Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Auto Illustrierte 03 2015

87 03|15 AUTO-ILLUSTRIERTE D er Seat Leon FR war wie eine Lieblings-Jeans: Blau, perfekter Sitz, be- quem, passt zu jedem Outfit und wehe, sie geht verloren.Letzteres ist gesche- hen, nach 50000 Kilometern hat der Leon die Redaktion verlassen. Schade! Denn er war zu jeder Zeit das richtige Auto. Ob auf Schnee, in der Stadt, in engen Parkhäu- sern, auf deutscher Autobahn; selbst nach vielen Stunden hinter dem Steuer wurde man des Leon nicht überdrüssig. Weil er eben nicht bloss vernünftig und prak- tisch war wie so viele Kompakt- modelle. Sondern sich auch rich- tig gut anschauen liess. Scharfe Kanten, auffällige Licht-Signatur, irgendwie frisch und dynamisch: Kein Langweiler,derer es ja genug gibt im Golf-Segment. Schluss mit Lob, sonst wech- selt der Leon noch die Farbe von «Apolo blue» auf «Verlegenheits- rot». Denn auch er hatte ein paar kleine Macken. Eine davon war ganz saisonal. Nach eisigen Win- ternächten knarzte und ächzte der Kunststoff der Armaturentafel ins- besondere bei den A-Säulen. Jede noch so kleine Bewegung quit- tierte der Leon mit nervigen Ge- räuschen,bis sich der Innenraum erwärmt hatte. Als ob er seinen Unmut gegen die kalte Jahreszeit laut kundtun wollte. Im Som- mer war fertig mit der Meckerei, doch kaum fiel das Thermometer knapp unter die Nullgrad-Marke, ging es wieder los. Sonst war aber nichts zu tadeln am gut verarbeiteten Interieur. Nach 50000 Kilometern wirkten die Sitze noch wie am ersten Tag, sowohl Bezüge wie auch der Sitz- komfort.Auch die Türverkleidung im Bereich von Türöffner, Arm- auflage und Fensterheber und an- dere viel befingerte Bereiche wie- sen kaum Gebrauchsspuren auf. Jedoch sorgte der Tempomat für Diskussionsstoff. Den einen lag er intuitiv in der Hand, auf andere wirkte die Verteilung der Funktionen wie Tempo erhöhen oder drosseln unlogisch.Beschrif- tet wäre er gut, jedoch hat man keine Chance, während der Fahrt auf den Hebel zu schauen, da er sich hinter dem Lenkrad verbirgt. Ansonsten gab es bezüglich Bedie- nung keine Klagen. Klima, Navi, Radio waren einfach zu bedienen. Der Touchscreen erwies sich als gut positioniert, war bei jedem Lichtverhältnis gut ablesbar. Konstanter Antrieb Unter der Haube des Leon FR arbeitete ein 1,4-Liter-Turboben- ziner mit 140 PS. Zu Beginn des Dauertests bei knapp 3500 Kilo- metern ergab die Messung auf dem Prüfstand ein Plus von 13,1 PS. Das Drehmoment wurde mit 301,1 Newtonmetern gemessen, was ein Plus von 50 Newton- metern bedeutet. Ende des Tests harrten wir gespannt der Aus- gangsmessung – die genau die gleichen Werte ergab. 0,1 New- tonmeter mehr Drehmoment; Spanier in Italien beim Stopp in Peglio. Grosser Laderaum, mässiger Verbrauch – der Leon ging oft auf Reisen. Intuitive Bedienung, hübsche FR-Details und der angenehm hoch positionierte Navi-Monitor überzeugten im Leon-Cockpit. Mit einer Reichweite von fast 1000 Kilometern spulte der Fünf- plätzer seine Wegstrecken ohne viele Tankstopps ab.

Übersicht