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Auto Illustrierte 03 2015

AUTO-ILLUSTRIERTE 03|15 AM START|TAXIFAHREN IN ZÜRICH|ASTON MARTIN RAPIDE S in die Tasche greifen, als für den Sparmeister aus Japan. Sechs Pri- us und noch 20000 Franken Ur- laubsgeld, so lautet der Umrech- nungskurs. Plötzlich kommt Bewegung in die Taxifahrer-Gemeinde. Das vorderste Taxi ist weg, die übri- gen müssen aufrücken. Lautlos rollen die Hybrid-Autos weiter, ei- nige Fahrer schieben ihr Auto.Ich lasse den Zwölfender aufheulen, rolle ein paar Meter, und schon kehrt wieder Stille ein. «Wer sein Taxi liebt, der schiebt», werde ich belehrt. Das spare nicht nur Sprit, sondern schone auch An- lasser und Motor. Ich werde es mir merken und bleibe gleich im Auto sitzen. Leider steht der Rapide S per- fekt da, innen und aussen blitz- blank. Mit Putzen kann ich die Wartezeit also nicht überbrücken. Also mache ich es mir auf dem Fahrersitz gemütlich, schalte das Radio ein und lese. In den fein gepolsterten Ledersesseln könn- te man problemlos stundenlang auf Kundschaft lauern – noch ein Pluspunkt. Das Platzange- bot reicht aus, um es sich rich- tig bequem zu machen. Doch die Ruhe hält nicht lange an. Schon bald muss ich wieder vorrücken. Und diesmal ohne Hilfe der 558 Pferde unter der Haube. Die zwei Tonnen nach vorne zu wuchten, gestaltet sich dann doch ziem- lich anstrengend. Dabei in Sa- chen Eleganz mit dem britischen Schönling mithalten zu wollen: Hoffnungslos! Immerhin, die Poleposition rückt näher. Die Taxen vor mir nehmen fleissig Fahrgäste auf; schon bald bin ich an der Rei- he. Ob sich überhaupt jemand getraut einzusteigen? Oder ist die Ehrfurcht vor der Nobelka- rosse vielleicht doch zu gross? Keineswegs. Das aussergewöhnli- che Taxi verfehlt seine Wirkung nicht. Schon kurz, nachdem ich die vorderste Parkposition ergat- tert habe, nähert sich eine erste potenzielle Kundin. «Darf ich da mitfahren?», fragt Hundesitterin Anita. «Klar. Ist ja schliesslich ein Taxi», antworte ich. «Wo solls denn hingehen?» Eigentlich nirgends, gesteht die Autobegeisterte ein und kann sich die Frage nicht verkneifen, wie viele PS denn unter der Hau- be schlummern. Einsteigen, der Weg ist das Ziel. Schliesslich hat man nicht jeden Tag die Chance, in einem Aston Martin zu sitzen. Auf gehts zu einer exklusiven klei- nen Stadtrundfahrt. Ob Passanten auf dem Trottoir, Pendler im Tram oder Vertreter im Kombi: Die Köpfe drehen sich dutzendweise nach uns um, Foto- handys werden gezückt, Daumen hochgestreckt.Während der Fahrt erzählt Anita von ihrer Auto-Lei- Lieber selbst fahren, als nur gefahren werden. Nein, wir tauschen nicht. »Schliesslich hat man nicht jeden Tag die Chance, in einem Aston zu sitzen. Fachsimpeln mit den Kollegen auf Zeit. Mit dem Kofferraum punktet der Aston. Mit dem Preis können sich die Chauffeu- re jedoch nicht so recht anfreunden. 10

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