Wer bleibt?

Weltmeister Mercedes-EQ: Ausstieg aus der Formel E

Gerade ist die Mannschaft von Mercedes-EQ nicht nur zum Fahrertitel, sondern auch zum Teamtitel in der Weltmeisterschaft der Formel E gestromert – trotzdem kommt nun der Ausstieg. Man erklärt er mit Budgetverschiebungen, doch das ist nur eine Alibi-Ausrede.

Veröffentlicht am 20.08.2021

Der junge Nyck de Vries hat sich beim zweiten Rennen in Berlin seinen ersten Weltmeistertitel in der Formel E auf Mercedes-EQ gesichert. Das Rennen war nicht nur turbulent, sondern sein Sieg in der Gesamtwertung nicht unbedingt abzusehen. Exakt 18 Fahrer hatten vor dem Start der beiden Rennen auf dem alten Tempelhofer Flugfeld noch die Chance auf die Meisterschaft, am Ende setzte sich der Mercedes-Pilot durch.

Nyck de Vries setzte sich in unübersichtlichem Meisterschaftskampf durch


 
Zusammen mit seinem Teamkollegen Stoffel Vandoorne brachte es de Vries am Ende auf 181 Zähler in der Teamwertung, womit die beiden auch den Titel in der Teamwertung gewinnen konnten. Doch die Freude der beiden währte nur kurz, denn ihr Team gab nun den Ausstieg aus der Formel E bekannt.
 
Dabei liest sich das Presse-Statement eher nach Alibi-Ausrede. Man würde alle Kräfte für die Elektrifizierung der Serienfahrzeuge bündeln, der Ausgabeposten Formel E müsse deshalb konsolidiert werden. Angesichts eines doch eher überschaubaren Budgets von nur 30 Millionen Euro pro Jahr eine nur wenig glaubwürdige Begründung. Denn mit dieser Summe lässt sich nur wenig ausrichten, wenn es um eine Schwerpunktänderung in der Antriebstechnologie der Daimler-Konzerns geht.

Zieht der Ausstieg von Mercedes-EQ die Formel E in den Abgrund?


 
Doch der Ausstieg der Mercedes-Truppe, immerhin erst zum Ende der kommenden Saison, zieht womöglich noch weitere Kreise. Zwar verhandelt man in Stuttgart intensiv um eine Übernahme des bestehenden Teams und der Strukturen, trotzdem wiegt der Abgang schwer. Denn mit den Konkurrenten Audi und BMW, die am vergangenen Wochenende ihr jeweils letztes Rennen in der Elektro-Formel fuhren, steigt mit Mercedes nun das dritte Schwergewicht aus.
 
Es bleibt von den Deutschen nur noch Porsche im Rennen, neben Jaguar, DS, Mahindra und Nissan. Ob die sowieso nur mässig erfolgreiche Rennserie den Abgang der grossen Drei verdauen kann? Man darf skeptisch bleiben. Auf das per se geringe Publikumsinteresse dürfte der Ausstieg von Mercedes nicht postiv wirken.

Text: FM
Bilder: Daimler

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