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Julius Bär Zürich E-Prix

Monte-Carlo-Stimmung in der Schweiz

Start zur Formel E in Zürich.
Sébastien Buemi und Supermodel Noemi Campell.
Leider nur Platz 5 für Sébastien Buemi.
Enttäuschung bei Edoarda Mortara.
Mortara stellte seinen Venturi bereits nach 16 Minuten mit Aufhängungsbruch ab.
Sieg für den Brasilianer Lucas di Grassi.
Zur Abkühlung geht's in den Zürisee.
.. und nach dem Auftauchen geht es für Lucas di Grassi zur Pressekonferenz.
Ursprünglich war der Audi e-tron Vision Gran Turismo für ein Sony-Game bestimmt.
Drei Elektromotoren leisten im e-tron Vision Gran Turismo 815 PS/1000 Nm.

Der Julius Bär Zürich E-Prix war ein voller Erfolg. Mehr als 100‘000 Zuschauer wollten das Spektakel nicht verpassen, wenn nach 63 Jahren Abstinenz erstmals wieder ein Rundstreckrennen auf Schweizer Boden stattfindet.

Was Monte Carlo für die Formel 1 ist, ist spätestens nach dem Wochenende vom 10. Juni Zürich für die Formel E. Glanz, Glamour und natürlich erstklassigen Motorsport bekamen die Fans zu sehen. So muss man den Organisatoren rund um ABB und Julius Bär ein grosses Kompliment aussprechen, dass sie den Mut hatten und es geschafft haben, nach dem Rundstreckenverbot von 1955 endlich wieder einen solchen Event auf die Beine zu stellen.

Was Ricciardo kann, ist di Grassi nur recht

Dabei lagen die Hoffnungen auf den beiden Schweizern Sébastien Buemi und Edoarda Mortara. Klar, dass die Lokalmatadoren bei ihrem Heimspiel glänzen wollten. Doch es kam anders. Nach dem Qualifying mussten sich Buemi und Mortara zunächst mit den Plätzen 6 und 13 zufriedengeben. Im Rennen stellte Mortara seinen Venturi bereits nach 16 Minuten mit einem Aufhängungsbruch ab. Also lastete alles auf den Schultern von Renault e.dams-Pilot Buemi. Bis zum Fahrzeugwechsel schien er auf Podiumskurs zu sein. Erst eine Durchfahrtstrafe machte die Hoffnung zunichte, sodass er auf P5 das Rennen beendete. Den historischen Sieg fuhr ein anderer ein. Vom fünften Platz nahm der Brasilianer Lucas di Grassi das Rennen unter die Räder. Er zeigte den vor ihn fahrenden von Beginn weg, dass er ein gewichtiges Wörtchen bei der Vergabe des Sieges mitreden wollte. Nach gut 25 Minuten überholte er mit einem tollen Manöver den Polesetter und Jaguar-Pilot Mitch Evans, setzte sich sofort von ihm ab und gab auch nach dem Fahrzeugwechsel zur Halbzeit des Rennens die Führung nicht mehr her. Die wohlverdiente Abkühlung holte er sich dann nach der Siegerehrung mit einem kühnen Sprung in den Zürichsee.

Grosse Ehre

Im Rahmen des Formel E Grand Prixs zeigte Audi seine Studie e-tron Vision Gran Turismo. Neben dem Ski-Ass Lara Gut wurde auch auto-illustrierte Chefredaktor Jörg Petersen die Ehre zu teil, in dem 815 PS und 1000 Nm starken Concept-Car auf dem heissen Stuhl neben Dindo Capello Platz zu nehmen. Angetrieben von drei Elektromotoren – zwei davon auf der Hinter- und einer an der Vorderachse – dirigierte der 54-jährige Italiener den 1450 Kilogramm leichten Sportler durch die Strassenschluchten von Zürich. Bei einer Beschleunigung von unter 2,5 Sekunden auf 100 km/h, zog der an den legendären Audi 90 Quattro IMSA GTO erinnernde und ursprünglich für das Sony-Computerspiel Gran Turismo Sport entwickelte Renner wie vom Bungeeseil gezogen über den rund 2,1 Kilometer langen Strassenkurs. Was Petersen alles während dieser Runden wiederfuhr, können Sie in der Juli-Ausgabe der auto-illustrierte, die ab 29. Juni am Kiosk ist, lesen.

Termin 2019

Zwar im neuen Rennkalender noch unter Vorbehalt geführt, dürfte es nach diesem tollen Wochenende nur eine Frage der Zeit sein, wann der 11. Juni 2019 durch die FIA bestätigt wird. Das Datum sollte man sich unbedingt vormerken, da die Organisatoren schon jetzt dabei sind, ein noch attraktiveres Rahmenprogramm auf die Beine zu stellen. Angeblich hat Zürich einen Vertrag mit der Sportbehörde für die nächsten drei Jahre bereits abgeschlossen.

Text: Jörg Petersen
Fotos: Hersteller

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10 Jun 2018