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Hyundai Kona

Fakten, Fakten, Fakten

Noch ein Lifestyle-SUV. Nur heisse Luft oder liefert das jüngste SUV aus Südkorea anständige Egebnisse?

Was die Farbe doch ausmacht! Während der Kona für den ai-Lesertest (Ausgabe 3/2018) in flottem Rot vorfuhr, kam der neue Testwagen in dezenter Weiss-Metallic-Lackierung daher. Macht nichts. Auffällig bleibt Hyundais kleines SUV auch so – dank des Kaskadenkühlergrills und der schwarzen Anbauteile rundum. Und auch die eigenwillig unterteilten Leuchten vorn und hinten sprangen sofort ins Auge. Kurz: Der Kona sticht heraus aus dem SUV-Allerlei. Mehr soll zur Optik gar nicht gesagt werden. Wir haben schliesslich Fakten versprochen. Und Design ist immer Geschmacksache.

Innen Vollausstattung

Das gilt auch für den Innenraum. Nur so viel: Das Lesertestauto mit roten Sitzgurten und roten Zierteilen in Armaturen und Lüftungsdüsen wirkte deutlich freundlicher als unser Auto. Ein Fakt ist hingegen der hohe Hartplastikanteil, den man nicht nur fühlen, sondern im noch ganz neuen Testwagen auch riechen konnte. Das Lederlenkrad und die Ledersitze mit grauen Kontrastziernähten heben den Gesamteindruck dann jedoch wieder. Zumal die Vordersitze nicht nur äusserst bequem sind und sich – wie das Lenkrad – beheizen und darüber hinaus sogar noch belüften lassen. Bei der eiskalten Witterung während der Testphase hätte es manchem Testredaktor jedoch gerne noch etwas schneller warm unterm Allerwertesten werden können. Voll überzeugt haben hingegen das tadellos funktionierende Navi sowie die einfache Bedienung über den hochauflösenden 8-Zoll-Touchscreen.

Selbst die Anordnung der Instrumente und der Knöpfe wirkt durchdacht. Die Mittelkonsole ist nicht zu überladen, alles ist an seinem Platz. Ausstattungsmäs-sig punktete der kleine Koreaner bei den Testern ebenfalls. In der höchsten Ausstattungsvariante «Launch Plus» ist bereits alles vorhanden, was ein modernes Auto haben muss: von Bi-LED-Scheinwerfern über Totwinkel- und Spurhalteassistenten bis hin zum Notbremsassistenten mit Fussgängererkennung. Einzige Option unseres Testwagens: die Metallic-Lackierung für 750 Franken, sonst ist alles serienmässig an Bord. Und das für rund 35 000 Franken. Top!

Mehr Platz als gedacht

Für seine 4,16 Meter Länge fühlt sich der Kona innen erstaunlich geräumig an. Vorn haben selbst Grossgewachsene ohne Probleme Platz. Auf der bequemen Lederrückbank wird es für sie nur an den Beinen eng. Die Türöffnungen sind ausserdem etwas schmal geraten, was den Einstieg zum Fond für Langbeinige erschwert. 

Der Kofferraum geht dafür mit 361 bis 1143 Litern voll in Ordnung. Gut gefällen auch der ebene Kofferraumboden bei umgelegten Sitzen sowie die tiefe Ladekante, die das Beladen erleichtert. Zudem verbergen sich unter dem Laderaumboden zusätzliche – wenn auch sehr flache – Unterbodenfächer. Für den mittelgrossen Einkauf sowie die Urlaubsfahrt zu zweit reicht es also allemal. 

Messwerte über dem Soll

Zunächst die nackten Fakten: Auf dem Prüfstand brachte der leise und laufruhige Vierzylinder-Turbobenziner statt der geforderten 177 satte 196 PS. Das Drehmoment fiel mit 275 statt 265 Nm ebenfalls höher als vom Hersteller angegeben aus. Und das hat natürlich zwangsläufig Auswirkungen auf die Beschleunigungswerte: Von null auf Tempo 100 brauchte der Kona nur 6,9 Sekunden. Damit waren die ai-Tester eine volle Sekunde schneller als die technischen Daten verhiessen.

