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VW T-Roc

Kein seltenes Exemplar

Mit dem T-Roc bringt VW bereits das vierte SUV-Modell auf den Markt. Zur Konkurrenz aus dem eigenen Konzern gesellen sich SUVs aus Asien, die immer besser werden. Kann sich das Kompakt-SUV im umkämpften Segment behaupten?

 

Die Luft wird langsam dünn im SUV-Segment. Und dafür ist der VW-Konzern selbst mitverantwortlich. Unterhalb des VW Tiguan, wo der T-Roc angesiedelt ist, tummeln sich mittlerweile die Seat-Modelle Ateca und Arona sowie der Skoda Karoq – längenmässig schön gestaffelt mit je 10 bis 15 Zentimetern Differenz. Dazwischen klemmen die Wolfsburger ihren 4,23 Meter langen T-Roc. Hat das Kompakt-SUV da überhaupt einer echte Chance, sich abzuheben?

Optisch ist der T-Roc unserer Meinung nach jedenfalls gelungen: die Proportionen ausgewogen, der Gesamtauftritt mit coupéhafter Dachlinie und kantiger Linienführung robust und sportlich zugleich. Die schwarze Offroad-Beplankung rundum passt ebenfalls zum Crossover-Style. Nur die Fake-Auspuffblenden wirken ein bisschen peinlich – sorry! 

Schade auch, dass unser Testexemplar in Sport-Ausstattung zwar mit coolen 19-Zoll-Alufelgen und mit eloxierter Dachreling vorfährt, aber nicht in einer der frischen Zweifarblackierungen mit dem Dach in Kontrastfarbe. Die wären noch mal ein zusätzlicher Hingucker. Als Ausgleich haben wir das SUV in fetziger Graffiti-Kulisse in Zürich inszeniert.

Innen viel Plastik

Tür auf, rein ins Interieur. VW-Kenner fühlen sich im Cockpit sofort heimisch. Alles da, wo man es gewohnt ist. Serienmässig verfügt der T-Roc Sport über das «Active Info Display» mit 9,5-Zoll-Bildschirm und konfigurierbarem Kombiinstrument, das es zuerst bei Audi gab und das nach wie vor begeistert. 

Die Bedienung über den hochauflösenden 8-Zoll-Touchscreen in der Mittelkonsole ist ebenfalls für jeden Smartphone-Nutzer intuitiv: einfach touchen und wischen! Natürlich gibt’s auch im T-Roc App-Connect und verschiedene Onlinedienste im Angebot. Die Sprachsteuerung – etwa zur Navieingabe – funktioniert ebenfalls gut. Und selbst wer nur mässig technisch begabt ist, kann dem Auto schnell eine SMS an den Kollegen diktieren. Nice to have!

Nicht ganz so nice hingegen: das viele Hartplastik, das im Innenraum verbaut wurde. Und auch die grauen Kunststoffziereinlagen in Armaturen und Mittelkonsole wirken nicht besonders hochwertig. Beides passt nicht zum ansonsten ordentlichen Qualitätseindruck, der durch Klavierlack- und Chromoptik sowie das Lederlenkrad und Alupedalerie entsteht.

Hübsch sind wiederum die in der Sport-Ausstattung serienmässigen Sportkomfortsitze in Stoff-Leder-Kombination. Sie sind sehr bequem und geben guten Seitenhalt. Positiv fallen zudem die ausreichend langen Sitzauflagen auf – das findet man bei anderen kompakten Modellen, beispielsweise aus Asien, selten.

Die Rückbank bietet ebenfalls eine ausreichend lange Oberschenkelauflage. Die Beinfreiheit im Fond ist ausreichend, solange vorn und hinten keine Sitzriesen Platz nehmen. Die Kopffreiheit geht trotz des optionalen Panorama-Schiebedachs in Ordnung. 

Geradezu üppig fällt für seine kompakten Abmessungen der Kofferraum des T-Roc mit bis zu 1290 Litern bei umgelegten Sitzen aus. Zum Vergleich: Der Hyundai Kona aus dem letzten grossen Test bietet maximal 1145 Liter Stauraum. Gut gefallen ausserdem die niedrige und ebene Ladekante des T-Roc sowie die elektrische Heckklappe. Das Packaging des Kompakt-SUV stimmt also. Und wie sieht es mit dem Fahrverhalten aus?

