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Auto Illustrierte 03 2015 - Preisverleihung «Best Cars» und «Best Brands» 2015

30 AUTO-ILLUSTRIERTE 03|15 AGENDA|INTERVIEW MAXIME PICAT, CEO PEUGEOT EFFIZIENZ & EMOTION TEXT: ANDREAS FAUST FOTOS: PIRMIN RÖSLI (1), PEUGEOT (1) Image, Innovationen und hoch positionierte Instrumente: Ein Gespräch mit Peugeot-Chef Maxime Picat über die künftige Ausrichtung seiner Marke. S eit Maxime Picats Amtsan- tritt als CEO von Peugeot hat die Marke wieder Tritt gefasst. Wir trafen ihn bei Peugeot Schweiz in Schlieren. ai: Sie sind seit rund zwei Jahren im Amt. Welche Massnahme war seitdem ihre wichtigste? Maxime Picat: Ich habe Mitar- beiter, Kunden, Händler und Journalisten gefragt: Wie seht ihr unsere Marke? Das Feedback war weniger eindeutig, als ich es mir gewünscht hätte. Daher war meine erste Entscheidung: Unsere Kommunikation, unsere Werbung, unsere neuen Modelle müssen in eine Richtung weisen, eine eindeutige Botschaft haben. Wir dürfen nicht Durchschnitt bleiben. Sind sie einem scharfen Marken- profil näher gekommen? Definitiv. Thermometer sind die Meinungen der Mitarbeiter und das Feedback aus der Presse. Un- sere Themen werden viel klarer dort aufgegriffen. Was ist nun der Markenkern? Wir wollen Qualität und Effizi- enz einer deutschen Premium- marke, verbunden mit franzö- sischer Emotionalität. Design, Fahrerlebnis, Qualität und Effi- zienz sind die Schlüssel. Nehmen Sie unsere Cockpits mit kleinem Lenkrad und hoch positionierten Instrumenten. Sie passen nicht für jeden. Aber wer sich dafür entschieden hat, zeigt hohe Mar- kenloyalität. Bei der Effizienz sind wir in einigen Segmenten Benchmark. Und Ihr nächstes Ziel? Wir wollen in diesen Bereichen besser sein als der Wettbewerb. Das braucht Zeit, aber die Fort- schritte sind spürbar. Mein Job ist die Beschleunigung des Pro- zesses. PSA-CEO Carlos Tavares hat die Konzernstrategie geändert. Was bedeutet das für Peugeot? Ganz brutal: Wir reduzieren von 26 auf 13 Modelle. Aber diese 13 Modelle haben schon 2014 95 Prozent unserer Verkäufe aus- gemacht. Wir werden praktisch kaum Kunden verlieren, wenn wir uns aus Nischen zurückzie- hen. Aber wir gewinnen Ressour- cen, um uns auf die Schlüssel- modelle zu konzentrieren. Vor zwei Jahren galt Ihnen der RCZ noch als Imagemodell. Ich habe meine Meinung ge- ändert. Wir haben uns in zu vielen Projekten verzettelt. Na- türlich waren wir stolz auf die CC-Cabrios und den RCZ. Aber dafür waren die damaligen Vo- lumenmodelle nicht gut genug gelungen. beendet. Unser Geschäft ist so nachhaltiger geworden. Wie wichtig ist die Schweiz für Peugeot? Wir wollen uns höher positionie- ren, und dazu ist die Schweiz ein idealer Testmarkt. Aber Ihnen fehlen SUVs und All- radantrieb. Wir werden beides künftig in un- sere Modellpolitik einbeziehen. Aber noch haben wir Nachholbe- darf in den Volumenmodellen. Darauf konzentrieren wir uns. Mit dem freien Euro-Wechsel- kurs flüchten sich die Importeu- re in Rabatte. Kann so der Markt transparent bleiben? Peugeot Schweiz hat ja mit als erster Importeur auf die Wech- selkurs-Situation reagiert. Es stimmt: Die Rabatte erschweren die Vergleichbarkeit. Aber noch muss sich der Kurs einpendeln. Rabatte sind die flexibelste Mög- lichkeit der Reaktion. Was zeigen Sie in Genf? Wir konsolidieren die Palette. Neben einem Facelift für den 208 werden wir die GT-Line in allen Modellreihen einführen. Ausserdem lancieren wir neue Motoren mit nochmals geringe- rem CO2-Ausstoss. Bei der CO2- Reduktion sind wir unter den europäischen Herstellern jetzt schon führend. ■ Wie ist Peugeot bei PSA posi- tioniert? Wir dürfen Automarken nicht anhand einer Dimension ein- sortieren. Die PSA-Marken zie- len auf unterschiedliche Kun- den und deren Bedürfnisse ab. Die Modelle stehen nicht mehr im Wettbewerb um die gleichen Kunden, wie das in den letzten Jahrzehnten oft der Fall war. Zweitens: Volkswagen ist in den letzten Jahren eine Volumen- marke geblieben, aber hat sich dennoch höher im Markt positio- niert. Wir werden der gleichen Philosophie folgen, aber mit ei- genen Prioritäten. Gibt es in Europa noch Potenzial für Peugeot? Wir haben 2014 genutzt, um das Geschäft zu stabilisieren. Wir halten in Europa weiter 6,5 Prozent Marktanteil, aber wir haben die Qualität des Ge- schäfts verbessert. Manche Mar- ken versuchen, ihr Volumen mit Tageseinlösungen zu steigern. Das ist wie eine Droge: Schwie- rig, wieder herauszukommen. Wir haben dies im letzten Jahr Maxime Picat, Peugeot-CEO Seit 17 Jahren ist der 40-jährige Ingenieur Maxime Picat bereits für PSA tätig. Ab 2008 arbeitete er für das chinesisch- französische Joint-Venture DongFeng Peugeot Citroën Automobiles; 2011 wurde er dort Generaldirektor. Seit Oktober 2012 leitet er nun Peugeot. Mit Modellen wie dem überarbeiteten 208 (o.) will er die Marke künftig höher positionieren. »Wir gewinnen Ressourcen, um uns auf die Schlüsselmodelle zu konzentrieren. Modelle haben schon 201495

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