Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

Auto Illustrierte 03 2015 - VOLVO XC60 BY HEICO

78 AUTO-ILLUSTRIERTE 03|15 Wischen über die Chromspange. Überzeugend. Manches Detail wirkt aber dann schon ein wenig schrullig. Beispiel Sprachsteu- erung: Will sich ein Schweizer zum «Spital» navigieren lassen, erkennt das System «Steakhouse» und lotst zum nächstgelegenen Fleisch-Restaurant. Dass das Sys- tem Helvetismen nicht erkennt,ist dann aber auch der einzige Makel. Mit «Krankenhaus» klappt es völ- lig problemlos. Bei so viel Eleganz erstaunt der rustikal zu bedienende Automa- tik-Wählhebel. Geschmeidig rollt der Caddy an und viel zu hören ist von dem Zweiliter-Turbobenziner – derzeit die einzige lieferbare Motorisierung, aber bald kommt die V-Version – dabei nicht. Am wohlsten fühlt sich der Antrieb dank auch entspannter Fahrweise. Das liegt vor allem am 6-Stufen-Automat, der auch nicht mehr ganz zeitgemäss wirkt.Soll es zügiger vorangehen, genehmigt er sich eine Gedenk- sekunde. Aber auch wenn dann der druckvolle Schub des Vierzy- linders einsetzt, klingt der ganze Antrieb nicht gerade willig. Die- sen Eindruck verstärkt noch der optionale Allradantrieb: Er bie- tet auf rutschigem Untergrund viel Traktion, doch Fahrstabilität war den Ingenieuren wohl wich- tiger als Agilität. Für winterliche Strassen keine schlechte Abstim- mung, im Gegenteil. Dabei federt und dämpft der Cadillac durchaus nach europäischem Geschmack. Europäisch handlich Der ATS widerspricht allen Kli- schees vom schwammigen Ami- Fahrwerk. In Kurven baut er nur wenig Seitenneigung auf und überrascht mit scharfem, präzi- sem Einlenken. Nur die Lenkung an sich dürfte etwas mehr Wider- stand vertragen, um nicht zu ner- vös zu wirken. Apropos Vorurteile – und der Verbrauch? Nur vier Zylinder, der kann ja nicht so durstig wie ein kapitaler V8 sein. Doch das Au- tomatik-Getriebe, das fehlende ECKEN UND KANTEN TEXT: PHILIPP AEBERLI FOTOS: RICHARD MEINERT Im Interieur spürt man das Strassenkreuzer-Erbe, im Fahrwerk das Streben nach Erfolg in Europa. Nur der Antriebsstrang des Cadillac ATS Coupé mag noch nicht rundum überzeugen. S o gross die Fangemeinde amerikanischer Model- le hierzulande auch sein mag: Ein Cadillac bleibt auf hiesigen Strassen ein Exot – und das gilt auch für das Mit- telklasse-Modell ATS. Genau des- halb könnte seine Coupé-Version durchaus ihre Chance haben. Ein edler Zweitürer darf schon etwas aussergewöhnlich wirken. Wem ein BMW 4er und ein Audi A5 zu weit verbeitet sind, um dem eigenen Individualismus gerecht zu werden – die sind des ATS Zielgruppe. Da wird die Optik zu mehr als nur einer Nebensache. Und der Vierplätzer hebt sich auf gekonnte Weise ab: Die kantige Silhouette, vertikal stehende Tag- fahrlicht-Bänder vorn und ent- sprechend gestaltete Rücklichter – sehr anders, ohne dabei effekt- hascherisch zu wirken. Mit der kühlen, technischen Eleganz der europäischen Mitbewerber kann der Ami jedenfalls mithalten. Im Innenraum – vorn sitzt man prima, nach hinten ist der Einstieg doch arg eng – domi- niert der vom Fahrer gut einseh- bare Navi-Bildschirm. Mit simp- ler, übersichtlicher Darstellung und Bedienung wirkt das System zwar wenig futuristisch, dafür umso praktischer. Besonders nett ist die haptische Rückmeldung: Wird eine Schaltfläche angetippt, bestätigt der Bildschirm per Vib- ration. Grazil und doch rustikal Dasselbe gilt auch für die berüh- rungsempfindlichen Taster unter dem Bildschirm. Die Radiolaut- stärke regelt man elegant per Redaktor sagt »Mit dem ATS stellt Cadillac ein erstaunlich europäisch wirkendes Auto auf die Räder. Trotzdem bleibt er ein Typ mit Charakter: Die kantige und geradlinige Formensprache hebt sich klar ab, dem sehr hochwertig verarbeiteten Innenraum sieht man die Herkunft im positiven Sinne an. Einziges Manko: der Verbrauch. Über 10 Liter im Schnitt sind für einen modernen Vierzylinder definitiv zu viel. »Beim Fahr- werk haben sich die Amerika- ner eindeutig gen Europa orientiert. Start-Stopp-System und immer- hin fast 1,7 Tonnen Leergewicht fordern Tribut an der Zapfsäule: 10,1 l/100 km. Immerhin, ein Vorurteil löst der so angepasste Amerikaner ein. Kein Grund für die europäische Konkurrenz, ihn nicht ernst zu nehmen. ■ TEST|CADILLAC ATS COUPÉ

Übersicht