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Ferrari Purosangue - vier Jahre Lieferfrist?

Der Ferrari Purosangue ist das erste SUV aus Maranello (und sicher nicht das letzte). Aber immerhin gibt es einen V12 mit auf den Weg. Und bereits jetzt eine sehr lange Lieferfrist.

Veröffentlicht am 14.09.2022

Ferrari sagt, das SUV sei ein dringender Wunsch der Kundschaft gewesen. Seit Jahren. Ferrari sagt zudem, dass der Purosangue nicht mehr als 20 Prozent der Gesamtproduktion ausmachen werde. Im vergangenen Jahr hatte Ferrari mit 11'155 Exemplaren einen neuen Verkaufsrekord aufgestellt, ein Fünftel davon sind dann doch deutlich über 2000 Stück pro Jahr, die man verkaufen will. Oder schon verkauft hat, es heisst: wer heute bestellt, muss wohl vier Jahre auf das SUV warten. Sofern er (oder sie) überhaupt in die Liste der potentiellen Klienten aufgenommen wird, da werden nämlich Kunden bevorzugt, die schon einmal einen neuen Ferrari gekauft haben.

Mehr als zwei Tonnen

Aber Ferrari lässt gleichzeitig auch durchblicken, dass noch mehr Modelle dieser Bauart kommen werden, wir gehen mal davon aus, dass es sicher noch ein SUV-Coupé braucht. Und wahrscheinlich ein etwas kleineres Produkt, in das dann auch der V6-Hybrid aus dem 296 GTB passt.


 
Im Ferrari Purosangue arbeitet ein leicht angepasster 6,5-Liter-V12, 725 PS, 716 Nm maximales Drehmoment. Die befragten Kunden hätten sich den V12 gewünscht, sagt Ferrari, also liefert man diesen auch. Was man auch noch liefert: mehr als drei Metern Radstand, mehr als zwei Tonnen Leergewicht, mehr als 1,50 Meter Höhe (1,59 Meter sind es, um genau zu sein). Es gibt zum ersten Mal eine Bergabfahrhilfe, ein Glasdach, einen Luftqualitätssensor und Android Auto/Apple Car Play.

Ein Sportwagen!

Ferrari wird bei der Präsentation nicht müde zu betonen, dass der Purosangue gar kein SUV ist, sondern ein Sportwagen. Dazu passen auch die Fahrleistungen, in 3,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h, über 310 km/h Höchstgeschwindigkeit. Das 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe ist gleich wie im SF90 Stradale und 296 GTB; durch die grösseren Reifen (vorne 22, hinten 23 Zoll) ergeben sich aber andere Übersetzungsverhältnisse.

Einigermassen bedeckt geben sich die Italiener allerdings zum Allradantrieb des Purosangue.  Da der V-12-Motor zur optimalen Gewichtsverteilung selbstverständlich weit hinter den Vorderrädern angeordnet ist, besteht die etwas simple Lösung darin, eine kompakte Power Transfer Unit (PTU) vor dem Motor zu platzieren. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um ein Zweigang-Getriebe mit einem Kupplungspaket, das die Kraft direkt vom Motor abnimmt. Die PTU befindet sich über der Vorderachse und steuert das Drehmoment zu den Vorderrädern und verteilt es je nach Bedarf nach links und rechts. Diese Lösung hat den Vorteil, dass sie kaum Zusatzgewicht bringt und wenig Platz einnimmt; von einem echten 4x4 kann man aber nicht sprechen, der Begriff «Traktionshilfe» wäre da eher passend. Folglich gibt es beim Purosangue auch keine speziellen Offroad-Fahrprogramme.

Mit Elektromotor - für das Fahrwerk

Dafür hat der Ferrari Purosangue nun einen einigermassen anständigen Kofferraum mit 473 Litern Fassungsvermögen; zudem lassen sich die zwei hinteren Einzelsitze auch abklappen. Vorne ist alles wie gehabt, Fahrer und Beifahrer wohnen kuschelig eingebettet wie in einer Kapsel. Hinten gibt es die gleichen Sitze wie vorne, nein, eine Rückbank für einen fünften Passagier wird (vorerst) nicht angeboten. Zumindest aussergewöhnlich ist auch der Zugang zu den hinteren Plätzen, er erfolgt über Suicide-Doors, also hinten angeschlagene Türen.

Das gilt sicher auch für das Fahrverhalten, da hat Ferrari wieder einmal fleissig a den Parametern geschraubt. Es kommt die neuste Version der Side Slip Control (SSC) zum Einsatz. Doch wichtiger dürfte das neue, aktive Aufhängungssystem sein, das über einen Elektromotor kontrolliert wird. Innerhalb von Tausendstelsekunden werden Federung, Dämpfung, auch Lenkung an Fahrweise, Bodenbeschaffenheit, Gier- und Neigungswinkel angepasst, damit das Fahrzeug immer perfekt auf der Strasse liegt. Und keinen Wank mehr macht, auch in flott durcheilten Kurven.

Kein Schnäppchen

Wir wollen uns hier nicht anmassen, das Design des Ferrari Purosangue zu beurteilen, Schönheit, man weiss es, liegt immer im Auge des Betrachters. Es gibt sehr hübsche Details, etwa die Brücke von Motorhaube zum hinteren Ende des vorderen Kotflügels, ein Element, das schon bei der F12 Berlinetta sehr edel war. Die beiden Löcher über den sehr schmalen Tagfahrlichtern erscheinen uns «speziell», genau wie die Radkasten-Verkleidungen in Sicht-Karbon.


 
Die ersten Exemplare des Ferrari Purosangue werden Anfang 2023 ausgeliefert, der Basispreis liegt in Italien bei 390'000 Euro.

Text: ai-online-Team, Photos: Ferrari

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