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McLaren 600LT Spider

Dem Himmel so nah

Dem gleichnamigen Film «Dem Himmel so nah» wurden Kitsch und Langeweile in der Kritik nachgesagt. Das kann man vom McLaren 600LT Spider wahrlich nicht behaupten. Das Gegenteil ist der Fall.

Arizona Motorsport Park – die Location hätten die McLaren-Verantwortlichen nicht besser wählen können. Direkt neben dem rund 3,5 Kilometer langen Circuit schwärmen die F18- und F35-Kampfjets der US-Base zu ihren Übungsflügen aus. 

Ein Hauch von Top Gun liegt in der Luft. «Let’s go, take a seat», fordert mich der Instruktor auf. Also installiere ich mich auf den spartanisch gepolsterten Sitzen des 600LT Spider – dem fünften Mitglied der LT-Familie. Dach innert 15 Sekunden versenkt, V8 gestartet und schon geht die Post ab. Bei der Ausfahrt dröhnen kurze und exakte Anweisungen über den Bordfunk. «Be carefull, you have cold tires», mahnt mein Copilot zur Vorsicht.

 

Haftung ohne Ende

Nach einer kleinen Schikane folgt eine Never-Ending-Gerade. Fulminant legt sich der 3,8-Liter ins Zeug. Der Spider soll sich – nur 50 Kilogramm schwerer als das Coupé – in 2,9 Sekunden auf Tempo 100 katapultieren. Realistisch, so wie der Zweiplätzer abgeht. Bevor die erste Kurve naht, nehme ich es mit einer startenden F18 auf – null Chance. Der Sound in meinem Rücken martialisch. Von Langeweile kann keine Rede sein. 

Rauf auf die Bremse: Der 600LT verzögert, dass es mir die Augen aus dem Kopf hauen will. Meinen  Instruktor und mich drückt es in die Gurte, während ich die Gänge des Doppelkupplungsgetriebes reinknalle. Getreu der Devise: «Der Fahrer denkt, McLaren lenkt» marschiert der Brite um die enge Kurve. Er klebt auf dem Asphalt wie Sekundenkleber an den Fingern. Traktionsverlust? Fehlanzeige. Er sprintet bereits auf die nächste Kurve zu – diesmal eine links und noch enger. Abermals krallt sich der McLaren am Asphalt fest, abermals scheint es mir beim Anbremsen die Augen aus dem Schädel zu hauen. Es ist einfach eine Wonne, das 1400-Kilogramm Leichtgewicht um den Circuit zu prügeln. Da wird jede Runde zum Genuss, während sich der McLaren an Gutmütigkeit kaum überbieten lässt und er brav sowie ohne jede unflätige Überraschung seinen Strich zieht.

Doch Übermut tut selten gut. Auch dieses physikalische Kurvenmonster hat seine Grenzen.  Doch die sind weit gesteckt. So weit, dass wohl kaum einer jemals in diese Bereiche vordringt – jedenfalls nicht im öffentlichen Strassenverkehr. Schön, dass man dem Spider  selbst für den Geradeauslauf noch ein Fünkchen Komfort gelassen hat, sodass man mit ihm selbst die Langstrecke gut bewältigen kann. Wer also einen haben will, sollte sich beeilen. Schliesslich wird der 600LT Spider nur zwölf Monate lang produziert. Die Zeit läuft.

Text: Jörg Petersen

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19 Mär 2019