So rasant, wie die Zahlen klingen, fühlte sich der Kona im Alltag allerdings nicht an: Er fährt sich insgesamt flott und liefert ausreichend Durchzug über das gesamte Drehzahlband. Dabei macht es keinen Riesenunterschied, ob man im Eco- oder Normalmodus unterwegs ist. Erst im Sportmodus dreht der Koreaner spürbar auf. Neben etwas spontanerem Ansprechverhalten erhöht sich unter Volllast jedoch auch die Geräuschkulisse. Am Berg dröhnt der Kona in Kombination mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe beispielsweise recht laut. Ansonsten macht der Automat einen guten Job und schaltet im Sportmodus bewusst spät, um den Motor auf Drehzahlen zu halten.

In Kurven überraschte Hyundais SUV ebenfalls positiv. Zwar wirkt der Kona insgesamt etwas hochbeinig, trotzdem neigt er selbst in schnellen Kurven nicht zu übertriebenen Wankbewegungen. Dies obwohl die Federung komfortabel ausgelegt ist und der Kona einen relativ hohen Schwerpunkt aufweist. Das ESP bremst das Fahrzeug frühzeitig ein, sodass Anzeichen von extremem Über- oder Untersteuern im Keim erstickt werden. Die direkte Lenkung sowie der serienmässige Allradantrieb tragen darüber hinaus zum agilen Fahrverhalten bei. Obwohl der Kona über eine Differenzialsperre sowie Bergan- und -abfahrhilfe verfügt, zählt er zur Gattung der kleinen Lifestyle-SUVs. Dass er im Gegensatz zu vielen Vertretern dieses Segments als 4x4 erhältlich ist, dürfte ihm bei potenziellen Kunden jedoch einen dicken Pluspunkt verschaffen.

Michael Lux sagt

Der Kona punktet mit eigenständigem Design und guter Ausstattung zum fairen Preis. Selbst wenn er selten im Offroad-Einsatz sein wird, verschafft ihm der Allradantrieb einen entscheidenden Vorteil. Darüber hinaus lässt sich das SUV noch sparsam bewegen. 

Stärken

Allradantrieb, ein relativ sparsamer Spritverbrauch bei entsprechender Fahrweise sowie die umfangreiche Serienausstattung und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis sind die Stärken des Hyundai Kona. Hinzu kommt das alltagstaugliche Platzangebot.

Schwächen

Leichte Abstriche in der B-Note für das geruchsintensive Hartplastik. Das ist selbst bei günstigen Neuwagen nicht mehr Usus. Die geringe Beinfreiheit im Fond ist für Grossgewachsene ein Manko. Ferner wäre ein kleines biss-chen mehr Pfupf wünschenswert.

Bilder: Vesa Eskola

Hinweis: Dieser Test stammt aus der Ausgae 04/2018.Vollständige Messergebnisse sind im Heft ersichtlich. Ein Abo kann hier bestellt werden.

Technische Daten

Marke / Modell Hyundai Kona 1.6 T-GDI Launch Plus
Preis Basismodell / Testwagen 34'900 CHF / 35'650 CHF
Motor R4-Turbobenziner, Direkteinspritzung, 1591 cm3 (74,0 x 85,4 mm)
Leistung 130kW/177 PS bei 5500/min
Drehmoment 250 Nm bei 1500–3500/min
Antrieb 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, Vorderradantrieb
Beschleunigung 0-50 km/h, 0-100 km/h, 0-160 km/ 2,8 s, 6,9 s, 17,8 s
Vmax 205 km/h
Bremsweg min./max. 39,0 m / 43,3 m
NEFZ-Verbrauch 6,7 l/100 km, 153 G/CO2 pro km, Energieeffizienzkategorie G
Test-Verbräuche 7,3 l 100 km (Mix), 6,0 l/100 km (ai-Runde), 7,5 l/100 km (Messungen)
Fahrwerk Vorn McPherson, hinten Vierlenkerachse
Lenkung Elektromechanische Servolenkung
Leergewicht 1477 kg
Abmessungen Länge/Breite/Höhe 4165/1800/1565 mm, Radstand 2600 mm
Kofferraum 361 - 1143 l
Wendekreis 10,6 m
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22 Jun 2018