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BMW 7er Predrive

WISCH UND WEG

Im Herbst rollt der neue BMW 7er zu den Händlern – mit neuen Assistenzsystemen, der Möglichkeit zum quasi-autonomen Fahren und Leichtbau. Wir durften schon hinter das Steuer.

Seine schlanke Linie darf der neue 7er nicht zeigen. Noch nicht. BMW verunstaltet sein Flaggschiff derzeit mit Klebefolie im Kringel- Look. Erst im Juni werden die Bayern ihren Luxus-Liner enthüllen. Auf der IAA im September hat die Limousine dann ihre Messepremiere und kurz danach rollt das Auto zum Händler. Hinters Lenkrad dürfen wir allerdings jetzt schon.

Tatort: das hermetisch abgeriegelte BMW-Testgelände in Miramas in Südfrankreich. Hier spulen gewöhnlich Prototypen und Vorserienmodelle ihre Fahrprogramme ab. Und heute auch der neue 7er, intern G12 genannt. Verhüllt wurde nicht nur das Blech, auch das Interieur lässt keine Chance zum Spicken. Schwarze Tücher bedecken Armaturenbrett, Türverkleidungen und Mittelkonsole. Erlaubt ist uns lediglich der Blick auf die virtuellen Rundinstrumente, völlig neu gestylt und hervorragend abzulesen. Die Brücke zur alten Cockpitwelt bilden nur noch die Chromringe um Tacho und Drehzahlmesser.

Den Entwicklern geht es in Miramas hauptsächlich um die Demonstration von drei Disziplinen: Leichtbau, Fahrdynamik und Konnektivität. Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich verspricht auch in Sachen Assistenzsysteme und Effizienz Bestmarken im Segment. «Mit dem 7er eröffnen wir eine komplett neue Heckantriebsarchitektur », sagt der Ingenieur. Und die ist hauptverantwortlich für den Fortschritt. BMW setzt in einer Stahlkarosserie auf eine intelligente Kombination mit Aluminium, Magnesium und – erstmals überhaupt im Automobilbau – auch Karbon. Das extrem leichte und feste Material sitzt im Dach, in den Schwellern, in der Bund C-Säule und im Mitteltunnel.

Magnesium trägt die gesamte Armaturentafel. Aus Aluminium sind Federbeinaufnahmen, Längsträger, Fahrwerksteile sowie Türen, Haube und Kofferraumdeckel. Lohn der Mühe: Der neue 7er wiegt bis zu 130 Kilogramm weniger als sein Vorgänger und ist damit der leichteste Vertreter seiner Klasse.

Weniger Gewicht bedeutet mehr Agilität. Nie zuvor fuhr sich eine Limousine dieser Grösse so handlich, zielgenau und mühelos. Erst recht, wenn das optionale Paket «Executive Drive Pro» mit elektromechanischer Wankstabilisierung sowie die Integral-Aktivlenkung an Bord sind. Hier lenkt sogar die Hinterachse mit ein. Auch der Komfort – Luftfederung serienmässig – im 7er ist grandios. Der Testwagen, ein 740i, schwebt buchstäblich wie auf Wolke Sieben. Selbst von seinem neuem Dreiliter-Sechszylinder-Biturbo ist so gut wie nichts zu hören; umso mehr aber die spontane Gasannahme zu spüren.

Technische Details behält BMW noch für sich. Durchgesickert aber ist bereits: Zur Markteinführung im Oktober starten die Münchener Autobauer mit den bekannten Varianten 740i, 740d und 750i. Ein Plug-in-Hybrid (740e) folgt 2016, ebenso die Topversion mit V12-Motor (760i) sowie ein Vierzylinder-Diesel (725d) und ein Vierzylinder-Benziner (730i). Sämtliche Antriebe sind mit einer Achtgang-Automatik kombiniert. Und selbstverständlich wird es für diverse Motorisierungen auch den Allradantrieb xDrive geben.

Neu nun mit Touchscreen

Einen grossen Sprung macht BMW bei der Bedienung. Die meisten Befehle lassen sich zwar wie gewohnt per Sprache, iDrive- Controler und neuerdings auch über Touchscreen ausführen. Nie zuvor aber war in einem Serienmodell eine Steuerung per Gesten möglich. Erscheint auf dem Display beispielsweise ein eingehender Telefonanruf, reicht entweder für die Annahme ein Fingerzeig darauf oder eine Wischbewegung für Ablehnung. Und dreht man den Zeigefinger in der Luft kreisförmig nach links oder rechts, regelt dies entsprechend die Lautstärke des Radios.

Auch im 7er kommen immer mehr Assistenzsysteme zum Einsatz. Auf der Autobahn folgt die Limousine bis zu einem Tempo von 210 km/h selbstständig dem Vordermann – Hände müssen aber noch am Lenkrad bleiben. Beim Ausfahren aus engen Lücken oder Einmündungen rückwärts wie vorwärts warnen Sensoren vor Querverkehr. Und falls der Neben- mann einem seitlich zu dicht ans Blech rückt, weicht BMWs Neuer sogar automatisch mit einem kleinen Schwenker aus.

Michael Specht sagt:

"BMW erfindet mit dem kommenden 7er seine Heckantriebsplattform neu und bezieht dabei auch die Carbon-Erfahrung aus den i-Modellen mit ein. Das Resultat beeindruckt: Wer hätte gedacht, dass man eine Luxuslimousine jemals würde so dynamisch um die Ecke bringen können? Und das Bedienkonzept könnte eine Revolution bedeuten wie einst i-Drive."

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24 Jun 2015