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Auto Illustrierte 01 2015 - Interview mit Cadillac-Präsident Johan de Nysschen

30 auto-illustrierte 01|15 Wie Cadillac-CEO Johan de Nysschen seine Marke fit für den europäischen Markt machen möchte. Und warum ihm Mutterkonzern GM dafür zehn bis 15 Jahre Zeit lässt. PANORAMA Interview Johan de Nysschen Luft nach oben Interview | Andreas Faust Fotos | Cadillac Er ist der dritte CEO in zwei Jahren: Seit vergangenem August leitet Johan de Nyss- chen die Geschicke der Gene- ral-Motors-Nobelmarke Cadil- lac. Zuletzt lenkte der 54-jährige Südafrikaner für zwei Jahre Infi- niti; davor verantwortete er acht Jahre lang Audis US-Geschäft. Nun soll er Cadillac global neu positionieren. Andreas Faust: In den letzten Jahren haben schon mehrere Cadillac-CEOs vom bevorstehen- den Neustart und Durchbruch der Marke in Europa gesprochen. Wo steht Cadillac jetzt? Johan de Nysschen: Ich glau- be nicht, dass wir an einem Neustart stehen. Aber wir brau- chen eine neue globale Strate- gie. Europa ist wichtig für unse- re Zukunft, aber wir sind hier ein Zwerg. Uns fehlen typisch eu- ropäische Produkte, uns fehlen passende Antriebe. Mit unse- rem exzentrischen Lineup liegt nicht viel drin. Wir befinden uns hier im Garten der deutschen Premiummarken, die völlig do- minieren. Hier in die Offensive zu gehen, wäre aussichtslos. Aber wo dann? In den USA starten und stärker werden. Selbst auf dem Heim- markt sind wir in vielen Seg- menten nicht präsent. Mich amüsiert das noch: Wir sind die amerikanische Marke, aber die Deutschen haben mehr SUVs im Markt als wir. Gibt es nicht genug GM-Model- le in den USA? Cadillac wird künftig selbstän- dig von GM agieren. Und muss selbst seine Rechnungen be- zahlen. Dafür brauche ich Stückzahlen. Dazu könnte ich auf GM-Technik zurückgreifen, aber wir wollen auch technisch eigenständig sein. Also muss Cadillac selbst Volumen gene- rieren. Die Lösung heisst China. Haben Sie dazu die Modelle? Wir müssen in China neue Seg- mente erschliessen. Das ist mein Fokus: Mehr Modelle für China und mehr lokale Ferti- gung. Wenn wir Cadillac bis 2019, 2020 dort neu aufgestellt haben – mit Dieselmotoren, kleinen Vierzylinder-Benzinern, Kompaktmodellen und kleinen SUVs –, werden wir weit besser gerüstet sein für den europäi- schen Markt.

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