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Porsche Boxster

Kolben boxen unter Druck

Der «kleine» Porsche startet sein Leben als Twen mit neuem Namen und aufgeladenen Vierzylinder-Boxermotoren. Und er hat eine grosse Bürde zu tragen. Als 718 Boxster soll er auch an die ruhmreiche Renntradition erinnern.

Vorbei sind die unbeschwerten Teenager-Zeiten. Das Mittelmotor-Cabrio von Porsche ist 20 Jahre jung geworden und wird nun in der Neuauflage mit der harten Realität unserer Zeit konfrontiert. Es gilt, die CO2-Werte zu beschränken – und das ist das Ende der Sechszylinder-Aggregate. Doch die beiden neuen Boxermotoren beweisen, dass sich auch mit nur vier Zylindern und reduzierten Hubräumen reichlich Leistung generieren lässt. Dazu musste allerdings die Turboauf- ladung bemüht werden.

In Zuffenhausen war dies ein grosser Schritt – vergleichbar mit dem Übergang von Luft- auf Wasserkühlung in den Sechszylinder-Motoren des 911er. «Eine Konzession an die CO2-Emissionsvorschriften», kommentierte anlässlich der Fahrvorstellung der neuen 718er-Modelle Rallye-Legende und Porsche-Repräsentant Walter Röhrl diesen Schritt.

Üppig Drehmoment

Der 2- und der 2,5-Liter-Motor stehen mit 300 beziehungsweise 350 PS sowie 380 respektive 420 Nm Drehmoment gut im Futter. Und sie sind in der Lage, den Normzyklus mit bis zu einem Liter weniger zu bewältigen als die Vorgänger- triebwerke. Im Alltagseinsatz wird der Verbrauch dann jedoch stark von der Fahrweise abhängig sein.

Die Turbolader – im Boxster S kommt einer mit variabler Geometrie zum Einsatz – ermöglichen eine drehzahlarme Fahrweise. Deutlich wird dies, fährt man die mit PDK-Doppelkupplungsgetriebe ausgestatteten Modelle im Automatikmodus. Dann zuckelt man mit wenig mehr als 1000 Touren durch Ortschaften, weil es praktisch über den ganzen Drehzahlbereich bulliges Drehmoment gibt. Ein Turboloch ist bei normalem Einsatz kaum zu spüren.

Für Ladermotoren sind die beiden Vierzylinder bemerkenswert drehfreudig. Wer es besonders eilig hat, kann im Sportmodus am kleinen Programmschalter am Lenkrad die Response-Taste drücken. Dann wird der Ladedruck beim kurzfristigen Gaswegnehmen hochgehalten. Porsche spricht von der Vorspannung des Laders. Vorteil: kein Nachlassen der Laderwirkung und der Zweiplätzer fühlt sich beim Wiederbeschleunigen wie ein Sauger an.

Leistung, Ansprechverhalten und Laufkultur der einlass- und auslassseitig mit Nockenwellenverstellung Variocam Plus ausgestatteten Motoren wissen zu überzeugen. Nur mit dem Sound ist es so eine Sache. Der 718 klingt kräftig und sportlich, doch ebenfalls eine Spur synthetischer und lässt einen – auffällig insbesondere bei geringer Last – an VW Käfer oder Subaru denken. Dabei sollen doch Karosserie- und Antriebskonzept samt Vierzylinder-Boxeraggregaten an legendäre Rennsportwagen wie den zierlichen 718 RS 60 Spyder des Jahres 1960 erinnern.

Wunderbar handlich

Die sechs Gänge des Handschaltgetriebes lassen sich auf kurzen Wegen präzise und schnell verwalten. Mit dem Siebenstufen-PDK ist sogar noch eine Spur zügiger zu beschleunigen. Doch bleibt die Getriebewahl Geschmackssache.

Ein Musterbeispiel an Handlichkeit ist der Mittelmotor-Porsche dank der leicht hinterachslastigen Gewichtsverteilung von 46:54 Prozent und der vom 911 Turbo übernommenen, jetzt zehn Prozent direkteren Lenkung. Boxster und Boxster S rollen auf 18- respektive 19-Zöllern, optional sind auch 20-Zoll-Räder verfügbar. «Nein, eine Hinterradlenkung braucht der Boxster im Gegensatz zum 911 Turbo mit Heckmotor nicht», versichert Joachim Meyer, Projektleiter Fahrwerk 718.

Boxster heisst auch Cabrio

Auch unter neuem Namen bleibt der 718 Boxster ein Cabrio. Bis Tempo 50 kann die Stoffhaube fahrend geöffnet werden. Das Zwillingsmodell mit festem Dach heisst 718 Cayman und kommt im Herbst. Anders als bisher gibt es dann zwischen Cayman und Boxster keine Unterschiede bei der Motorleistung, und das Coupé wird zu einem günstigeren Preis angeboten als die Offenversion. Für den Boxster und den Boxster S, die Ende Monat zu den Händlern kommen, sind mindestens 65'600 beziehungsweise 80'900 Franken auszugeben. Doch dafür erhält man eine gesunde Portion Sportlichkeit.

Stephan Hauri sagt: «Die Vierzylinder-Turbomotoren anstelle der Sechszylinder Sauger verpassen dem Boxster-Duo eine neuartige Leistungscharakteristik. Bei den Fahrleistungen hat der Zweisitzer sogar noch zugelegt. Ebenfalls ist seine Handlichkeit mehr als faszinierend.»

Technische Daten: Porsche Boxster S

Preis ab 80'900 Franken
Hubraum 2497 cm3
Leistung 257 kW/ 350 PS bei 6500/min
Drehmoment 420 Nm bei 1900– 4500/min
Getriebe/Antrieb 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe
0 bis 100 km/h 4,2 s
Spitze 285 km/h
Norm-Mix 7,3 l/100 km
CO₂ Emissionen 167 g/km
Energieeffizienz E
Länge/Breite/Höhe 4379/1801/1280 mm
Leergewicht 1385 kg
Ladevolumen 150 l + 125 l
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31 Mär 2017