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Auto Illustrierte 03 2015 - Fragen, Antworten, Meinungen

AUTO-ILLUSTRIERTE 03|15 100 SCHAU MIR IN DIE AUGEN, AUTO! Biometrie und abhörsichere Funkschlüssel sollen künftig den Diebstahlschutz verbessern. Das Auto der Zukunft wird erst starten, wenn es den Fahrer an seinem Gesicht und seinen Augen erkannt hat. T urnschuhe, schwarzes Kapu- zenshirt, Handschuhe – so stellt man sich Autoknacker vor. Doch heutige Autodiebe tra- gen Anzug und Lederschuhe und rücken mit kleinen Aktenkof- fern an. Computer, Funkgeräte und Spezialstecker samt Kabel – mehr brauchen Profis nicht, um die Codes der Funkschlüssel auszuspähen und die elektroni- schen Wegfahrsperren der Autos zu knacken. Das Ganze dauert oft nur ein paar Augenblicke – keine Scheibe geht dabei zu Bruch,kein Blech wird verbogen. Jährlich werden in der Schweiz fast 1900 Personenwagen gestoh- len. Im Schnitt also fünf pro Tag. Sorgen bereiten dabei nicht nur international tätige Banden und ihre Logistik bei der Autoverschie- bung, sondern auch eine «zu- nehmende Professionalität der Täter». Gemeint sind jene hoch qualifizierten Spezialisten mit Aktenkoffer und Business-Anzug, die selbst moderne Diebstahl- schutzsysteme überlisten. Höchste Zeit also für die Au- to-Entwickler, sich über bessere Verfahren des Diebstahlschutzes Gedanken zu machen. Der Trend lautet «Personalisierung»: Künfti- ge Automodelle sollen ihre Besit- zer anhand biometrischer Merk- male erkennen und die Zündung blockieren, wenn die Identifizie- rung nicht zweifelsfrei ist. Die bekannteste Methode: der Fingerabdruck. BMW hat schon vor Jahren im Forschungswagen Z 22 ein Zündschloss verbaut, bei dem der Daumenabdruck den herkömmlichen Zündschlüssel ersetzte. Ähnlich funktioniert der «Tenderkey», den die Potsdamer Firma Ubin AG ursprünglich für den Schutz von Computerdaten erfunden hat: Der USB-Stick gibt sein Geheimnis nur preis,wenn er den Finger einer berechtigten Per- Der technische Aufwand für eine solche Gesichtskontrolle hält sich noch in Grenzen.Innen- raumkameras werden ohnehin künftig den Lidschlag des Fahrers überwachen und ihn vor Übermü- dung oder Ablenkung warnen.Mit der gleichen Technik könne man auch biometrische Identifizie- rungsverfahren realisieren,heisst es beim Zulieferer Continental. Bis zur Serienreife wird weiter die herkömmliche Technik ver- bessert: Continental plant eine «Smartwatch», die sich per Funk mit dem Funkschlüssel des Autos verbindet,so dass der Besitzer den Wagen auch durch Antippen des Uhrdisplays öffnen oder schlies- sen kann. Leider noch per unsi- cherer, weil längst geknackter Bluetooth-Übertragung. CV ■ Innenraumkameras werden künftig den Fahrer bei Müdigkeit warnen. Sie könnten gleichzeitig auch bio- metrische Daten erheben – selbst das Geschlecht und das Gewicht. »Automodelle sollen ihre Besitzer an bio­ metrischen Merk­ malen erkennen. son erkennt. Diese Technik lässt sich nach Ansicht von Ubin-Chef Uwe Braun auch im «personali- sierten Auto» einsetzen. «Die Pa- pillarlinien eines Menschen sind unverwechselbar. Durch hoch- sichere Sensorik lassen sich die- se Merkmale präzise und sicher auslesen»,erklärt der Experte.Da die biometrischen Daten nur im «Tenderkey» gespeichert sind und nicht per Funk ans Auto übertra- gen werden, könne man sie auch nicht aus der Ferne ausspähen. Warnmeldung per Smartphone Bei VW experimentieren Ingeni- eure mit einer Infrarotkamera im Innenraum,die Gesichtsmerkma- le des Fahrers erfassen und mit Gewicht und Körpergrösse für die Identifizierung auswerten soll. Wird der Fahrer nicht erkannt, soll automatisch eine Warnmel- dung an das Mobiltelefon des Au- tobesitzers geschickt werden. Serienreif ist dies noch nicht. «Noch sind Treffergüte und Ma- nipulationssicherheit nicht opti- mal», erklärt VW-Sprecher Peter Weisheit. TECHNIK|BIOMETRISCHER DIEBSTAHLSCHUTZ Smartwatch von Continental: Verbindet sich per Bluetooth mit dem Auto-Funkschlüssel.

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