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Audi Q7

GROSSE ERLEICHTERUNG

Der Q7 wurde um 325 Kilo erleichtert, aber bietet noch immer mehr umblechten Raum fürs Geld als andere Audi-Modelle. Und neu eine gewisse Leichtfüssigkeit.

Kommt es wirklich nur auf die Grösse an, oder ist doch die Technik entscheidend? Bei dieser Frage scheiden sich seit jeher die Geister. Wer jetzt an Schlüpfriges denkt: Ab in die Ecke und tüchtig schämen! Denn es geht hier natürlich einzig und allein um die Vorzüge des neuen Audi Q7. Der hat zwar dank Alu- Leichtbau und Verbundbauweise im Vergleich zum Vorgänger bis zu 325 Kilo abgespeckt, fällt aber nur wenige Zentimeter kürzer und schmaler aus als bisher. Nach wie vor bleibt das SUV der dickste Dampfer in der Audi-Palette. Damit das nicht so auffällt, haben sich die Designer jedoch redlich bemüht, ihm ein wenig die Wuchtigkeit zu nehmen.

«Das Auto ist sehr horizontal ausgerichtet», erklärt Torsten Wenzel, Projektleiter Design. Und meint damit: Wo immer möglich, wurden die horizontalen Linien für mehr optische Breite betont. Dazu sollen beispielsweise die Querlamellen im neu dreidimensional gestalteten Singleframe- Kühlergrill beitragen. Der erstreckt sich jetzt bis nach aussen zu den Scheinwerfern. Denselben Effekt verspricht man sich von den zahlreichen Licht- und Schattenkanten im Blech, Verzeihung: im Alu. Die scharfen Konturen im eigentlich weichen Material sauber hinzubekommen, sei eine komplexe Herausforderung gewesen, berichtet Wenzel, der gerne von der «Sportlichkeit» und «Sehnigkeit» des Design-Auftritts schwärmt. Ob das tatsächlich die passenden Attribute für einen Q7 sind, darüber kann man sicher geteilter Meinung sein. Dass der Neue wesentlich kompakter und eleganter und damit sozialverträglicher daherkommt als bisher, dürfte jedoch unstrittig sein.

Vom sportlichen Fahrverhalten des Q7 zu sprechen, mag angesichts seiner puren Masse ebenfalls leicht übertrieben klingen. Doch punkto Antrieb und Fahrdynamik überrascht der Audi durchaus positiv. Schwerfällig ist anders. Die beiden neuen Dreiliter- V6-Motoren bringen den immerhin noch rund zwei Tonnen schweren Koloss mühelos auf Trab. So flott, dass es sogar locker für das ein oder andere kurzfristiges Überholmanöver auf den kurvigen Bergsträsschen rund um Verbier (VS) langt: Kurze Gerade, einmal Drauftreten und – wusch – schon vorbei! Besonders gut gefällt der grosse Diesel mit 272 PS, der dank 600 Newtonmetern Drehmoment noch ein bisschen mehr Pfupf hat als der 3.0 TFSI mit 333 PS – besonders unten heraus. Auch in den Kurven hält sich der Audi wacker. Okay, man wäre kein richtiger Autotester, würde man ihn nicht doch in schnell gefahrenen Kurven zum Quietschen bringen. Aber nur bergab, wenn das volle Gewicht auf die Vorderräder drückt. Sonst wedelt es sich mit dem grossen SUV munter um die Ecken. Besonders Feinfühlige vermeinen dabei sogar zu spüren, wie das Heck fast unmerklich mitlenkt. Denn den Q7 mit serienmässigem Quattro-Antrieb und Mittendifferenzial bekommt man auf Wunsch auch mit Vierradlenkung, bei der die Hinterräder je nach Geschwindigkeit mit- oder gegenlenken. Richtig spürbar und von Vorteil ist das beim langsamen Rangieren. Dann verringert sich der Wendekreis um bis zu einem Meter. Nicht das einzige hilfreiche System an Bord: Optional wachen ganze Heerscharen zusätzlicher Assistenzsysteme über die bis zu siebenköpfige Familie – auch den Neuen gibt es wieder als Siebensitzer.

Alle erhältlichen Helferlein aufzuzählen, würde hier den Rahmen sprengen. Komplett neu, nicht nur im Q7, sondern bei Audi generell, sind der Abstandswarner inklusive Stauassistent, der bis 65 km/h selbstständig lenkt und notfalls abbremst, der Querverkehrassistent, der beim Rückwärtsausparkieren den Verkehr beobachtet, oder der «Prädiktive Effizienzassistent », du meine Güte, der basierend auf den Navi- und Geländeinformationen zum vorausschauenden Bremsen animiert. Durch die Kombination aus ACC und Spurhalteassistent scheint das autonome Fahren geradezu zum Greifen nahe: Hat man sich erst an den Vordermann angehängt, und sind die Fahrbahnmarkierungen gut sichtbar, fährt der Q7 quasi allein – inklusive Beschleunigung und Lenkvorgang. Nur dass der Audi heute noch den Oberlehrer spielt und den Fahrer nach wenigen Sekunden ermahnt, gefälligst wieder die Hände ans Steuer zu nehmen, bitteschön.

Technisch hat Audi mit dem neuen Q7 also ordentlich aufgeholt. Und auch das Platzangebot ist trotz kompakterer Abmessungen immer noch mehr als üppig. Wie beim Vorgänger werden die meisten Q7-Kunden vermutlich wieder den Siebensitzer ordern, zumal der Aufpreis mit knapp 2000 Franken einigermassen verschmerzbar ist. Praktisch: Die Sitze der dritten Reihe lassen sich nun voll elektrisch auf- und abklappen. Nur schade, dass die meisten Privatkunden dies wohl eher selten nutzen werden. Ebenso wenig wie die Befestigungsmöglichkeiten für bis zu sechs Kindersitze. Wie ein Pfadfinder: Allzeit bereit!

Audi Q7 3.0 TDI V6-Turbodiesel | 3.0 TFSI V6-Turbobenziner

Preis ab 82'900 Fr. | 86'900 Fr.
Hubraum 2967 cm3 | 2995 cm3
Leistung 200 kW/272 PS | 245 kW/333 PS
Drehmoment 600 Nm bei 1500–3000/min | 440 Nm bei 2900–5300/min
0 bis 100 km/h 6,3 s | 6,1 s
Spitze 234 km/h | 250 km/h
Norm-Mix 5,7 l/100 km | 7,7 l/100 km
CO₂/Effizienzkat. 149 g/km CO2 | 179 g/km CO2
Länge/Breite/Höhe 5052/1968/1740 mm
Leergewicht 1995 kg
Ladevolumen 890 bis 2075 l

Michael Lux sagt:

"Auch wenn Audi den Q7 gerne als Familienauto anpreist: Solange die Grossfamilie nicht überraschend Renaissance feiert, ist die dritte Sitzreihe nur «nice to have». Und für eine Familie mit fünf Kindern wäre der Audi ohnehin in der falschen Preisklasse. Aber Mami freut sich sicher auch über den Platz, wenn sie zum Shoppen nach Zürich fährt. Und Papi kann es beim Wochenendausflug in die Berge so richtig krachen lassen."

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08 Aug 2015