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auto-i-dat

Dieselcomeback steht bevor

Seit drei Jahren kennt die Entwicklung der Dieselneuzulassungen in der Schweiz nur eine Richtung: nach unten. Aufgrund ihrer Marktbeobachtung gelangt die Zürcher Datenspezialistin auto-i-dat ag nun aber zum Schluss: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der Diesel sein Comeback feiert.

Es ist ruhiger geworden um den Diesel als Antrieb, obwohl er nach wie vor einen wichtigen Anteil dazu beiträgt, die Produktion von COzu vermindern: Er stösst bis zu 20 Prozent weniger Kohlendioxyd aus als ein Benzinauto – und Treibhausgas ist global gesehen die grosse Herausforderung. Auf Basis der neuesten Generation (6d-Temp) sind auch die höheren Stickoxidwerte beim Dieselantrieb kein Thema mehr. Kommt dazu: Im Vergleich verbraucht der Dieselantrieb bis zu 25 Prozent weniger Treibstoff, weil er ihn effizienter verbrennt als ein Benziner und die darin enthaltene Energie besser nutzt. Auf dieser Basis kommen die Forscher der Eidgenössischen Forschungsanstalt Empa zum Schluss: «Diesel ist besser als sein Ruf». 

Erstmals unter 30 Prozent-Anteil

Die Käufer von Neuwagen scheinen diese Argumente nach wie vor auszublenden: Seit 2015 sinkt der Verkauf von Dieselfahrzeugen in der Schweiz kontinuierlich, wie das aktuelle Monitoring von auto-i-dat ag zeigt: Wurden 2015 noch 125'892 Dieselneufahrzeuge verkauft, waren es per Ende des vergangenen Jahres noch 90'055 – ein Rückgang um knapp 30 Prozent (-27,6). Und der Rückgang setzt sich auch im laufenden Jahr fort: Im ersten Quartal wurden 20'323 Dieselfahrzeugen verkauft – 10,5 Prozent weniger als im selben Zeitraum des Vorjahres. Das Monitoring zeigt auch, dass die Käufer seit 2016 wieder vermehrt auf den Benziner setzen. Allerdings ist der Rückgang der Dieselverkäufe nicht alleine auf die – in der Schweiz unbegründete – Angst vor Fahrverboten zurückzuführen: «Mit ein Grund ist schlicht die Tatsache, dass das Angebot an Dieselfahrzeugen zurückgegangen ist», sagt René Mitteregger, Datenspezialist bei auto-i-dat ag. Auf Basis des ersten Quartals des laufenden Jahres ist der Diesel anteilsmässig erstmals seit Jahren unter die 30 Prozent-Grenze bei den Neuwagen gefallen. 

Occasionsmarkt: Diesel-Anteil steigt kontinuierlich

Erstaunlicherweise gegenläufig präsentiert sich die Entwicklung im Gebrauchtwagenmarkt: Hier steigt der Anteil an Dieselfahrzeugen seit Jahren kontinuierlich an; im vergangenen Jahr wurden mit 237'248 Stück so viele Dieseloccasionen verkauft wie noch nie zuvor. Gleichzeitig wurden mit 529'531 Benzinern 2,3 Prozent weniger verkauft als im Vorjahr. Die Erklärung hier: «Occasionskäufer orientieren sich am sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis im Diesel-Occasionsmarkt und nutzen es», sagt René Mitteregger. Der Datenspezialist ist sich aber sicher: Der Diesel steht vor einem Comeback – auch und gerade im Neuwagenbereich: «Er wird sich aus seiner Krise erholen, das ist aufgrund unserer Marktbeobachtung nur eine Frage der Zeit».

Text: Koray Adigüzel

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17 Mai 2019