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Alfa Romeo Tonale - das Auto rückt in den Hintergrund

Der Alfa Romeo Tonale wird als erstes Automobil zum einem NFT, also zu einem Unikat. Er kommt mit fünf Jahren Garantie. Beides hätte man von Alfa Romeo nicht erwartet.

Veröffentlicht am 08.02.2022

Der Alfa Romeo Tonale war als Studie der Star des Genfer Salons 2019. Es hat ein bisschen gedauert, bis diese Studie endlich umgesetzt wurde. Aber man kann das Genfer Ausstellungsstück noch erkennen, das ist für ein Serien-Modell doch löblich. Stark gearbeitet haben die Designer vor allem an der Lichtsignatur, die vorne an den nicht allgemein als hübsch angesehenen SZ erinnern soll.

Innen soll der Tonale auch an frühere Modelle anknüpfen, aber es braucht da schon viel guten Willen, um das erkennen zu wollen. Bei einer ersten Sitzprobe empfanden wir die Sitzposition als ziemlich hoch (für einen Alfa Romeo), waren aber positiv überrascht vom guten Raumgefühl. Auch für die hinteren Passagiere wird es nicht unangenehm eng.

Tonale als Unikat

Sehr aussergewöhnlich ist, dass jeder Tonale ein NFT (non fungible token, als eine nicht veränderbare Wertmarke) sein wird. Jedes Fahrzeug ist also ein Unikat, dessen Herstellung und Geschichte (also inkl. Service, Unterhalt, jedem gefahrenen Kilometer, etc.) über die Blockchain-Technik aufgezeichnet wird. Man hätte solches von einem Luxus- oder-Supercar-Hersteller erwartet, dass jetzt die Italiener die ersten sind, die diese «hippe» Methode einsetzen, überrascht doch ein wenig.

Auch mit fünf Jahren Garantie musste man nicht unbedingt rechnen. Da setzt Alfa Romeo aber ein ganz deutliches Zeichen, man will endlich weg vom Image, zwar tolle, aber nicht wirklich zuverlässige Fahrzeuge zu bauen. Hinter Kia mit seinen sieben Jahren setzt sich Alfa auf den zweiten Platz der längsten Garantiedauer.

Interessanter PHEV im Tonale

Ansonsten haben wir es mit einem doch recht gewöhnlichen und noch einigermassen kompakten SUV zu tun. Der Alfa basiert auf der schon 2005 eingeführten SCCS-Plattform, die auch die Basis für den aktuellen Jeep Compass ist. Der Tonale misst beachtliche 4,53 Meter in der Länge, ist 1,84 Meter breit und und 1,60 hoch; der Radstand beträgt 2,63 Meter. Mit genauen Angaben zum Gewicht und zum Kofferraumvolumen halten sich die Italiener noch zurück.

Bei den Antrieben hat man die Wahl zwischen einen 1,5-Liter-Benziner, der entweder mit 130 oder dann mit 160 PS angeboten wird, oder dann einem Plug-in-Hybriden. Der bringt es auf beachtliche 275 PS Systemleistung, vorne zerrt ein 180 PS starker 1,3-Liter an den Rädern, hinten kommt ein 90-kW-Elektromotor zum Einsatz. So gibt es Allradantrieb, wobei Vorder- und Hinterachse getrennt und unabhängig voneinander mit Kraft versorgt werden können. Geschaltet wird über einen 6-Gang-«Torque Converter», die Batteriekapazität beträgt 15,5 kWh, die für eine rein elektrische Reichweite von bis zu 80 Kilometern sorgen soll.

Fairer Preis?

Obwohl der Alfa Romeo Tonale schon bald bei den Händlern stehen wird (es heisst, noch vor den Sommerferien), gibt es noch keine Preisangaben. Aber man darf davon ausgehen, dass die Basisversion wohl unter 30’000 Franken kosten wird. Ob der Tonale die Alfisti wirklich glücklich machen wird, steht auf einem anderen Blatt. Es ist aber gut möglich, dass der adrette Italiener - endlich? - eine neue Kundschaft für sich begeistern kann.

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