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Microcar-Treffen

Zwergenparade

Am letzten April-Wochenende fand erneut das Microcar-Treffen in Wohlen, Aargau, statt. Ein nur alle vier Jahre wiederkehrendes Ereignis, welches weltweit Beachtung findet, weil immer wieder äusserst seltene Fahrzeuge oder Einzelstücke den Weg in die Schweiz finden.

Der Klang – und auch der Duft – von Zweitaktern liegt in der Luft. Doch auch die vielen Viertaktmotoren, die in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg das darniederliegende Europa wieder mobil machten, erzeugen eine spannende, akustische Kulisse. Natürlich gab es schon vor den Kriegen kleine Autos. Aber inbesondere die aus Material- und Geldmangel sowie unter den Reparationslasten in Deutschland entstandene Unzahl von Einzelstücken, Kleinserien und sehr erfolgreichen Grossserien prägte das Strassenbild für viele Jahre. Als die Menschen wieder mehr Geld in der Tasche hatten, wurden die Kleinwagen – Kleinstwagen hiessen sie erst später – massenhaft verschrottet und gegen «richtige» Autos wie Käfer und Co. eingetauscht. 

Viele unbekannte Grössen

Etwa 160 Winzlinge fanden sich auf dem Seifi-Areal und der benachbarten, zum Zeltplatz umgebauten Wiese, ein. Teilweise kamen sie auch aus dem europäischen Ausland, manche wurden auf Hängern angeschleppt, weil man die Mini-Aggregate schonen wollte. Andere wiederum hatten selber einen Mini-Wohnanhänger im Schlepptau. 

Nebst den bekannten Grössen wie BMW Isetta/600/700, Heinkel Kabinenroller, Messerschmitt, Vespa oder Goggomobil kamen viele sehr selten oder noch nie gehörte Namen. Den Kleinschnittger oder das Fuldamobil kennen nur Insider. Das gilt auch für Spatz, Brütsch, Acoma, AWS oder die Schweizer Marke Rapid, die man heutzutage nur noch als Landmaschinenhersteller kennt.

Buntes Strassenbild

Die Autos waren fast das ganze Wochenende unterwegs auf Rundfahrten oder zum GP Mutschellen und gaben dem Strassenbild ein ganz neues Gepräge. Für die heutige Generation ist es kaum mehr nachvollziehbar, wie man einst mit solch kleinen Vehikeln über die Alpen nach Italien in die Ferien fuhr. Oder wie glücklich man war, auch bei Regenwetter trocken am Arbeitsplatz anzukommen oder die Verlobte zum Tanzabend bringen zu können. Die wenigen überlebenden Microcars sind somit wertvolles Kulturerbe. Dank gebührt den Organisatoren um Bernhard Taeschler für den tollen Event!

Text: Stefan Fritschi

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05 Mai 2018