Neuheit

Opel Astra - jetzt aber!

Schafft der neue Opel Astra nun endlich der Durchbruch? Die Voraussetzungen scheinen gut.

Veröffentlicht am 01.09.2021

Vor kurzem konnten wir einen noch stark getarnten Vorserienwagen des neuen Opel Astra auf der Erprobung selbst erfahren. Und nun die Weltpremiere in Rüsselsheim. Das wichtigste Automobil für die Rüsselsheimer seit - man wird den Eindruck nicht los, dass seit Jahren jede Neuheiten von Opel endlich den Durchbruch bringen wird. Oder sollte. Oder muss.

Deshalb zuerst das, was bisher noch kaum jemand wusste: die Ankündigung des Opel Astra-e. War in den vergangenen Wochen davon noch nicht die Rede, spricht man im Rahmen der Premiere selbstbewusst davon. Obwohl man die eVMP erst 2023 mit einem Kompakt-SUV präsentieren wollte. Die faktische Deckungsgleichheit der wichtigsten Schnittstellen der Astra-Basis EMP2 ermöglicht allerdings eine Verwendung der Karosserie auf dem Unterbau der vollelektrische eVMP. Deren technische Daten lesen sich beeindruckend: Akkukapazität von 60kWh bis 100kWh, Leistungen bis zu 340PS bei Allrad- und Zwei-Motor-Konfiguration und eine Reichweite von bis zu 650 Kilometern. Damit würde der Opel Astra-e einen grösseren Bereich abdecken als es der VW MEB derzeit kann.

Der Opel Astra zeigt Selbstbewusstsein

Auch wenn Design natürlich immer nur subjektiv zu sehen ist und man entsprechend vorsichtig damit sein sollte: der neue Opel Astra ist ein grosser Wurf. Der Stilistik-Chef Mark Adams spricht von «ausdrucksstarkem und kraftvollem Design». Man kann das unterschreiben.

Denn der Astra ist wirklich knackig. Länger, flacher und breiter als der Vorgänger bietet er schon geometrisch beste Voraussetzungen für einen muskulösen Stand auf der Strasse. Mächtig ausmodellierten Kotflügel und eine geschickt eingesetzte Umlaufkante der vorderen Haube inszenieren das nun-typische Markenvisier zu einem völlig neuen Selbstbewusstsein.

Liebevolle Ideen und ein tolles Interieur

Dabei sind es vor allem die wertigen und liebevollen Akzente, die den Opel Astra stark von seinen Vorgängern abheben. Haftete den GM-Ablegern immer eine etwas amerikanische Schwülstigkeit im Design an, herrscht in der neuen Generation beinahe preussische Strenge – und das trotz der französischen Wurzeln.

Gleiches gilt für das Interieur. Wer die richtigen Kreuzchen in der Preisliste setzt wird mit einem in der Kompaktklasse bislang einzigartigen Infotainment-System beglückt. Denn das neue volldigitale Pure Panel sitzt auf Wunsch hinter einer nahtlosen Echtglas-Scheibe. Darin sind nicht nur zwei 10-Zoll-Displays integriert, sondern auch die Lüftungsdüse für den Fahrer und ein aufwendiger Blendenmechanismus, der eine Sonnenschutzhaube oder ähnliche optische Störfaktoren obsolet macht.

Gegenentwurf zur schwächelnden Konkurrenz

Man fühlt sich tatsächlich an die neue S-Klasse erinnert, zumindest aber an die klare und kühle Designlinie von Tesla oder Polestar. Und das ist unbedingt als Kompliment aufzufassen. Selbst bei der Haptik gibt sich Opel keine Blösse, obwohl die beiden Aussteller im Rahmen der Weltpremiere sicher noch Vor- oder zumindest Nullserien-Status haben dürften. Gerade im Vergleich zur in letzter Zeit haptisch doch eher durchwachsen auftretenden Grosskonzern-Konkurrenz aus Wolfsburg, scheint der Opel Astra derweil in Führung.

Auch was die Bedienung angeht, hat man sich die berechtigte Kritik an der Konkurrenz zu Herzen genommen. Denn trotz aller Digitalität und Touch-Eingaben gibt es für Lautstärke, Klimatisierung und Direktfunktionen weiterhin beleuchtete Tasten unterhalb des Mittendisplays.

Sprichwörtlich spannend ist auch das Antriebsportfolio des neuen Opel Astra. Neben einer Reihe von Diesel- und Benzinmotoren wird es gleich zwei Plugin-Hybride geben (und später sogar einen rein elektrischen Astra-e.) Die Leistungsspanne reicht dabei von 110 PS des 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbos bis zu 130PS. Während beide Benziner mit 230Nm auskommen müssen, so drückt der 1,5-Liter-Vierzylinder-Diesel) kräftige 300Nm ab. Serienmässig kommen die Verbrenner mit einem Sechsgang-Handschaltgetriebe, die 130PS-Motoren können auf Wunsch mit der bekannten Achtgang-Automatik geordert werden.

Die künftige Richtung vorgeben

Ebenfalls automatisch und damit immer im optimalen Betriebsbereich laufen die beiden Steckerhybride. Ihre 12,4kWh-Batterie kann genug Energie für 60 Kilometer rein elektrische Reichweite nach WLTP bunkern. Danach springt ein 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner zur Seite. Im Topmodell bringt es der Verbrenner auf 180PS und schafft eine Systemleistung von 225PS. Damit sprintet er in 7,7 Sekunden auf 100km/h und zu einer abgeregelten Spitze von 235km/h.

Etwas weniger schnell schafft es der zweite PHEV. Seine Technik ist identisch, selbst der E-Motor mit seine 81kW/110PS ist der gleiche wie im grossen Bruder. Allerdings wird er durch eine Kennfeld-Limitierung bei 180 System-PS abgeregelt. Der Verbrenner steuert hier 150PS zu, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 225km/h, der Standardsprint ist in 7,9 Sekunden erledigt.

Es scheint, als sei der neueste Wurf aus Rüsselsheim mit der Anschubhilfe aus Paris wirklich ein sehr gelungenes Produkt. Der Erstkontakt bestätigt die theoretischen Qualitäten zumindest. Bleibt der erste Fahreindruck im Alltag - und die Preisgestaltung - abzuwarten.

Text und Fotos: Fabian Mechtel

Galerie:

Die Weltpremiere im Video:

 

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