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Corvette C8

Um 180 Grad gedreht

Die neue Corvette C8 ist die Erste mit Mittelmotor-Konzept. Nicht nur die Leistungsfähigkeit, auch Komfort, Technologie sowie Handwerkskunst wurden mit dem Generationenwechsel stark verbessert.

Manchmal muss man etwas komplett neues wagen. GM hat es gewagt. Da das Leistungskonzept mit Front-Mittelmotor  der C7-Generation ausgereizt worden ist und man bei GM nach noch etwas schnellerem strebte, einigte man sich für das Mittelmotor-Konzept. Dies sorgt bei einer Corvette für ungewohnte Proportionen, allerdings bei unverändert brachialem Design. Die aggressive Front liegt tief, die Fronthaube ist zu Gunsten einer besseren Übersicht sehr flach gestaltet. Unter ihr befindet sich der Frontkofferraum, der zusammen mit dem hinteren Kofferraum 358 Liter Stauraum bietet. Die Schnauze der Vette lässt sich via Lift-System um vier Zentimeter anheben, ausserdem lässt sich dies für bis zu 1000 Orte im GPS-System programmieren. Smart!

Vor allem aus seitlicher Perspektive wird das neue Antriebskonzept durch den schwarz umrahmten Lufteinlass hinter den Türen hervorgehoben. Nach wie vor ist die Corvette serienmässig ein Targa-Auto, das heisst, man kann das Dach manuell herausnehmen und die beiden Dachhälften im Kofferraum verstauen. Das Heck ähnelt durch die Leuchtgrafik dem Camaro, auch durch die neu links und rechts angeordneten Auspuffrohre. Der 6,2-Liter V8-Sauger wird stolz hinter einem Fenster präsentiert.

Fahrdynamisch auf neuem Niveau

Der überarbeitete Small Block Sauger bringt es nun auf 495 PS und 637 Nm Drehmoment, vorausgesetzt, man ordert das Z51-Performance-Paket, welches eine geänderte Aufhängung, Sportauspuffanlage, spezifische Achsübersetzung, eine höhere Kühlleistung sowie eine grössere Bremsanlage beinhaltet. Wie die Leistungsdaten ohne dieses Paket aussehen, verschweigt GM elegant. Auch konkrete Fahrleistungsdaten sind noch ausstehend. GM spricht von «unter 3 Sekunden» für den Normsprint mit Z51-Paket, was eine beachtliche Leistung wäre. Verwaltet wird die Kraft von einem neu entwickelten 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, womit durch das Halten beider Paddels sogar das manuelle Auskuppeln möglich ist. Das ändert aber nicht an der Tatsache, dass der Wegfall der Handschaltung vielen Fans sauer aufstossen wird.

Da sich der Schwerpunkt durch den nach hinten gewanderten Motor ebenfalls nach hinten verschiebt, erhöht sich auch die Traktion. Da die Vorderachse im Gegenzug erleichtert wird, verbessert sich das Einlenkverhalten. Obwohl Chevrolet von der leistungsstärksten Basis-Corvette aller Zeiten spricht, soll auch der Fahrkomfort so hoch wie noch nie sein. Was sich aber geringfügig verschlechtert hat, ist das Gewicht: Das Trockengewicht wird mit 1530 Kilo angegeben. Mit Flüssigkeiten sind das rund 1630 Kilo, während die auslaufende C7 fahrbereit etwas weniger als 1600 Kilo wiegt.

Nobles Interieur

Eine komplett neue Welt bietet das deutlich hochwertigere Cockpit, welches den Fahrer klar vom Beifahrer abtrennt. Auf der Abtrennung selbst befinden sich zahlreiche Knöpfe für die Klimatisierung sowie Sitzheizung. Ob das ergonomisch klug ist, muss sich erst noch weisen. Ein Eyecatcher ist das Cockpit vor allem mit einer Bicolor-Lederausstattung sowie Mikrofaser-Dachhimmel. Das digitale Cockpit ist serienmässig, ebenso das stark zum Fahrer geneigte Infotainmentsystem mit LTE-Anbindung, welches over-the-air-Updates ermöglicht.

Die Produktion der C8 Stingray beginnt Ende 2019. Wann die EU-Version nach Europa kommt, ist noch offen. Eine Ansage ist der Preis, denn Chevrolet spricht von weniger als 60'000 Dollar für das Basismodell. Davon darf man sich aber nicht blenden lassen, denn die EU-Version wird aufgrund des hohen CO2-Ausstosses erheblich teurer werden.

Text: Koray Adigüzel

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23 Jul 2019