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McLaren 720S

Neuauflage der Super Series

Die ai durfte bereits einen exklusiven Blick auf den neuen McLaren der Super Series werfen. Ein erstes Fazit: Der 720S hört sich fantastisch an, und er sieht vielversprechend aus.

Treffpunkt: Eine gigantische, eiskalte Halle in Bedford im Norden Londons, in welcher Ende der 1920er-Jahre eines der beiden Luftschiffe R100 und R101 parkiert war. Alles ist dunkel, nur die aufgereihte Ahnenreihe der Super Series steht im Lichtkegel: MP4-12C, 650S, 675LT und 675LT Spider. Dann leuchten Scheinwerfer auf, ein V8-Biturbo brüllt sich die Seele aus dem Leib, und schliesslich umrundet der leibhaftige neue 720S die wenigen geladenen Gäste um genau vor ihnen zu parkieren: Ein eindrücklicher Auftritt! Es ist das erste Mal, dass ein McLaren-Modell seit der Vorstellung des MP4-12C im Jahr 2009 einen komplett neu entwickelten Nachfolger erhält. Umso höher sind die Erwartungen. Wird der 720S sie erfüllen?

F1 stand Pate

Es scheint, dass sich das Designteam um Robert Melville stark am Urvater aller McLaren-Strassenfahrzeuge, dem F1 von 1992 orientiert hat. Proportionen und die im Vergleich zum 675LT weniger verspielte Front sowie die aerodynamisch ausgeklügelte Flanke erinnern an den schlicht gestalteten F1, der damals mit seinem BMW-V12 und mittigem Fahrersitz so nahe an einem Formel 1 dran war wie kein Auto zuvor.

Das ist der 720S auch wieder. Das Monocoque aus Kohlefaser wurde komplett neu entwickelt, ist 18 Kilogramm leichter als beim Vorgänger und umschmiegt Pilot und Co-Pilot, so dass sich beide wie ein Teil des Gesamtsystems fühlen. Wesentlichen Anteil haben die schraubstockartigen, nur leicht gepolsterten Sitze, die auf die Statur des Kunden angepasst werden. Die Säulen sind dünn gestaltet, die hinteren durchbrochen und verglast, auf Verkleidungen wurde ganz verzichtet. Melville spricht denn auch vom übersichtlichsten aller Sportwagen auf dem Markt. Auch Ein- und Ausstieg durch die Scherentüren sind durchaus bequem, auch wenn der massive Schweller etwas Gelenkigkeit abverlangt. 

Und damit auf dem Racetrack auch wirklich nichts stört und der Pilot die extrem tiefliegende Frontscheiben-Unterkante gut nutzen kann, wird das Kombiinstrument nach unten und aus dem Sichtfeld des Fahrers geklappt. In einem kleinen Schlitz an der Oberkante sind jetzt nur noch eingelegter Gang, Tourenzahl und Geschwindigkeit ablesbar.

Erstmals ein neuer Motor

Das Leergewicht wurde von 1303 auf 1283 Kilogramm gesenkt. Erstmals darf nicht der bekannte 3,8-Liter-V8, sondern ein neu entwickelte Antriebsaggregat ans Werk. Es hört auf die Bezeichnung M840T und leistet dank Doppelturbo – man ahnt es – 720 PS bei 770 Nm Drehmoment und einem Hubraum von vier Litern. Der Sprint auf 100 km/h ist in 2,9 Sekunden erledigt, der Verbrauch soll gesunken sein. McLaren verspricht, dass das Ansprechverhalten der neu entwickelten Twin-Scroll-Lader höchste Ansprüche erfülle. Eine unsichtbar in den Heckabschluss integrierte Luftbremse hilft den Karbon-Keramik-Bremsen beim Verzögern und amtet gleichzeitig als Heckspoiler. 

Jetzt brennt natürlich die Frage unter den Nägeln, wie sich das Wunderauto fährt. Und da halten sich die McLaren-Macher mit Versprechungen nicht zurück. Der 720S soll das Beste sein, was je von einer öffentlichen Strasse auf die Rennstrecke abgebogen sei. Besser könnten es nur noch waschechte Rennwagen. Das Fahrwerk sei ein eigentliches Meisterwerk – was zu beweisen ist. Erste Videos von Prototypen auf dem Testtrack scheinen aber zu belegen, dass der 720S das Versprechen halten wird. 

Somit wird sich die Super Series in Zukunft stärker von der Sports Series 540 und 570 abheben, auch Hybride sind geplant. 15 neue Modelle werden bis 2022 lanciert, aber an der Kapazität von maximal 20 Autos pro Arbeitstag – 4000 pro Jahr – soll nicht gerüttelt werden. Auch das ist ein wichtiges Versprechen. Der Preis für den neuen Sportler beträgt 267'720 Franken inklusive Steuern.

Text: Stefan Fritschi

Bilder: McLaren, Stefan Fritschi

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07 Mär 2017