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VW Amarok

Arabisches Juwel

VW schickt den Amarok in die Wüste. Im Oman muss der Pick-up anlässlich der Amarok Adventure Tour sein Können unter Beweis stellen — und das mit neuem, 258 PS/580 Nm starkem V6-Diesel.

Die Luft flimmert. Bei 30 Grad Celsius macht sich der aus 15 Fahrzeugen bestehende Amarok-Konvoi auf den Weg durch den Oman. Einem Land, das sich während 48 Jahren unter der Herrschaft von Sultan Quabus Iben Said vom isolierten Staat in die Moderne entwickelt hat und zum Trendreiseziel für zahlungskräftige Touristen avanciert ist. 

Gastfreundschaft, Aufgeschlossenheit und Ruhe regieren unter der zu 75 Prozent aus Muslimen bestehenden Bevölkerung. Zeit ist relativ, Pünktlichkeit nicht verbreitet. Alles geht aber seinen geordneten Weg und ist extrem sauber. Liebevoll und mit schweizerischer Gründlichkeit polieren und waschen die Omanis trotz Wasserproblemen regelmässig ihre fahrbaren Untersätze. Die Öl- und Gasvorräte verhalfen dem Land zu ungeahntem Reichtum. So kostet ein Liter Moscht auch nur fünf (!) Rappen.

Zu schnell? Ab in den Knast!

Der Weg führt die Karawane auf gut ausgebauten Strassen in südliche Richtung. Dank des Dreiliter-Diesel ist man versucht, die Zügel des 258 PS/580 Nm starken Sechszylinders, der neu Einzug in die Amarok-Palette hält, zu lockern. Doch alle zehn Kilometer überwachen stationäre Radaranlagen die Geschwindigkeit. Und die Bussen sind empfindlich. So drohen bei Überschreitungen schnell mal zwei Tage Gefängnis und der Einzug des Fahrzeugs für zwei Monate, um den Lenker zur Räson zu bringen.

In Fins erreichen wir einen wunderschönen Strand. Ruhig, abgelegen und angrenzend an ein Naturreservat, in dem Gazellen ihrer Freiheit frönen. Letzte Möglichkeit, bevor es zum 2000 Meter hohen Salma Plateau geht, sich im Golf von Oman – der Ausdruck Persischer Golf ist hier verpönt – eine kleine Abkühlung zu holen. Auf dem Weg dorthin machen wir einen kurzen Stopp am Bimmah Sinkhole. Eine Legende besagt, dass dieser Krater durch den Einschlag eines Meteoriten entstanden ist. Längst haben Schweizer Geologen bewiesen, dass das Freibad im Verlaufe der Millionen Jahre auf natürliche Weise entstanden ist.

Temperaturschock

Danach muss der Amarok seine Kraxler-Qualitäten ausspielen. Beschwerlich gilt es, über einen kleinen, schmalen Pfad das Plateau zu erklimmen. Eine Kehre folgt der nächsten. Auf dem Weg dorthin besuchen wir die auf rund 1300 Metern liegende Madschlis-al-Dschinn-Höhle. Nahe einer kleinen Ansiedlung ist sie mit 58 000 mdie neuntgrösste der Welt, die erst 1983 durch den amerikanischen Geologen Don Davidson auf der Suche nach unterirdischen Wasservorräten erkundet wurde.

Zu erkennen ist sie nur durch eine riesige Öffnung, die rund 120 Meter ins Erdinnere reicht. Freundlich werden wir hier von Kindern empfangen, die es auf unsere kühlen Getränke abgesehen haben. Nachdem die Vorräte dadurch fast aufgebraucht sind, erreichen wir kurz vor Sonnenuntergang nach 205 Kilometern Tagesstrecke das Salma Plateau. Jetzt heisst es, Zelte aufschlagen, Lagerfeuer anzünden und eine Kleinigkeit essen. Hommos, Chicken und etwas Salat werden gereicht. Kein kühles Bier. Der Genuss von Alkohol ist, ausser in den Hotels, verboten und steht unter Geld- und Gefängnisstrafe. So lassen wir den empfindlich kalt werdenden Tag mit Mineralwasser ausklingen und klettern unter einem wunderschönen Sternenhimmel in den Schlafsack.

Text: Jörg Petersen

Der Rest der Geschichte ist in der Ausgabe 05/2018 nachzulesen.

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01 Mai 2018