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Porsche Taycan

Summen der Motoren

Der Taycan ist auf grosser Tour von Oslo bis nach Stuttgart. Wir erfuhren auf der Etappe über die Silvretta-Hochalpenstrasse, was der futuristisch tönende E-Porsche draufhat.

Was kommt als Erstes? Klar, die Launch Control ausprobieren. Linker Fuss auf die Bremse, rechter aufs Gas: Voll durchdrücken, dann runter von der Bremse. Hui, das geht ab! Augenblicklich stehen die 1050 Newtonmeter an, die G-Kräfte drücken mich unsanft in den Sitz. Genauso augenblicklich stellt sich der Geschwindigkeitsrausch ein: Gleich noch mal! Bis zu zehnmal hintereinander soll der Taycan den Launch-Start verkraften. «Huuuh!», tönt es beim beim Beschleunigen im Sport-Plus-Modus. Der Porsche Electric Sport Sound klingt, als ob bei der Enterprise der Warpantrieb startet. Genug jetzt! Denn so wie man beim Verbrenner einen allzu forschen Gasfuss mit erhöhtem Spritkonsum bezahlt, geht beim Taycan Reichweite flöten.

 

Cleveres Energiemanagement

Unsere Touretappe startet in Dornbirn (AUT) und führt zunächst über die Autobahn. Da Tempo 130 gilt und ich die Vmax von 260 km/h ohnehin nicht ausfahren kann, wechsle ich über das Drehrad am Volant in den Range-Modus. Das Gaspedal gibt jetzt mehr Widerstand und die Höchstgeschwindigkeit ist – je nach Voreinstellung – auf 90 oder 140 km/h begrenzt, lässt sich aber überdrücken. Im Sparmodus arbeitet bei sanftem Gasfuss teilweise sogar nur der E-Motor an der Vorderachse. Leise gleitet man dahin, einzig die Abrollgeräusche sind zu hören, da kein Turbo unter der Haube röhrt. Die elektronische Dämpferreglung sorgt dabei für straffe, aber nicht unkomfortable Federung und lässt sich je nach Fahrmodus anschärfen. 

Kurze Ladestops

Ein Blick auf den Batteriestand: Mit rund 80 Prozent und 280 Kilometern Reichweite sind wir losgefahren. Laut WLTP soll der Turbo S 412 Kilometer weit kommen. Doch der Fahrer, der vor mir im Auto sass, scheint das Bremspedal nicht gefunden zu haben. Schlecht für die Range! Denn standardmässig wird beim Taycan nur beim Bremsen rekuperiert. Wer ohne Bremsbetätigung im Schubbetrieb den Akku laden möchte, drückt einen entsprechenden Button am Lenkrad. 

Zeit zum Laden! Okay, eigentlich noch nicht. Denn wir haben noch für 100 Kilometer Saft. Aber weil die ultraschnellen Ionity-Ladesäulen, von denen es bis Ende 2020 europaweit 400 Stück geben soll, noch spärlich gesät sind, fahren wir die von Porsche vorgegebene Raststätte Klösterle an. Einen Hamburger und ein paar Gespräche später kann es bereits weitergehen. Bei 270 Kilowatt Ladeleistung ist die Batterie von 5 auf 80 Prozent in gut 20 Minuten geladen. Toll!

Weitere Fahreindrücke finden sich in der Ausgabe 11/2019, die ab dem 25. Oktober am Kiosk liegt.

Text: Michael Lux

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22 Okt 2019