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Porsche 911 GT3 R

Neuer Kundensport-Renner

Porsche stellt seinen neuen Rennwagen GT3 R für den GT-Kundensport vor. Ein 550 PS starker Sechszylinder-Boxer treibt den Rennwagen an. Aerodynamik und Sicherheit wurden im Detail verbessert.

Der neue Porsche 911 GT3 R bleibt dem Heckmotor-Prinzip treu. Eigentlich hatte Porsche andere Pläne. Weissach wollte, wie beim Le Mans-Rennwagen RSR, die Position von Getriebe und Motor tauschen, um einen Kundensportrennwagen mit Mittelmotor zu schaffen. Die Vorteile: eine bessere Balance und ein geringerer Reifenabrieb an der Hinterachse. Die Konkurrenz durchkreuzte dem Vernehmen nach die Pläne. Deshalb feuert der wassergekühlte 4,0-Liter-Sechszylinder-Boxer seine 550 PS weiter von gewohnter Stelle ab.

Noch in diesem Jahr im Einsatz

Die Kraft des Direkteinspritzers mit variablen Ein- und Auslassnockenwellen und sechs elektronisch betätigten Drosselklappen fliesst an ein Sechsgang-Klauengetriebe mit elektrischer Schaltwalzenaktuatorik. Der Fahrer wechselt die Gänge über Wippen am Lenkrad. Ein Kupplungspedal gibt es nicht. Die Kupplung wird elektrohydraulisch gesteuert, was die Starts vereinfacht.

Obwohl die Anordnung von Motor und Getriebe verschieden ist, kann man den neuen GT3 R als kleinen Bruder des RSR bezeichnen. Im Vergleich zum GT-Rennwagen für die Sportwagen-WM ist das Kundensportmodell ein Schnäppchen. Der RSR kostet über 960'000 Euro. Der Porsche 911 GT3 R hingegen 459.000 Euro. Porsche will so den Geldbeutel der Kunden schonen. Service- und Ersatzteilkosten sollen verglichen mit dem Vorgänger, niedriger ausfallen. Den neuen Porsche 911 GT3 R entwickelte Weissach über 18 Monate. Noch in diesem Jahr soll er bei Läufen der VLN-Langstreckenmeisterschaft eingesetzt werden. Porsche will ihn für die Saison 2019 feintrimmen und eventuelle Kinderkrankheiten aussortieren.

Heckflügel in maximal erlaubter Breite

Im Lastenheft der GT-Abteilung standen die üblichen Punkte: Aerodynamik, Effizienz, Fahrbarkeit und Sicherheit. Den Heckflügel streckt Porsche auf die maximale Breite von 1900 Millimeter. Kiemen auf der Oberseite der Radhäuser steigern den Anpressdruck an der Vorderachse. Sie trägt auch der Vorgänger. Der 911 GT3 R kommt ohne die ganz große Revolution. Man kann von aerodynamischen Entwicklungen im Detail sprechen.

Das Dach, den Frontdeckel, das Bugteil, die Kotflügel, Spiegel, Türen sowie das Seiten- und Heckteil fertigt Porsche aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff (CFK), um Gewicht zu sparen. Die restliche Karosserie besteht wie beim Strassensportwagen GT3 RS aus Aluminium und Stahl in Mischbauweise. Alle Scheiben sind aus Polycarbonat.

Grössere Räder als Vorteil

Der Sechszylinder-Boxer soll die Leistung gleichmässiger entfalten und über ein breiteres Drehzahlband verteilen. Beim Fahrwerk besserte Porsche nach, um Fahrverhalten und Handling zu vereinfachen. Komplett neu ist die Vorderachse. «Wir gehen weg von der MacPherson-Vorderachse hin zu doppelten Querlenkern», sagt GT-Chef Frank Walliser. «Deshalb können wir grössere Räder unter die vorderen Radhäuser stecken», was eine bessere Bremsperformance und einen geringeren Reifenverschleiss über die Distanz verspricht – ein nicht unerheblicher Vorteil bei einem 24h-Rennen. 650 statt 680 Millimeter beträgt nun der Reifenumfang an der Vorderachse. Die Reifendimensionen: 300/680-18 vorn und 310/710-18 hinten.

Der Fahrersitz ist nun nicht mehr verstellbar, sondern sechsfach fest verschraubt. Im Notfall können Streckenposten und Rettungskräfte den Piloten über eine Luke im Dach befreien. Der eingeschweisste Überrollkäfig schützt ebenso beim Einschlag wie das Seitenaufprallelement im Bereich der Fahrertür, das aus einer Kohlefaser-Kevlar-Aluminium-Konstruktion mit energieabsorbierendem Kunststoffschaum besteht. Das Cockpit verfügt nun über eine Klimaanalage – die Fahrer werden ihr danken.

Text: Koray Adigüzel

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17 Mai 2018