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Comparis Umfrage

Schweizer sind wechselfaul

Gemäss Comparis sind die Schweizer bei der Autoversicherung sehr wechselfaul – obwohl zum Teil deutlich tiefere Prämien winken.

Die Prämien für Autoversicherungen befinden sich seit Jahren im Sinkflug und sind aktuell auf einem Rekordtief. Doch die Autobesitzer lassen sich durch ihre Trägheit das Sparpotenzial entgehen: 52 Prozent der Fahrzeughalter in der Schweiz haben noch nie ohne Autowechsel die Versicherung gewechselt. 43 Prozent der Autohalter haben sich noch nie nach günstigeren Policen erkundigt. Zudem kennen viele Fahrzeugbesitzer die Deckung der eigenen Versicherung nicht. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Online-Vergleichsdienstes comparis.

Nur vier Prozent der Autofahrer haben 2019 die Versicherung gewechselt  

Seit Anfang Jahr haben sich rund 11 Prozent (Vorjahr 14 Prozent) der Autobesitzer unabhängig von einem Fahrzeugwechsel über günstigere Prämien informiert. Nur 4 Prozent (Vorjahr 7 Prozent) haben die Autoversicherung in diesem Jahr tatsächlich gewechselt. 

Röstigraben: Deutschschweizer wechseln weniger

Ein Blick auf die Sprachregionen zeigt: Deutschschweizer Autofahrer sind wechselfauler als Romands. Mehr als jeder zweite Deutschschweizer (56 Prozent) hat noch nie ohne Fahrzeugwechsel seine Versicherung gewechselt. In der Romandie sind es 42 Prozent. Zudem geben 47 Prozent der Deutschschweizer an, sich bei bestehendem Versicherungsvertrag noch nie nach günstigeren Prämien erkundigt zu haben. Bei den Romands war es nur knapp jeder Dritte. 

Falscher Wissensstand über eigene Police

Die Comparis-Umfrage zeigt zudem grosse Wissenslücken zur eigenen Autoversicherung: 55 Prozent der Versicherten mit einer Teilkasko-Police glauben fälschlicherweise, ihre Versicherung übernehme selbstverschuldete Schäden am eigenen Auto. «Wer seine Deckung nicht kennt, wird im Schadenfall unter Umständen böse überrascht», mahnt Comparis-Mobilitätsexpertin, Andrea Auer. Nur Vollkasko-Policen decken selbstverschuldete Schäden am eigenen Fahrzeug. 

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Versicherten, die nur die obligatorische Autohaftpflichtversicherung abgeschlossen haben. 36 Prozent erliegen dem Irrglauben, ihre Versicherung übernehme einen selbstverschuldeten Schaden am eigenen Fahrzeug. 

Gut einem Drittel der Autofahrer (35 Prozent) ist zudem nicht bewusst, dass die Versicherung nach einem abgeschlossenen Schadenfall dem Autohalter den Vertrag kündigen kann. «Hat ein Autobesitzer in einem Jahr zu viele gleiche Schäden, kann die Versicherung den Vertrag anpassen, etwa mit einem Deckungsausschluss», sagt Auer. «Will der Kunde diese Anpassung nicht akzeptieren, kann die Versicherung das Vertragsverhältnis auflösen».

Text: Koray Adigüzel

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21 Sep 2019