lern – als Mittler oder Interes- senvertreter? Ganz klar als Interessenvertre- ter der Garagisten. Wir versu- chen, über Dienstleistungen, in Aus- und Weiterbildung und mit Hilfestellungen im Ta- gesgeschäft unsere Mitglieder optimal zu positionieren. 21 »Bedeutender als der Wett- bewerb zwischen ist der innerhalb der Marken. würden wir dies auch frühzeitig erfahren. Aber manche Mitglie- der sparen schon beim Perso- nal – wer geht, wird manchmal nicht ersetzt. Sind längere Arbeitszeiten ein Thema? Die Idee gibt es, aber in der Flä- che wird es nicht praktiziert. Viele führen Jahresarbeitszeit- konten ein – längere Tage zu saisonalen Spitzen wie beim Pneuwechsel, kürzere in den ru- higen Phasen. Aber real verdie- nen die Betriebe einfach weni- ger. Wir hatten letztes Jahr einen Cashflow von 1,5 Prozent, das ist miserabel. Der Kunde profitiert, nicht der Garagist. Mussten in den letzten beiden Krisen Betriebe aufgeben? Unsere Mitgliederzahl liegt kon- stant um die 4000. Schwankun- gen ergeben sich weniger wegen Schliessungen, sondern durch Konzentration: Gruppen über- nehmen Garagen. Das konsoli- diert in Einkauf, Administrati- on und bei der Personalsitua- tion. Den Betrieb vor Ort gibt es noch, er wird aber in einer stärkeren Gruppe als Mitglied geführt.

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