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VW Golf Alltrack

NOCH EIN VERSUCH

Rund 25 Jahre nach der Country-Version schickt VW den Golf ein weiteres Mal ins Gelände – als allradgetriebenen Alltrack.

Ob der auch mal ein rarer Klassiker wird? Immerhin, der Urahn des VW Golf Alltrack hat diesen Status erreicht. Basierend auf dem Golf II sollte der hochbeinige Country 1990 den Markt erobern. Mit Rammschutz, Allradantrieb, aussen angebrachtem Reserverad und 18 Zentimetern Bodenfreiheit. Wenn man so will: eine Art erstes europäisches SUV. Und damit leider seiner Zeit komplett voraus. Nach nicht einmal 8000 verkauften Einheiten wurde Ende 1991 die Produktion eingestellt.

Man suche heute mal ein Exemplar – schwierig. Aber die neue Gelände-Variante des aktuellen Golf wirkt so wie für die Schweiz massgeschneidert, dass sich allein hierzulande wohl mehr als einst insgesamt werden absetzen lassen. Die Schwestermodelle von Skoda und Seat verkaufen sich schliesslich auch nicht übel.

Der auf der Variant-Plattform des aktuellen Golf basierende Allradler wird höhergelegt; diesmal um 20 Millimeter. Wie einst schützen Plastikprotektoren Radläufe und Schweller und der Unterboden trägt einen Unterfahrschutz. Nicht nur Zierrat: Schliesslich vermag der Alltrack abseits sicheren Asphalts auch mehr zu leisten als der Country von einst.

Setzte der noch auf einen Allradantrieb mit Viscokupplung, nutzt der Alltrack eine zentrale Haldexkupplung. Zusammen mit elektronischen Sperren an Vorder- und Hinterachse nimmt er Winter, widrigen Strassenverhältnissen und ausgefahrenen Schotterpisten den Schrecken. Nahezu das gesamte Drehmoment kann an die Hinterachse weitergeleitet werden. Egal ob an einem 60-prozentigen Steilhang, wo ihn der Bergabfahrassistent sanft einbremst, oder in Schräglage, wenn dem in der Luft hängenden Hinterrad behutsam die Kraft genommen und an die Vorderachse umgeleitet wird. Das volle Offroad-Spektrum lässt sich nach Druck auf die 4x4-Taste in der Mittelkonsole nutzen.

Auf Asphalt spürt man das Wechselspiel des Allradantriebes nicht. Die gegenüber dem normalen Kombi noch härter ausgelegte Federung gleichen neu justierte Dämpfer aus – keine Einbussen beim Langstreckenkomfort. Man meint sogar, mit einem vorderradgetriebenen Variant unterwegs zu sein. Von dem übernimmt der Alltrack die drei lieferbaren Turbodiesel mit 110 bis 184 PS, sowie den neu im Golf-Programm erhältlichen 1,8-Liter-Turbobenziner mit 180 PS. Letzterer sowie der Top-Diesel werden serienmässig mit Doppelkupplungsgetriebe ausgeliefert. Keine spürbaren Unterschiede zum normalen Kombi – weder beim Kofferraum, der zwischen 605 und 1620 Liter Ladevolumen bietet, noch bei den Platzverhältnissen.

Die Preise für den Alltrack beginnen bei 38 910 Franken. Je nach Modell beträgt der Aufpreis zum normalen Variant so bis zu 6260 Franken. Lohnt das? Für manchen Schweizer sicher.

VW Golf Alltrack 1.8 TSI | 1.6/2.0 TDI

Preis ab 41'350 Fr. | 38'350 Fr.
Leistung 132 kW/180 PS | 81 kW/110 PS–135 kW/184 PS
Getriebe/Antrieb Allradantrieb
0 bis 100 km/h 7,8 s | 12,1–7,8 s
Spitze 217 km/h | 187–219 km
Norm-Mix 6,6 l/100 km |4,8–5,0 l/100 km
CO₂/Effizienzkat. 155 g/km CO2 | 124–132 g/km CO2
Länge/Breite/Höhe 4578/1799/1515 mm
Leergewicht 1470 kg
Ladevolumen 605 bis 1620 l

Der Alltrack ist eine Art Swiss Edition der siebten Golf-Generation.

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30 Jul 2015