Wahre Schönheit

Ferrari des Monats: Ferrari 410 Superamerica

Die Ferrari 410 Superamerica gehören zu den ersten Supersportwagen überhaupt. Dieses Exemplar hat eine Schweizer Geschichte.

Veröffentlicht am 09.07.2021

Die «America»-Linie von Ferrari war der nackte Wahnsinn. Schon das erste Modell mit dieser Bezeichnung, der von 1951 bis 1955 gebaute 375 America, war ein absoluter Supersportwagen, wie ihn die Welt damals noch nie gesehen hatte. Der von Aurelio Lampredi konstruierte V12 stammte direkt aus der Formel 1, hatte 4,5 Liter Hubraum und schaffte etwa 300 PS.

Für den 1955 vorgestellten Ferrari 410 Superamerica wurde der Hubraum auf 4962 ccm (Bohrung x Hub: 88 x 68 mm) vergrössert, mit drei Weber-Doppelvergasern (40DCF) und erhöhter Verdichtung (8,5:1) stieg die Leistung auf 340 PS. Geschaltet wurde über ein manuelles Viergang-Getriebe. Das Fahrwerk entsprach mit dem Kastenrahmen, doppelten Dreieckslenkern vorne, einer Starrachse hinten und den Trommelbremsen dem 250 GT, dem Brot-und-Butter-Auto von Ferrari in jenen Jahren. Der Radstand betrug zuerst 2,8 Meter, bei späteren Modellen (Serie 2 und 3) dann noch 2,6 Meter.

Doppelt so teuer wie ein Flügeltürer

Von der ersten Serie der Ferrari 410 Superamerica wurden 1955/56 17 Stück gebaut, 14 davon mit Pininfarina-Karosserie, ein Coupé sowie ein Cabrio von Boano sowie noch ein weiteres Coupé von Ghia. Unsäglich teuer waren sie, die 410 Superamerica, 16’800 Dollar verlangte der amerikanische Importeur Luigi Chinetti 1956 auf der New York Auto Show, das Doppelte wie für einen Mercedes-Benz 300 SL mit Flügeltüren, der ja auch nicht von schlechten Eltern war.

Von der zweiten Serie (1956/57) wurden sieben Stück bei Pininfarina eingekleidet, eines bei Scaglietti. Von der dritten Serie, die wir hier zeigen, gab es dann noch einmal 12 Pininfarina-Coupé. Auch technisch wurden diese letzten Ferrari 410 Superamerica verbessert, es gab grössere Trommelbremsen und grössere Weber-Vergaser (42DCF), also auch etwas mehr Leistung (360 PS).

Ferrari 410 Superamerica mit Schweizer Geschichte

Dieses Exemplar, das von RM Sotheby's am 13./14. August in Monterey versteigert wird, verfügt über eine lange Schweizer Geschichte. Ausgeliefert wurde Chassisnummer #1305SA in Nero Tropicale 1959 über die Genfer Garage de Montchoisy an einen gewissen Griffin. Auch der nächste Besitzer war ein Schweizer, Hans U. Maag aus Renens, bevor dann Rob de la Rive Box den Ferrari in die USA verkaufte. Zuletzt stand der Ferrari 410 Superamerica in der Cogan Collection in Louisville/USA - das Museum hatte #1305SA auf einer Auktion 2017 für 5'335'000 Dollar ersteigert.

Galerie

(Photos Darin Schnabel/RM Sotheby's)

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