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Gumpert RG Nathalie

Elektro-Alkoholiker

Der deutsche Sportwagenbauer Gumpert geht neue Wege. Nach dem Zusammenschluss mit dem jungen chinesischen Unternehmen Aiways überrascht der deutsche Sportwagenbauer mit einem leistungsstarken Plug-in-Hybrid-Zweisitzer. Technisches Highlight ist die Methanol-betriebene Brennstoffzelle.

Schenkt sich einer literweise Alkohol ein, um in Fahrt zu kommen, ist in der Regel ein grösseres Problem zu lösen. Nicht, wenn es sich beim Betroffenen um ein Elektroauto handelt. Die Rede ist vom neusten Produkt aus der Sportwagenschmiede Gumpert in Ingolstadt. Nathalie, benannt nach der Tochter des Erbauers, ist ein kompaktes Coupé im Karbon-Kleid. Erfährt man, was unter der Karosseriehaut an Technik und Leistungspotenzial verborgen ist, ist das äussere Erscheinungsbild des Zweiplätzers geradezu bescheiden – Understatement auf Bayrisch.

Chinesische Investoren

Die Realisierung seines neuen Projekts verdankt der ideenreiche Ingenieur und vormals langjährige Audi-Mitarbeiter Roland Gumpert der Verbindung mit dem Technologieunternehmen Aiways. Gegründet erst im April 2017, beschäftigt die Chinesen in Schanghai heute bereits mehr als 1000 Mitarbeiter. 
Das Coupé  ist ein elektrisch angetriebener Plug-in-Hybrid, den Gumpert von den Elektroauto-Nachteilen – beschränkte Reichweite, lange Batterieladezeit – befreien wollte. Gelungen ist ihm dies, indem er zur Stromproduktion an Bord des Autos eine Brennstoffzelle einsetzt, die Reichweiten von bis zu 800 Kilometer erlaubt.

Wasserstoff wird an Bord produziert

Im Gegensatz zu den heute schon lieferbaren Modellen bezieht die Brennstoffzelle von Gumperts Nathalie den Wasserstoff aber nicht aus einem 700-bar-Tank, sondern über einen integrierten Reformer aus Methanol. Dieser Alkohol, chemisch CH4O, lässt sich an konventionellen Tankstellen ebenso schnell nachtanken wie Benzin und Diesel. Mit der Methanol-Powercell werden die Nachteile des grossen Speicherdrucks und der hohen Flüchtigkeit von Wasserstoff umgangen.

Starke Fahrleistungen

Die 60-kWh-Lithium-Ionen-Batterie speist die vier je 100 Kilowatt leistenden Elektromotoren. Als Zielwerte strebt Gumpert eine Beschleunigung von weniger als 2,5 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 sowie eine Vmax von über 300 km/h an. Um das zu erreichen, arbeitet das Entwicklungsteam nach wie vor am Gewicht der Batterie. Noch besteht genügend Zeit: Gumpert plant die Serienfertigung ab September 2019, anschliessend soll im Zeitraum von fünf Jahren eine Kleinserie von 500 Stück produziert werden.

Exklusive Fahrt

Die auto-illustrierte durfte bereits auf der Nordschleife mit dem Prototypen mitfahren! Detaillierte Eindrücke vom erlebten Fahreindruck sind in der Ausgabe 12/2018 nachzulesen, die ab Ende November am Kiosk erhältlich ist.

Text: Stephan Hauri

Bilder: Gumpert

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06 Nov 2018