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Mercedes AMG GT

AUFGELADEN STATT ABGEHOBEN

Nach dem Flügeltürer SLS bietet AMG nun den GT in zwei Leistungsstufen – mit profanen Portalen und gleichem Antriebskonzept, aber schneller, flinker und sogar ein gutes Stück günstiger.

Konkurrenz belebt das Geschäft, auch im Automobilbau. Bislang fuhr der Porsche 911 mehr oder weniger einsam an der Spitze seines Segments. Ab März mischt hier Mercedes mit, erstmals in seiner Geschichte überhaupt. Hinter dem Buchstabenkürzel AMG GT steckt ein Sportcoupé reinsten Kalibers, gestylt und gebaut nach klassischer Rezeptur: lange Motorhaube, eine weit nach hinten gerückte Kabine, breite Kotflügel-Schultern, knackig-kurzes Heck. Designchef Gorden Wagener, sonst eher Freund des gefalzten Blechs, gelang ein reiner, glatter Entwurf. Aus jedem Blickwinkel wirkt der GT wohlproportioniert.

«Wir haben uns bewusst für dieses Sportwagensegment entschieden, um zu zeigen, was wir können», sagt AMG-Chef Tobias Moers. Und nicht nur das. Der GT soll durch seinen niedrigeren Preis auch deutlich höhere Stückzahlen bringen als sein Vorgänger SLS. Von diesem stammt das technische Layout. Erneut setzten die Ingenieure auf die sogenannte Transaxle-Bauweise: Motor vorne, Getriebe hinten, verblockt durch ein dickes Tragrohr, Torque-Tube genannt. In ihm dreht sich eine Leichtbau-Antriebswelle aus Karbon. Der Grund für diese Anordnung liegt auf der Hand: die bessere Gewichtsverteilung. So lasten 53 Prozent auf den Hinterrädern. Keine schlechten Voraussetzungen für satten Vortrieb und gutes Handling.

Und wo lassen sich diese Eigenschaften besser ausprobieren als auf einer abgesperrten Rennstrecke? Mercedes wählte hierfür den Kurs von Laguna Seca in Kalifornien, berühmt und berüchtigt vor allem durch die spektakuläre Korkenzieher- Kurve. Der AMG GT – fahren konnten wir die S-Version mit 510 PS – nimmt selbst diese Pisten-Kombination in Bestmanier. Die Rennstrecke, das ist genau sein Revier; zumindest wenn der Controler auf der Mittelkonsole auf Modus Sport+ oder gar Race steht. Lenkpräzision und Kurvenverhalten sind exzellent. Man merkt, bei der Abstimmung hatten Profis mit Erfahrung die Hände am Spiel.

Gleiches gilt für den Motor. Das Ansprechverhalten und der Sound des 4,0-Liter-Biturbo-Aggregats – beide Lader sitzen innen im «heissen V» – könnten besser nicht sein. Das Kraftpaket schickt seine 650 Newtonmeter schon bei 1750/min ins Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Es bedarf keines Nobelpreises in Physik, um zu erahnen, wie sich der Zweisitzer mit diesem Drehmoment ins Zeug legt. Zudem besteht seine Karosserie fast vollständig aus Aluminium, wiegt lediglich 231 Kilogramm. Fahrfertig bringt der AMG GT S 1570 Kilogramm auf die Waage, beschleunigt in weniger als vier Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Allerdings: Weder in Laguna Seca noch in den tempolimitierten USA kann und darf der GT zeigen, wie schnell er wirklich ist. Mercedes verspricht 310 km/h.

Hohes Niveau zeigt der AMG GT auch im Interieur. Qualität und Materialien sind top. Das Cockpit passt wie ein Massanzug; viel wohler kann man sich in einem Sportwagen dieses Kalibers kaum fühlen. Und trotz aller Dynamik, die das Coupé verkörpert: der GT liefert seinem Besitzer auch ein Grundmass an Praktikabilität, von dem Porsche-Carrera-Fahrer nur träumen können. Unter der Heckklappe tut sich ein gut nutzbarer und zugänglicher Kofferraum auf, gross genug, um sogar zwei Golftaschen zu verstauen.

Zum Marktstart im März bietet AMG zunächst zwei Versionen des GT an; den S für 181 100 Franken und die exklusiv ausgestattete «Edition 1» für 199 975 Franken. Letztere, unter anderem mit festem Heckspoiler und Sichtkarbondach, ist nicht numerisch limitiert, sondern läuft bis Ende 2015. Dann soll auch die abgeschwächte GT-Einstiegsversion (462 PS) für 156 200 Franken zu haben sein.

Fehlt eigentlich nur noch eine Roadster-Variante. Wir sagen: Die kommt 2016. AMG-Chef Moers grinst, will ein solches Derivat nicht bestätigen. Nur so viel: «Wir halten uns die Tür für weitere Varianten offen.»

Mercedes AMG GT V8-Biturbo-Benziner | AMG GT S V8-Biturbo-Benziner

Preis ab 156'200 Fr. | 181'100 Fr.
Hubraum 4,0 l | 4,0 l
Leistung 340 kW/462 PS | 375 kW/510 PS
Drehmoment 600 Nm bei 1600/min | 650 Nm bei 1750/min
Getriebe/Antrieb 7-Gang-Doppelkupplung, Hinterradantrieb
0 bis 100 km/h 4,0 s | 3,8 s
Spitze 304 km/h | 310 km/h
Norm-Mix 9,3 l/100 km | 9,6 l/100 km
CO₂/Effizienzkat. 216 g/km CO2 | 224 g/km CO2
Länge/Breite/Höhe 4563/1939/1288 mm
Leergewicht 1615 kg
Ladevolumen 350 l

Michael Specht sagt:

"Bestechende Fahrdynamik, ein volltönender V8, dazu ein absolut Mercedes-würdiges Ambiente im Interieur und ein angenehmer Rest an Praxistauglichkeit: Der AMG GT dürfte sich öfter verkaufen lassen als sein Vorgänger AMG SLS – allein schon der konkurrenzfähigen Preise wegen."

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27 Mär 2015