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Peking Motorshow

Für jeden ist etwas dabei

Mercedes-Maybach Ultimate Luxury Concept
Audi Q5L
BMW iX3 Concept
BMW iX3 Concept
Buick Enspire Concept
Buick Enspire Concept
Chevrolet FNR-X Concept
Chevrolet FNR-X Concept
Dongfeng
G Patton GX
Kia Trelluride Concept
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Mazda CX-4
Mazda CX-4
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Qoros CCFCE Concept
Qoros CCFCE Concept
Skoda Kamiq
Weltmeister Concept
Sol
VW Lavida

Die Peking Motor Show entpuppt sich, je länger je mehr, zur echten Trendmesse. Vorrangig ausstaffiert mit Modellen für den asiatischen Markt, hat sie sich längst etabliert und mittlerweile selbst den amerikanischen Automessen den Rang abgelaufen. So auch in diesem Jahr.

«Pressemappe? Für das Concept-Car? Aber das ist doch ein völlig neues Auto!», antwortet die Hostess am Counter, auf die Frage nach den für uns unentbehrlichen Presseunterlagen. In diesem Punkt befindet sich die Messe noch in der Steinzeit. Die Hostessen beherrschen einzig die chinesische Sprache und versuchen dieses Manko mit einem freundlichen Lächeln zu überspielen. Oder hält man sich bewusst mit den Informationen zurück? 

Bayrisches E-Mobil

Sei's drum: Wer etwas auf sich hält, ist in Peking vertreten. Klar, dass in der chinesischen Landeshauptstadt natürlich ebenfalls eine Vielzahl Europäer vertreten waren. Allen voran Audi. Die Ingolstädter präsentierten an ihrem Stand mit der Langversion des Q5 ihr erstes SUV mit um 88 Millimeter verlängertem Radstand. Auch in der Länge wuchs das SUV um 88 Millimeter, was besonders den Fondpassagieren zugutekommt. Mit dem BMW iX3 wollen die Weissblauen endlich wieder Anschluss an die E-Mobil-Fraktion bekommen. Der aus eigener Produktion stammende Elektromotor leistet 200 kW (272 PS) und soll gemäss WLTP-Zyklus eine Reichweite von 400 Kilometer erlauben. Und dank neuer Charging Control Unit soll eine Schnellladung bereits nach 30 Minuten abgeschlossen sein.

Luxuriöser Zwitter

Und selbst Mercedes liess sich nicht lumpen. So schiebt der Stuttgarter Autobauer ab der zweiten Jahreshälfte 2018 die A-Klasse Limousine in den chinesischen Markt. Produziert wird sie ausschliesslich bei Beijing Benz Automotive Co., Ltd (BBAC), einem Joint Venture zwischen Daimler und seinem chinesischen Partner BAIC Motor. Dort läuft ebenfalls die Langversion der C-Klasse vom Band, die neben grösseren Platzverhältnissen zahlreichen Neuerungen wie neue Komfort-Features und Intelligent Drive in sich trägt. Der grosse Star am Mercedes-Stand war aber die Studie Mercedes-Maybach Ultimate Luxury – eine Kreuzung aus Kombi und SUV. Mit einer Länge von 5,26 Meter, 2,11 Meter Breite und 1,77 Meter Höhe soll sie Reisen auf höchstem Niveau bieten. Entsprechend ist der Luxusliner als Elektrofahrzeug mit vier kompakten Permanentmagnet-Synchron-Elektromotoren, die mit einer Systemleistung von 750 PS aufwarten, und vollvariablem Allrad-Antrieb konzipiert. Der im Unterboden platzierte Akku hat eine nutzbare Kapazität von rund 80 kWh und ermöglicht eine Reichweite nach NEFZ von über 500 Kilometern. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 250 km/h elektronisch abgeregelt. Komfortabel ist auch die Schnellladefunktion: Durch Gleichstromladen auf Basis des CCS-Standards ermöglicht das System Ladeleistungen bis zu 350 kW. In nur fünf Minuten lässt sich so genügend Strom tanken, um rund 100 Kilometer zusätzliche Reichweite zu erzielen. Geladen wird die Batterie an öffentlichen Ladestationen, üblichen Haushaltssteckdosen oder noch bequemer induktiv. Klar gibt die Studie Anlass zu Spekulationen. So wird gemunkelt, dass der Fünftürer das Design des GLS Maybach vorgibt.

Allradgetriebenes Dreigestirn

Auch Skoda macht sich nach elfjähriger Abstinenz wieder auf den Weg weiter gen Osten. Der Kamiq komplettiert zusammen mit Karoq und Kodiaq das SUV-Trio der Tschechen. Angetrieben wird der im B-Segment positionierte und 4,39 Meter lange Fünftürer von einem neuen 1,5-Liter-Benziner mit 110 PS/150 Nm, der nur in Verbindung mit einem Automatikgetriebe erhältlich ist. Eine Investitionssumme von rund 210 Milliarden Franken soll helfen, den Absatz bis 2020 auf jährlich 600 000 Einheiten ansteigen zu lassen.

Nicht Golf, sondern Lavida

Da wollte natürlich die grosse Konzernmutter nicht hinten anstehen. Mit dem Lavida, hierzulande den meisten als Jetta bekannt, bekommt Chinas erfolgreichstes Modell einen Nachfolger. Kuriosität: Der Viertürer erblickt an zwei unterschiedlichen Produktionsstätten das Licht der Welt. Dank zweier VW-Joint-Ventures, verlässt er im Süden bei FAW, wo auch die Audi-Modelle vom Band laufen, die Produktionshallen als Sagitar, während er im Norden von SAIC produziert, als Lavida das Licht der automobilen Welt erblickt. Zwei Motoren stehen für die um 6,5 Zentimeter auf 4,67 Meter gewachsene Limousine im Angebot. So wird nebst dem 1.4 TSI mit 150 PS ein 115 PS starker 1,5-Liter-Motor im Angebot. Marktstart ist im Juni.

Ende 2018 soll der SOL E20X den chinesischen Markt erobern. Das Design des im A0-Segment angesiedelten und nur rund 1460 Kilogramm wiegenden Elektro-SUVs entstand bei Seat. Entsprechende Ähnlichkeiten zum Arona sind aber rein zufällig. Ein 43 kWh-Akku erlaubt eine NEFZ-Reichweite von 300 Kilometern.

Gewachsene Grösse

Anfang 2019 wartet Lexus mit dem neuen ES auf. Die neue K-Plattform gewährt den Entwicklern einen besonders großen Gestaltungsspielraum. Geht es nach den Japanern soll die Premiumlimousine ein wichtiger Schritt sein, um bis 2020 das Ziel von 100 000 Neuzulassungen erreichen. Gegenüber dem Vorgänger wuchs der Newcomer um 65 Millimeter in der Länge und 45 Millimeter in der Breite, in Sachen Radstand und Spur legte er um 50 beziehungsweise 10/37 Millimeter (v./h.) zu.

Ansonsten gab es nebst den Serienmodellen viele Konzepte, aber auch Verrücktes zu sehen. Schade nur halten sich die Chinesen mit den technischen Angaben noch zu sehr zurück. Ein Manko, dass ihnen auf dem Weg nach Europa mit Sicherheit nicht hilfreich sein wird.

Text: Jörg Petersen

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26 Apr 2018