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Infiniti Q30

DEN STERN IM GEISTE

Der Mercedes GLA hat einen Zwillingsbruder. Aus der Allianz mit Renault/Nissan, zu der auch die Nissan-Tochter Infiniti gehört, stammt der Q30. Mit dem Kompakten stürzen sich die Japaner in ein stark umkämpftes Segment.

Für Infiniti lief es bisher noch nicht rund. Mit circa 16 500 verkauften Einheiten verzeichneten die Japaner in Europa zwar ein Plus von neun Prozent, jedoch verirrten sich davon 2014 nur ganze 118 Fahrzeuge in die Schweiz. Im Zeitraum von Januar bis Oktober 2015 waren es schon deren 161. Ein positiver Trend ist also durchaus erkennbar.

Sechs Zentren und drei Service- Partner halten hierzulande die Infiniti- Flagge am Wehen. Mühsam wie ein Eichhörnchen müssen sich die Japaner also ernähren. Für zusätzliche Nahrung soll der Q30 sorgen. Der im englischen Sunderland gebaute sogenannte «Active Compact» entstammt der Daimler/Nissan-Allianz, die man 2010 eingegangen ist und die nach Twingo und Smart jetzt zum dritten Mal Früchte tragen soll.

Sportlicher Bruder

Als Zwillingsbruder des GLA will der 4,43 Meter lange Q30 punkten. Rund 50 Prozent der Teile übernimmt er von seinem Bruder. Bruder? Maximal Adoptivbruder. Puncto Design gibt der Japaner die klar sportlichere Figur ab. Sein Profil ist scharf wie ein Samurai-Schwert.

Erst beim Entern des Cockpits hat man das erste Déjàvu. Schalter, Hebel und selbst das Layout der Rundinstrumente lassen keine Zweifel an der Verwandtschaft zum Mercedes aufkommen. Ebenfalls die straffen, gut Seitenhalt bietenden Sportsitze, welche beim S serienmässig verbaut sind, kommen einem irgendwie bekannt vor. Entsprechend schnell findet man sich zurecht. Ja, auch die von uns seinerzeit im GLA-Test bemängelten eingeschränkten Platzverhältnisse im Fond keimen im qualitätsmässig hochstehenden Q30 abermals auf. In Sachen Kofferraumvolumen muss sich der Fünftürer mit 368 bis 1223 Liter gegenüber dem Mercedes (421–1235 Liter) dann geschlagen geben. Mit leicht ansteigender Ladefläche verschenkt er den ein oder anderen Liter.

Klar, dass sich die Japaner auch im Motorenregal der Stuttgarter bedienen. Nochmals auf die Bedürfnisse des Q30 abgestimmt, stehen zwei Diesel und zwei Benziner mit einem Leistungsspektrum von 109 bis 211 PS in der Palette zur Auswahl. Das übrigens sehr sanft schaltende Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe wird optional nur für den 1,6-Liter-Benziner angeboten. Im 2.2d, der mit Frontoder Allradantrieb zu haben ist, sowie dem allradgetriebenen 2.0t gehört es zum Standardpaket. Beide Motoren passen sehr gut zum Q30. Nach kurzer Anfahrschwäche zieht der 170-PS-Diesel mit seinen 350 Nm Drehmoment sehr willig von dannen.

Sicher und sparsam

Dem steht der Zweiliter-Benziner mit seinen 211 PS und ebenfalls 350 Nm in nichts nach. Spontan und sehr willig kommt er zur Sache. Dabei sollen sich beide Motoren im Mix mit 6,7- der Diesel mit 4,7 bis 4,9 l/100 km begnügen. Ob es wirklich an dem ist, werden sie dann letztendlich im Test beweisen müssen.

Nichts zu beweisen gibt es beim Fahrverhalten. Der Diesel rollt sehr komfortabel ab. Der 15 Millimeter tiefergelegte Sport kommt da straffer, aber immer noch komfortabel zur Sache. Geht es auf Kurvenfahrt etwas sportlicher zu, sind bei beiden keinerlei Wankbewegungen des Aufbaus auszumachen. Einzig von der ansonsten sehr präzisen Lenkung wünscht man sich dann etwas mehr Rückmeldung. Doch das verzeiht man dem Q30, da er keinerlei Ambitionen hegt, ein Sportler sein zu wollen.

Infiniti Q30 2.0 Sport

Preis ab ab 50'530 Fr.
Hubraum 1991 cm3
Leistung 155 kW/211 PS
Drehmoment 350 Nm bei 1200–4000/min
Getriebe/Antrieb 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, Allrad
0 bis 100 km/h 7,2 s
Spitze 235 km/h
Norm-Mix 6,7 l/100 km
CO₂/Effizienzkat. 156 g/km CO2
Energie-Effizienz E
Länge/Breite/Höhe 4425/1805/1475
Leergewicht 1545 kg
Ladevolumen 368 bis 1223 l

Jörg Petersen sagt:

"Es muss mit dem Teufel zugehen, wenn Infiniti mit dem Q30 nicht die Kurve kriegt. Klar kann er seine enge Bindung zum Mercedes GLA nicht verheimlichen. Preislich hat er die Nase um bis zu 5900 Franken vorn. Nur beim 2.0t überflügelt er den Mercedes um 1230 Franken"

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20 Dez 2015