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Nissan Leaf

AUF DIE SPITZE GETRIEBEN

Nissan lud zum Reichweiten-Test der neuesten Version des Elektroflitzers Leaf auf den Col de Turini. Über den Bergpass führt sonst die Rallye Monte Carlo.

Wir hatten von Anfang an keine Chance. Während bei der Berg-Challenge am Col de Turini in jedem anderen Auto nur zwei Personen sitzen, fährt bei uns Fotograf Vesa als Dritter im Bunde mit und sorgt damit für ordentlich Zusatzgewicht. Aber der Reihe nach: Nissan präsentiert hier, nahe Nizza, die neueste Version seines 2010 lancierten Elektroflitzers Leaf. Die Kapazität der Lithium-Ionen-Batterie beträgt neu 30 statt 24 kWh. Der Clou: Das Batterie-Package im Unterboden wurde dabei nicht vergrössert. Die erhöhte Leistungsfähigkeit des Akkus ist einem verbesserten Zellen- Layout sowie Hochleistungselektroden im Innern zu verdanken. Die Reichweite soll so von knapp 200 auf bis zu 250 Kilometer steigen.

Die gesteigerte Effizienz des Antriebskonzepts stellt Nissan mit einem kleinen Wettstreit unter Beweis. Dafür geht es hinauf zum Col de Turini, einem Bergpass, über den auch eine Etappe der Rallye Monte Carlo führt. Ziel: möglichst geringer Stromverbrauch. Die Strecke von Meereshöhe auf 1600 Meter ist ein wahrer Batterie-Killer. Am Berg muss der 109 PS starke E-Motor richtig arbeiten. Trotz unseres Gewichtsnachteils beschliessen wir, die Herausforderung anzunehmen.

Verzicht ist angesagt

Richtig warm ist es an der Côte d’Azur, doch wir bleiben eisern: Die Klimaanlage als zusätzlicher Stromverbraucher bleibt aus. Eine Punkte-Skala auf der Instrumententafel zeigt an, wie effizient wir unterwegs sind. Als Anreiz spries-sen bei sparsamer Fahrweise kleine Tannenbäumchen auf dem Display. «Schon vier Bäumchen», jubele ich. Doch je steiler die Stras-se hinaufführt, umso schneller verlieren sie ihre Nadeln. Immerhin, trotz Eco- Modus zieht der Leaf recht flott die Bergsträsschen hinauf. Kurz verlasse ich den Spar-Modus, und der Leaf zischt ordentlich ab. Mist, das hat ein paar Kilometer Reichweite gekostet! Schnell zurück in den Spar-Gang. Kurz vor der Passhöhe geraten wir in einen kleinen Stau. Zwei Leafs zockeln im Schritttempo dahin. Wahrscheinlich haben die Kollegen den Ehrgeiz, den Rekord von 44 Prozent Rest-Kapazität zu knacken. Dafür reicht es bei uns nicht, doch trotz nicht besonders defensiver Fahrweise, kurzem Zwischensprint und drei Personen an Bord sind wir mit 33 Prozent erstaunlich gut unterwegs. Aber 29 Kilometer Restreichweite, ob das ohne Laden reicht? Schliesslich sind es 60 Kilometer bis zum Hotel. Bergab zeigt sich eine weitere Stärke des Leaf: Stellt man den Schaltwahlhebel auf «B» und nutzt bergab die volle Rekuperation, gewinnt man mit jedem Kilometer an Reichweite – und auch die Bäumchen spriessen wieder. Tatsächlich: Am Ende schaffen wir es bis zum Hotel, und auf der Anzeige prangen über 100 Kilometer Restreichweite. So macht Energiesparen Spass!

Nissan Leaf, E-Motor

Preis ab ab 34'810 Fr. (inkl. Batterie)
Batterie Lithium-Ionen, 30 kWh
Leistung 80 kW/109 PS
Drehmoment 255 Nm bei 0–3008/min
Getriebe/Antrieb einstufiges Getriebe, Vorderrad
0 bis 100 km/h 11,5 s
Spitze 144 km/h
Norm 15,0 kWh/100 km
CO₂/Effizienzkat. 0 g/km CO2
Energie-Effizienz A+
Länge/Breite/Höhe 4445/1770/1550
Leergewicht 1516 kg
Ladevolumen 370 bis 911 l

Michael Lux sagt:

"50 Kilometer mehr bedeuten bei einem Elektroauto Welten. Das Antriebskonzept ist ausgereift, und auch puncto Fahrgefühl muss man beim Leaf kaum Abstriche machen."

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20 Dez 2015