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Auto Illustrierte 06 2015

06|15 AUTO-ILLUSTRIERTE dere Welt.Das Interieur des LaFer- rari reizt mit Qualität und Luxus. Der dumpfe Aufschlag der schlie- ssenden Türe, die Verarbeitung, das Styling,die Materialien lassen die Eiseskälte und Grobschläch- tigkeit sichtbarer Kabel und ent- blösster Befestigungen im Enzo deutlich hervortreten. Die fest verankerten Sitze er- zwingen ein etwas anderes Ritual als üblich, um es sich bequem zu machen. So zieht man das etwas eigenartig geformte, aber griffige Lenkrad und die Pedalen zu sich heran, statt sich auf Sitzschienen richtig zu platzieren. Beim Start erinnert ziemlich wenig an den Bombast des Enzos, doch an der Potenz des hinter den Fahrer- schultern liegenden Triebwerks zweifelt man keine Sekunde. Wie beim Enzo verlangt das Anfahren nur geringen Aufwand – Bremse treten, Gang einlegen und die rechte Pedale behutsam streicheln.Das Doppelkupplungs- getriebe geht es viel geschmeidi- ger und entschiedener an und be- schleunigt wird ungleich sahniger und elastischer. Die Bedienung geht viel ruhiger und intuitiver vonstatten als im Enzo – obwohl die Lenkung leicht schwergän- giger ist; sie erinnert an die des 458 Speciale. Der LaFerrari fühlt sich insgesamt gelockerter, ge- schmeidiger und weniger krib- belig als sein älterer Bruder an. Die Dämpfung bietet ein satteres Gefühl und mehr Kontrolle – der Generationensprung ist schon in den ersten Metern fühlbar. Die Struktur wirkt rigider, was zusammen mit dem enorm ver- besserten Lärmniveau, weniger Vibrationen und ausgewogenerer Härte den LaFerrari zum harmo- nischeren Auto macht. Fast ket- zerisch, einen solchen Boliden für Komfort und Dämmung zu preisen, doch genau da liegt der Clou des LaFerraris. Irgendwie filtert es nur das Unerwünschte heraus – alles andere wird un- verwässert an den Fahrer weiter- gegeben. Jederzeit spürt man die Stellung der Räder, ab welchem Punkt sie an Haftung verlieren und wie stark die Federung gera- de arbeiten muss. Und noch eine Erkenntnis: Im LaFerrari fühlt man, dass aktuelle Antischlupfre- gelungen und Stabilitätskontrol- len den Fahrer eher vollenden als einschränken; sie kommen nie in die Quere, erlauben relativ weite Driftwinkel – kurz: Sie reduzie- ren Risiken, verlangen vom Fah- rer aber immer noch Können und Übung, um das Auto optimal zu bewegen. Werde ich alt? Aber ich habe während der ganzen Fahrt die Antischlupfregelung kein ein- ziges Mal ganz abgeschaltet. War nicht nötig. 111

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