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Auto Illustrierte 03 2015

8 AUTO-ILLUSTRIERTE 03|15 freut sich die Passagierin. Sicher liefere ich sie zu Hause ab; unter den neidischen Blicken der hal- ben Nachbarschaft. Ich mache mich auf den Weg nach Zürich, wo ich auf weitere Laufkundschaft hoffe. Auf dem Weg dorthin bleibt immerhin Zeit zum Geniessen. Der Leis- tungsentfaltung des 6,0-Liter V12 nachzuspüren.Gerade wenn man an moderne Turbo-Motoren ge- wohnt ist, fällt es anfangs schwer, die Geschwindigkeit konstant am Ein Taxi-Schild organisieren und schon kann es losgehen. Mitten hinein in das erste Prob- lem, weil: So ein Dachschild ist magnetisch. Das Dach des Aston Martin Rapide S aber aus Alumi- nium. Mit doppelseitigem Klebe- band ist dieses Hindernis schnell überwunden. Die erste Passagie- rin gabeln wir am Supermarkt auf. Den schweren Einkaufskorb samt Mineralwasser-Vorrat mag die Dame schliesslich nicht nach Hause tragen. Stets unter Beobachtung Majestätisch wartet der Aston vor der Filiale des Grossverteilers. Unbeobachtet bleibt man freilich nicht. «Auch nicht gerade alltäg- lich, dieses Taxi», meint ein Gärt- ner, während er dem Rapide S be- wundernde Blicke widmet. «Man muss der Kundschaft schliesslich etwas bieten», versuche ich mich zu erklären. Natürlich reicht da nicht nur das Auto; der Service muss stim- men. Also mit anpacken; das Gepäck verstaut der Fahrer. Der Dame die Türe aufhalten. Schon nur, weil der versenkte Türgriff für Ungeübte nicht ganz einfach zu finden ist. Die Türe gibt zwar genügend Raum für den Einstieg frei. Da man sich aber im Fond in eine tiefe Sitznische fallen lässt, fühlt sich das Ganze dann doch eher nach Sportwagen als nach Limousine an. Dennoch fährt sich der Rapide S kultiviert, federt Unebenheiten gekonnt weg,der Zwölfzylinder ist im Hintergrund immer präsent. «Platz ist für mich genug. Und da ich so schön eingebettet bin, füh- le ich mich hier richtig sicher», AM START|TAXIFAHREN IN ZÜRICH|ASTON MARTIN RAPIDE S Ordentlich Platz im Kofferraum. Und reichts mal nicht: Zweimal fahren! Für die Kundschaft ein Erlebnis, für den Zwölfzylinder öd: Tempo 50 durch die Stadt. Erste Hürde noch vor dem Losfahren: Das Rapide-Dach besteht aus Aluminium. Nur mit Tape hält das Taxischild an seinem Platz. Immerhin gibts so auch keine Kratzer. Tempolimit zu halten. Keine Ver- zögerung: Ein leichter Druck aufs Pedal und der Aston baut unmit- telbar Geschwindigkeit auf. Ist man überhaupt nicht mehr ge- wohnt.Grossvolumige Saugmoto- ren werden leider immer seltener. In die Warteschlaufe Ich steuere den Taxistand am Bahnhof Zürich-Enge an. Am Hauptbahnhof erscheint mir die Warteschlange zu lange. Hinten anstellen, bitte. Das tue ich. Un- ter genauester Beobachtung der alteingesessenen Taxifahrer. Der Neuling wird sofort wahrgenom- men. Nicht nur mit Freude, wie mir einige Gesichter zu sagen schei- nen.Doch die anfängliche Skepsis ist schnell verflogen. Die Chauf- feure pirschen sich heran, man kommt ins Gespräch; ein paar schüchterne Blicke fallen ins In- terieur, bewundernde schweifen über die lange Motorhaube.Ob er sich mal reinsetzen dürfe,fragt ei- ner. Freilich. Die bequemen Sitze gefallen,das edle Leder fasziniert. «Aber hinten sieht es schon eher eng aus», meint er. «Und reicht der Kofferraum überhaupt für etwas Gepäck?» Das beweise ich ihm gleich mal – hier kann der Aston Martin durchaus punkten. «Meinen Prius fahre ich mit ei- nem Durchschnittsverbrauch von fünf Litern in der Stadt», fordert mich ein anderer heraus. «Hier sechs Liter. Also, Hubraum. Ver- braucht im reinen Stadtbetrieb gerne auch mal gegen 20 Liter», muss ich klein beigeben. «Da müsste ich ja mindestens 20 Fran- ken pro Kilometer verlangen!», rechnet der Berufsfahrer vor. In der Tat,auch in der Anschaf- fung muss man für den vierplät- zigen Sportwagen deutlich tiefer Ja, ein profanes Mittelklasse-Taxi böte wahrscheinlich mehr Platz. Dafür fühlt man sich im britischen Sportler wunderbar eingebettet. Aussteigen mag man nicht mehr. »Damit müsste ich ja min- destens 20 Franken pro Kilometer ver- rechnen!

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