Abo-Hotline: 031 300 62 65 |
  • IAA 2019
    Alle Premieren im Überblick!
  • Jaguar XJ Versteigerung
    Scheunenfund zu ersteigern!
  • App Store Google Play
  • Jetzt Newsletter abonnieren!
    Sie erhalten wichtige News in kurzer und knackiger Form.
Alfa Romeo 4C Spider

SONNE UND EIN HEFTIGES GEWITTER

Wer das Targadach des Alfa 4C Spider öffnet, erlebt den ungestümen Charakter des leichten Carbon-Renners noch unmittelbarer. Und ruiniert komplett seine Frisur.

Ein Stück Stoff, kaum grösser als ein Handtuch. Und schon wird bei Alfa Romeo aus einem Coupé ein Spider. Mancher mag dabei nur verständnislos mit dem Kopf schütteln, besonders wenn er an vergangene Tage der italienischen Marke denkt, in denen Spider ihren Namen noch trugen, weil nichts ausser der Frontscheibe ihre luftige Linie störte. Beim 4C Spider, Alfas ziemlich exklusivem und handgefertigtem Karbon- Renner, ist das anders.

Er behält im Wesentlichen seine Karosseriekonstruktion. Lediglich die Motorhaube ist neu, und zwischen Windschutzscheibenrahmen und dem Überrollbügel sitzt ein Softtop. Ganz nach der puristischen Philosophie des 4C lässt es sich natürlich nicht per Knopfdruck elektrisch versenken oder wegklappen. Geduld und etwas Fingerfertigkeit sind gefragt: Wer nichts als den Himmel über sich haben möchte, muss zwei Verschlüsse am vorderen Dachrahmen öffnen, dann aussteigen und seitlich je zwei weitere Riegel lösen. Das Verdeck lässt sich nun einrollen wie eine Iso-Matte und im Kofferraum – sagen wir besser: Ablagefach – im Heck hinter dem Motor verstauen.

Nach wie vor legt der 4C ein Fahrverhalten an den Tag, wie es in dieser Klasse einmalig sein dürfte. Kein Unterschied zum Coupé zu spüren, auch wenn der Spider 45 Kilogramm mehr wiegt und so auf 940 Kilogramm kommt. Ursache für die Zunahme sind diverse Verstärkungen in der Karosserie, das Dach selbst – wiegt sieben Kilogramm, vergleichsweise viel für ein Handtuch – und die serienmässige Klimaanlage.

Die äusserst direkte und rein mechanische Lenkung, selbstverständlich ohne hydraulische Hilfe, verleiht dem Alfa 4C Spider in Verbindung mit seiner extrem steifen Karosserie für einmal tatsächlich die Fahreigenschaften eines Gokarts, verlangt aber etwas Gewöhnung. Bisweilen hat man Mühe, beim Beschleunigen oder in engen Kurven den Wagen sauber auf Linie zu halten. Nur 4,5 Sekunden vergehen bis Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 257 km/h. Und ist offen nicht zu empfehlen. Schon ab 150 km/h fegt der Fahrtwind so heftig über die vergleichsweise kleine Dachöffnung, dass nicht einmal mehr etwas vom kernigen Sound des 240 PS starken Turbomotors zu hören ist.

Bezahlen lässt sich Alfa Romeo die freie Aussicht mit mindestens 81 000 Franken; also 10 000 Franken mehr als für das Coupé. Wahre Alfisti, Motorsportbegeisterte und den einen oder anderen Sammler wird dieser Preis nicht schrecken. Im Gegenteil, schon beim Coupé übersteigt die Nachfrage deutlich das Angebot; die Lieferzeit liegt bei über einem Jahr. Und mehr als 1500 4C Spider kann Alfa pro Jahr aufgrund der aufwändigen Karbon-Konstruktion nicht fertigen. Da lohnt es sich vielleicht eher, auf den «richtigen» Spider zu warten. Ihn will Alfa im Rahmen einer Neuausrichtung mit acht neuen Modellen bis 2018 in zwei Jahren vorstellen.

Alfa Romeo 4C Spider R4-Turbobenziner

Preis ab 81'000 Fr.
Hubraum 1742 cm3
Leistung 177 kW/240 PS
Drehmoment 350 Nm bei 2100–3750/min
Getriebe/Antrieb 6-Gang Doppelkupplung, Hinterrad
0 bis 100 km/h 4,5 s
Spitze 257 km/h
Norm-Mix 6,9 l/100 km
CO₂/Effizienzkat. 161 g/km CO2
Länge/Breite/Höhe 3989/1864/1183 mm
Leergewicht 940 kg
Ladevolumen 110 l

Michael Specht sagt:

"Rund 10 000 Franken Mehrpreis für ein kleines Stückchen vom Himmel – soviel muss man schon ausgeben wollen. Dafür bietet der 4C Spider aber die gleichen kompromisslosen Fahreigenschaften wie das Coupé und röchelt und röhrt noch unmittelbarer seinen Passagieren die Ohren voll mit seinem unwiderstehlichen Klang."

Newsletter abonnieren
04 Aug 2015