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VW T-Cross

Junior-SUV

VW hat in der Subkompakt-Klasse nur den Polo, während der Wettbewerb dort schon mit trendigen SUVs wildert.

Man hat nichts zu verlieren. Schliesslich gibt es bei VW bisher kein Angebot im unteren SUV-Segment, also kein Vorgängermodell, das noch abverkauft werden muss. Darum ist man sehr grosszügig und lässt die auto-illustrierte einen von drei getarnten Prototypen im Raum München kurz probefahren. Das ungetarnte Auto dürfen wir als Durchsichtmodell aus Kunstharz ebenso sehen wie die Sitzkiste für das Interieur. Leider sind Fotoapparat und Smartphone bei der Präsentation tabu. Deshalb müssen wir uns vorläufig mit einem «Augenzeugenbericht» und einer gekonnt gemachten Fotoretusche begnügen.

Reifere Kundschaft im Visier

Der T-Cross übernimmt den Radstand des VW Polo. Er ist allerdings 5,4 Zentimeter länger, während die Höhe um 11,2 Zentimeter wächst. Das Höhenwachstum wird gemeinsam durch eine erweiterte Bodenfreiheit als auch einen erhöhten Aufbau erreicht. Das macht den T-Cross übersichtlich, der Einstieg sowohl vorn als auch hinten ist komfortabler. VW sieht denn als Zielgruppe auch die Altersschicht 55 Plus – im Zeitalter des Jugendwahns ein erstaunlich aber offenes Zugeständnis. Doch sind wir ehrlich: Familien brauchen mehr Kofferraum und greifen zu dem grösseren T-Roc oder Tiguan, während jüngere Paare und Singles den sportlichen Polo bevorzugen. 

Ungewöhnliche Heckgestaltung

Die Front ist eine Ableitung des sportlichen T-Rocs, während die Flanke mit kräftiger Doppelfalte und die steil stehende Heckscheibe eher dem Tiguan ähneln. Der in den Prototypen verbaute, grobe Grill wird durch eine feinere Variante ersetzt, die unser Illustrator ganz gut getroffen hat. 

Ganz neu ist eine schwarze, durchgängige, dunkle Heckblende, welche die einzelnen Rückleuchtenfunktionen aufnimmt – und die uns entfernt etwas an den Ford Edge erinnert.  Zumindest für VW ist die Lösung aber gänzlich neu. Ansonsten sind Proportionen und Details VW-typisch solid und massentauglich gemacht. Kein Auge wird bei der offiziellen Enthüllung, die noch eine Weile auf sich warten lässt, wirklich überrascht sein. 

Cockpit im Polo-Stil

Das Interieur orientiert sich am Polo. Und das macht Sinn. Die Aufteilung der Bedienelemente ist identisch, das optionale Digital-Cockpit und der Zentralbildschirm laufen optisch ineinander über. Auch die farbigen Panels wird es im T-Cross geben. Das Hauptteil ist allerdings nicht glatt, sondern weist eine dreidimensionale Form mit zwei Phasen oben und unten auf. Auch wird es im Gegensatz zum Polo keine durchgängig lackierte Version geben. Vielmehr wird die Farbe zu den Türen hin auslaufen und in ein Schwarz übergehen. Uns scheint diese Lösung recht verspielt. Unser Vorschlag,  durchgängig eingefärbte Panels zu prüfen, wurde aufgenommen.  

Als praktisch wird sich auf jeden Fall die serienmässig um 15 Zentimeter verstellbare Rücksitzbank erweisen, und auch der optional nach vorn klappbare Beifahrersitz dürfte willkommen sein. Die ersten Fahreindrücke sind positiv, auch wenn Federung und Lenkung noch Abstimmungsbedarf haben. Insbesondere Raumangebot, Übersicht und Handlichkeit überzeugen jetzt schon. Allerdings brauchen Interessenten noch etwas Geduld. Der im spanischen Pamplona gefertigte Junior kommt erst im April 2019 zu uns.

Text: Stefan Fritschi

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11 Jul 2018