Top in Form

Unser Testwagen kommt mit der Topmotorisierung, dem bewährten Zweiliter-TSI und 190 PS, Allradantrieb sowie Siebengang-DSG daher. Der Turbobenziner tönt zwar ein klein bisschen rau, wird aber nicht schnell laut. Im Antritt kommt die Kraft zwar leicht verzögert, dann zieht der T-Roc aber flott los und leistet sich keine Zugkraftunterbrechung mehr. Vor allem im höheren Drehzahlbereich auf der Autobahn läuft er wie ein Uhrwerk und hängt schön am Gas – besonders im Sport-Modus. Das DSG schaltet relativ spät, um die Drehzahlen hochzuhalten. Wie schön der Vierzylinder läuft, zeigen auch die Messergebnisse: Auf dem Prüfstand brachte er ein paar PS mehr als gefordert, und bei der Beschleunigung von 0 auf 100 km/h unterboten wir mit 6,2 Sekunden die Herstellerangabe um fast eine Sekunde. Letzteres ist umso erstaunlicher, da der Testwagen mit 19-Zoll-Winterrädern bestückt war, die etwas holprig abrollen. 

Auch beim Fahrverhalten zeigte sich der VW von seiner sportlichen Seite: Die Federung des optionalen Sportfahrwerks fällt relativ straff aus, Wankbewegungen halten sich daher in Grenzen. Die Lenkung ist direkt, und der T-Roc neigt auch in schnellen Kurven kaum zum Untersteuern. 

Trotz seiner optischen Offroad-Attribute und der über einen Drehschalter variierbaren Offroad-Modi für verschiedene Untergründe ist der Allradler wohl eher in der City und auf der Autobahn als im Gelände zu Hause. Aber Achtung: Wer es zu sehr laufen lässt, bekommt die Quittung an der Zapfsäule: Im Test genehmigte sich das SUV satte acht Liter. Dafür war er auf der Normrunde mit 6,2 Liter sogar sparsamer als gefordert. Man kann dem T-Roc also nichts vorwerfen.

Michael Lux sagt

Das Fahrverhalten des T-Roc ist top. Technik sowie Infotainment sind auf dem neuesten Stand, das Platzangebot geht in Ordnung. Aber ist das genug? All das bietet der grössere Seat Ateca auch. Und der kostet bei gleicher Motorisierung und ähnlicher Ausstattung sogar weniger.

Stärken

Abgesehen von der leichten Anfahrschwäche leistet sich der TSI keine Zugkraftunterbrechung. Fahrdynamisch ist der T-Roc für ein SUV relativ sportlich ausgelegt. Das Kompakt-SUV ist ausserdem dank ausreichend Platz voll alltagstauglich.

Schwächen

Kleine Abzüge gibt es für das viele Hartplastik im Cockpit. Die Beinfreiheit ist für Grossgewachsene ausserdem leicht eingeschränkt. In Kombination mit dem DSG kommt die Leistung im Antritt etwas verzögert, und der Testverbrauch fällt recht hoch aus.

Hinweis: Hinweis: Dieser Test stammt aus der Ausgae 05/2018.Vollständige Messergebnisse sind im Heft ersichtlich. Ein Abo kann hier bestellt werden.

Technische Daten

Marke / Modell VW T-Roc 2.0 TSI 4Motion Sport
Preis Basismodell / Testwagen 40 750 Fr. / 47 890 Fr.
Motor R4-Turbobenziner, Direkteinspritzung, 1984 cm3 (82,5 x 84,2 mm)
Leistung 140 kW/190 PS bei 4200–6000/min
Drehmoment 320 Nm bei 1500–4180/min
Antrieb 7-Gang- Doppelkupplungsgetriebe, Allradantrieb
Beschleunigung 0-50 km/h, 0-100 km/h, 0-160 km/ 2,1 s / 6,3 s / 17,0 s
Vmax 216 km/h
Bremsweg min./max. 34,4/36,4 m
NEFZ-Verbrauch 6,8 l/100 km, 155 G/CO2 pro km, Energieeffizienzkategorie G
Test-Verbräuche 8,1 l 100 km (Mix), 6,2 l/100 km (ai-Runde), 8,7 l/100 km (Messungen)
Fahrwerk Vorn McPherson, Vierlenker-Hinterachse
Lenkung Elektromechanische Servolenkung
Leergewicht 1591 kg
Abmessungen 4234 mm / 1819 mm / 1573 mm
Kofferraum 445–1290 l
Wendekreis 11,1 m
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02 Jul 2018