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Mercedes CLA

GRUMMELN UND GROLLEN

Kombi oder Limousine – beim CLA gerät das eher zur Glaubensfrage. Überragenden Mehrwert bietet der Shooting Brake nicht.

Mit Blick auf die Weltpolitik sollte man mit allzu martialischen Begrifflichkeiten ja etwas zurückhaltend sein. Aber der Automarkt gleicht offensichtlich zuweilen einem Schlachtfeld, auf dem um jedes Segment gestritten und um jeden Kunden gerungen wird. Da frohlockt das Mercedes-Marketing auch schon mal über 80 Prozent «Eroberungsrate». In den USA laufen angeblich die meisten CLA-Kunden von der Konkurrenz zu Mercedes über – um in der Terminologie zu bleiben.

In Europa wurde immerhin jeder Zweite für die Limousine seiner Marke untreu. Schön und gut. Doch bei den Stückzahlen sieht es leider anders aus: Während A-Klasse und GLA hierzulande ordentlich laufen, wurden im vergangenen Jahr von der Limousine lediglich 700 Exemplare verkauft. Aber vielleicht ändert sich das ja mit dem Shooting Brake. Schliesslich ist die Schweiz ein Kombi-Land.

Kombi-typische Tugenden darf man vom Shooting Brake nicht erwarten. Mit 495 bis 1354 Litern kann der Kompakte beim Gepäckvolumen nicht mit dem Klassenprimus Skoda Octavia mithalten, der bei gleicher Länge fast 300 Liter mehr fasst. So muss man den Shooting Brake wohl – wie die Kombiversion des grossen Bruders CLS – am ehesten unter der Rubrik «Lifestyle-Kombi» einsortieren. Mit seinem flach abfallenden Heck und der coupéhaften Fenstergrafik sieht er auf jeden Fall eine ganze Ecke schnittiger aus als der Viertürer – aber das ist natürlich Geschmacksache.

Vom Design einmal abgesehen, fällt es aber schwer, dem Kombi echten Mehrwert abzugewinnen. 25 Liter mehr Kofferraum bei hochgeklappten Sitzen sind kein schlagendes Argument. Zumal der Kofferraum mit schmaler Öffnung und Ladestufe alles andere als praktisch ist. Immerhin hat man trotz gleicher Gesamtlänge hinten etwas mehr Luft als in der Limousine. Die Kopffreiheit wächst um vier Zentimeter, ist aber auch im Shooting Brake noch recht knapp bemessen. Allerdings fällt der Einstieg in den Fond dank der weiter ausgeschnittenen Türen etwas leichter.

Ansonsten gleicht der Shooting Brake dem CLA wie ein Ei dem anderen. Die Motoren sind ebenfalls dieselben: Die Top-Varianten CLA 250 und 220 CDI überzeugen dabei durch gute Durchzugskraft und Laufruhe. Und natürlich gibt es auch vom Shooting Brake eine AMG-Version mit fettem Sound und sportlicher Optik.

Mercedes CLA Shooting Brake R4-Turbobenziner

Preis ab 56'800 Fr.
Hubraum 1991 cm2
Leistung 155 kW/211 PS
Drehmoment 350 Nm bei 1200–4000/min
Getriebe/Antrieb Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, Allrad
0 bis 100 km/h 6,8 s
Spitze 240 km/h
Norm-Mix 6,6 l/100 km
CO₂/Effizienzkat. 152 g/km CO2
Länge/Breite/Höhe 4630/1777/1439 mm
Leergewicht 1555 kg
Ladevolumen 495 bis 1354 l

Bei nur 800 Franken Aufpreis kann man wenig falsch machen.

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23 Mai 2015