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Auktion Toffen

Interessantes Angebot, gemischtes Interesse

Die Herbstauktion der Oldtimergalerie in Toffen war erneut sehr gut besucht und brachte einige Überraschungen bei stellenweise recht geringer Motivation seitens der Bieter. Ein paar Schnäppchenjäger kamen dafür voll auf ihre Kosten.

Er prangt auf der Titelseite des Auktionskatalogs und ist ein echtes automobiles Highlight. Der weisse Ferrari 330 GT 2+2 der ersten Serie von 1965 ist der Traumwagen schlechthin. Doch das Lot Nummer 54 erreichte gerade mal 180’000 Franken und wurde unter Vorbehalt verkauft. Erwartet war ein Zuschlagspreis von 280’000 bis 300’000 Franken, und so dürften sich Käufer und Käufer wohl kaum einig werden. So ging es bei einigen weiteren mit Hochspannung erwarteten Preziosen wie dem Cadillac Series 62 Sedan de Ville von 1956, bei dem niemand geringerer als Elvis Presley himself den ersten Kaufvertrag unterschrieben hat. 80’000 bis 100’000 Franken wurden erwartet, bei 72’500 senkte sich der Hammer. Erneut ein Verkauf unter Vorbehalt. 

Der Ferrari 512 BB von 1981 – mit Vergasermotor und nur 13’500 Kilometer auf dem schwarzen Buckel – rettete immerhin die Ehre der Hochpreisklassiker und ging als allerletztes Lot für 260’000 Franken über den Tresen. Auch zwei Mercedes wurden ihrem Ruf als teure Klassiker gerecht. Der 190 SL von 1961 fand für 120’000 Franken, der 280 SE Cabriolet von 1970 für 100’000 Franken einen neue Garage.

Des einen Freud’…

Aber auch Jäger nach günstigen Gelegenheiten kamen voll auf ihre Kosten, auch wenn nicht alle genutzt wurden. So fand eine äusserst gepflegte Mercedes S-Klasse von 1976 für 7500 Franken einen Käufer, ein VW 181 „The Thing“ mit einigem Pflegebedarf ging für nur 5500 Franken weg, und ein praktisch fabrikneuer Pontiac Bonneville 2-Door Coupe von 1979 mit nur 2980 Meilen auf dem Tacho wechselte für läppische 9000 Franken den Besitzer. 

Kurios war die Situation bei drei angebotenen, vergleichbaren Jaguar-Limousinen. Ein für 90’000 Franken restaurierter, roter Mk 2 mit Rechtslenkung im Traumzustand wollte niemand bieten. Selbst als der Auktionator einen Spottpreis von 25’000 Franken aufrief, griff niemand zu. Kaum besser erging es dem linksgelenkten eleganten 3.8 S, der mit Mühe und Not 14’000 Franken erreichte obwohl er 28’000 bis 32’000 Franken kosten sollte. Der Käufer darf sich freuen, denn der Verkauf erfolgte ohne Limit, also zu jedem Preis. 

Doch gegen Ende trat ein restaurierungsbedürftiger Mk 2 3.8-Liter Saloon von 1961 auf den Plan, der 40 Jahre gestanden hatte, keine Schlüssel dafür einen festsitzenden Motor besass. Um ihn entbrannte ein wahres Bietergefecht. Schliesslich fiel der Hammer bei stolzen 15’000 Franken. Und dies, obwohl kurz zuvor zwei fahrfertige ähnliche Fahrzeuge angeboten wurden, die keinerlei Restaurierungsbedarf aufweisen.  

Auf nach Gstaad

24 von 93 Autos nehmen die Einlieferer wieder nach Hause, weil kein oder ein viel zu niedriges Angebot vorhanden war. 28 wurden unter Vorbehalt verkauft, 44 haben definitiv einen Käufer gefunden. Aber es kommt ja bald die nächste Gelegenheit. Die kommende Auktion der Oldtimergalerie findet am 29. Dezember 2018 in Gstaad statt und dürfte erneut sehr interessant werden. Insbesondere wer noch keinen Oldie für die nächste Saison hat, sollte sich in Gstaad oder 2019 wieder in Toffen umschauen. Es gibt dort mit etwas Glück noch wirkliche Schnäppchen zu ergattern. 

Text: Stefan Fritschi 

Bilder: Stefan Fritschi

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29 Okt 2018