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Mercedes Marco Polo

FISCH BLEIBT DRAUSSEN

Vernünftige Abmessungen, edle Ausstattung, durchdachtes Konzept: Wie der Mercedes Marco Polo selbst Campingmuffel das Leben «on the road» schmackhaft macht.

Manfred Fischer windet sich. Was soll er tun, der Chefentwickler? Schummeln, weil dieses Fahrzeug ja ansonsten so fabelhaft durchdacht ist? Aber dann gibt er es doch zu: Ja, Pasta würde er im Marco Polo kochen. Aber Fisch mit Knoblauch, das gehe gar nicht.

Alles alte Camper im Entwicklerteam des neuen Mercedes Marco Polo, auch die Jungen. Und man merkt es ihrem Produkt an, aus dem man nach einer Nacht im Kiefernhain auch als widerborstiger Campingmuffel sehr zufrieden heraussteigt. Wer mit kompakten Wohnmobilen handgesägte Sperrholzeinbauten, muffige Matratzen und jeden Abend Tütensuppe aus dem Wasserkocher verbindet, muss im Marco Polo Vorurteile über Bord kippen. Vom Cockpit bis zum Eckschrank im Heck: Oberflächen wie in der normalen V-Klasse; hochwertiger Kunststoff, den zweiflammigen Gasherd schützen Rauchglasscheiben. Und den stabverleimten Boden meint man im Kofferraum eines CLS schon gesehen zu haben. Jedenfalls, wenn man den richtigen Marco Polo auf Basis der V-Klasse ordert. Im vom Nutzfahrzeug Vito abstammenden Marco Polo Activity (siehe Box) geht es dann doch etwas spartanischer zu.

Für das luftige Raumgefühl sorgt das mit Goretex-ähnlichem Gewebe bezogene Aufstelldach; entweder per Hand hochgedrückt, oder über ein kleines Steuergerät zwischen den Vordersitzen elektrisch bedient. Eingenähte Stäbe sorgen für sauberes Zusammenlegen und weil das niedere Ende jetzt sieben Zentimeter höher aufragt, können sich auch endlich Grossfüssige im Hochbett umdrehen. Dessen Lattenrost verfügt über Lastwagenkojen-Hightech und wird wie der Innenraum von LEDs beschienen. «Maximal 160 Kilogramm, bitte», sagt Fischer.

Unten lässt sich die Rücksitzbank zum zweiten Doppelbett umbauen. Sitze flachlegen, aus den Seitenwangen entweicht die Luft. Die Liegefläche passt vor allem Futonschläfern – angenehm hart; selbst ausprobiert und wie neugeboren erwacht. Und dann diese Details: Die Standheizung, die man demnächst auch per App wird fernbedienen können. Das Heckfenster lässt sich zum Lüften – diese Pastadämpfe – separat öffnen, wenn auch nicht von innen. In den Softtouch-Schubladen scheppern weder Teller noch Besteck. Und mit einer Ladung des 95-Ah-Akkus hält die Kühlbox bei minus 20 Grad Celsius 12 Stunden die Anglerbeute frisch. Nachgeladen wird langsam während der Fahrt oder schneller an der Steckdose. Zwei Tanks fassen 38 Liter Frisch- und 40 Liter Abwasser. Behelfsmässig wirkt nur der Cockpitvorhang als Sichtschutz.

Ach ja, fahren könnte man natürlich auch. Drei Turbodiesel mit 136, 163 oder 190 PS sind lieferbar; dazu beim stärksten ab sofort, bei den beiden anderen ab Herbst auch Allrad. Im Gegensatz zum Vorgänger bleibt mit dem 4x4 die Fahrzeughöhe bei 198 Zentimetern – praktisch, jeder Marco Polo passt ins Parkhaus.

Das PW-ähnliche Cockpit treibt jeden Nutzfahrzeug-Eindruck aus, bevor den Gelegenheits-Camperfahrer bergab mächtiges Schieben über die Vorderräder an die 300 Kilogramm Mehrgewicht des voll ausgebauten Marco Polo erinnert. Allein deren 120 stecken dabei im Dach. Aber der Gewöhnungseffekt setzt schnell ein und man lernt die langen, weichen Federwellen, mit denen ausgeschlagene Strassen ausgeglichen werden, zu schätzen. Wie war das: Wie lange können wir einen Testwagen haben? Wir kochen auch nicht drin, versprochen.

Mercedes Marco Polo 200 CDI R4-Turbodiesel | 220 CDI R4-Turbodiesel | 250 Blue Tec R4-Turbodiesel

Preis ab 63'600 Fr. | 66'300 Fr. | 70'800 Fr.
Hubraum 2143 cm3 | 2143 cm3 | 2143 cm3
Leistung 100 kW/136 PS | 120 kW/163 PS | 140 kW/190 PS
Drehmoment 330 Nm bei 1200–2400/min | 380 Nm bei 1400–2400/min | 440 Nm bei 1400–2400/min
Getriebe/Antrieb 6-Gang manuell, Hinterrad | 7-Stufen Automatik, Hinterrad | 7-Stufen Automatik, Allrad
0 bis 100 km/h 15,6 s | 13,3 s | 11,9 s
Spitze 182 km/h | 193 km/h | 199 km/h,
Norm-Mix 6,5 l/100 km | 6,0 l/100 km | 6,7 l/100 km
CO₂/Effizienzkat. 171 g/km CO2 | 158 g/km CO2 | 177 g/km CO2
Länge/Breite/Höhe 5140/1928/1982 mm
Leergewicht 2390 kg
Ladevolumen 670 l

Andreas Faust sagt:

"Wenn der Marco Polo schon hartnäckigste Campingmuffel zu positiven Kommentaren verleiten kann, dann muss ja was dran sein am rollenden Hotelzimmer von Mercedes. Vor allem überzeugen der hohe Verarbeitungsstandard und die zahlreichen pfiffigen Details. Für einmal eine Modell- Neuvorstellung, bei der es zunächst einmal fast zweitrangig ist, wie sie fährt. Sehr komfortabel übrigens."

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25 Jul 2015