Meyers Manx

Der Buggy-Erfinder steigt aus

Bruce Meyers hat 1964 seinen ersten Buggy gebaut, den Meyers Manx. Das Spassmobil auf Basis eines verkürzten VW-Käfer-Chassis war der Zündfunken für eine Fahrzeuggattung, die in den 1970er-Jahren auch hierzulande populär wurde. Nun verkauft der rüstige 94-jährige seine Firma, die sich quasi die ewige Jugend auf die Fahne geschrieben hat.

Veröffentlicht am 13.11.2020

Bruce Meyers ist im südlichen Kalifornien eine Figur des öffentlichen Lebens. Meyers – meistens mit Hawaihemd gekleidet – stand mit seiner Frau Winnie bis vor kurzem noch regelmässig im Dienst des Autos, das wie kaum ein zweites für Strandferien, Surferromantik und sonnigen Lebenstil steht: der Buggy. Dass Meyers allerdings heute seinen Erfolg so auskosten kann ist nicht selbstverständlich, wurde der Urheber des Buggys doch regelrecht vom eigenen Erfolg und den unzähligen Plagiaten, Nachahmern und Kopien überfahren. 1964 hatte Meyers begonnen, seinen für Dünenrennen gedachten Wagen in kleinen Serien zu bauen, dazu verwendete er ein um 36 Zentimeter gekürztes VW-Chassis mit einer simplen, einteiligen Karosserie. Der Buggy, eigentlich für Rennen gedacht, avancierte bald zum Cruiser und coolen Strandvehikel. Meyers war selber Surfer und hatte seinen Umgang mit dem für die simple Karosserie verwendeten Fiberglas als Bootsbauer erlernt. Nach dem fulminanten Start folgten Schwierigkeiten, verlorene Rechtsstreitigkeiten gegen Konkurrenten und Steuerforderungen. 1971 schloss die Firma ihre Tore, nachdem Bruce Meyers sie kurz zuvor verlassen hatte. Rund 6000 Buggies waren bis dann vorwiegend in Kit-Form ausgeliefert worden.

Zweiter Anlauf

Erst im Jahre 2000 gründete Meyers wiederum ein Unternehmen, mit dem Ziel, die Produktion von Buggies fortzuführen. In der Zwischenzeit hatte nicht nur die luftgekühlte VW-Szene Riesenschritte gemacht, auch der Ur-Buggy war zum Kult-Klassiker avanciert. Und an erster Stelle in der Gunst steht bis heute der Meyers Manx.

Bruce Meyers mit seinem «Old Red», dem ersten Meyers Manx. Die Gasflaschen dienen als Zusatztanks.

Seit 20 Jahren sind sie also wieder zu haben, die Ur-Buggies, doch Bruce Meyers ist mit 94 Jahren nicht mehr der jüngste. Anfang November gaben er und seine Frau den Verkauf ihres Lebenswerks bekannt.

Ein Investor übernimmt das Unternehmen, das in neuen Räumlichkeiten im Kalifornischen Oceanside komplett frisch aufgestellt werden soll. Als CEO wirkt künftig Freeman Thomas, der Designer, der etwa beim New Beetle von Volkswagen mit im Spiel war – beste Voraussetzungen sozusagen.

Mit VW als Basis sollen denn auch künftige Meyers Buggies daherkommen. Ob diese mit offizieller Werksunterstützung gebaut werden, ist derzeit noch nicht bekannt. Allerdings wäre dies gut vorstellbar, der in Genf 2019 gezeigte VW ID Buggy zielt genau in diese Richtung, inklusive dem damals mitgegebenen Hinweis seitens von VW: «der Modulare E-Antriebs Baukasten MEB kann künftig auch anderen Herstellern zur Verfügung gestellt werden». Na denn, wir sind gespannt!

Übrigens, der abgebildete Meyers Manx von 1968 ist bei einer Auktion von RM Sothebys im Sommer 2019 für 55'200 Dollar verkauft worden.

https://meyersmanx.com/

Bild: RMSothebys / Text: Martin Sigrist

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